Plädoyer der Stars: Weniger Botox und Bauchdeckenstraffung

Maria GradlMaria Gradl | 23.10.2021, 21:43 Uhr

IMAGO / Shutterstock

Natürlichkeit ist in den letzten Jahren zu einem Megatrend avanciert. Angefangen mit kurvigen Models, die ihre Rundungen in Szene setzten, bis hin zu Instagram Fotos von Hollywood-Stars ohne Make-up nach dem Aufstehen. Doch der Schönheitswahn ist noch immer allgegenwärtig – vor allem im Netz. Prominente erklären nun: zu viel Schönheit ist nicht mehr schön!

Immer mehr Menschen der öffentlichen Szenarien verzichten auf den einst so hochgelobten Perfektionismus und proklamieren hingegen die Natürlichkeit eines gesunden Körperbildes. Gesellschaftliche Bewegungen wie Body-Positivity und Body-Neutrality haben auf dem Weg zu mehr Selbstliebe einige Steine ins Rollen gebracht.

Nicht zuletzt auch die Diskussion darüber, wie sich die Beauty-Standards von Influencern auf das Selbstbild von Jugendlichen auswirken.

Nach Schönheits-OP abhängig von Schmerzmitteln

Gerade im Zeitalter von Instagram, Snapchat und TikTok, wo die äußerliche Perfektion nur einen Swipe entfernt wartet, positionieren sich immer mehr Stars zum Thema Schönheit und Beauty-OPs. Gerade erst bezog Schauspielerin Jamie Lee Curtis (62) in einem Interview mit „Fast Company“ Stellung zum Schönheitswahn und berichtete von ihren eigenen Erfahrungen. „Ich habe mich plastischer Chirurgie unterzogen und es hat nicht funktioniert“, so die 62-Jährige.

In der Folge der Schönheitsoperation sei sie abhängig von Opiaten geworden. Glücklicherweise schaffte sie den Absprung und ist seitdem 22 Jahren clean und frei der Sucht.

„Der aktuelle Trend hin zu Fillern und Treatments und die Obsession nach Filtern, nur um unser Erscheinungsbild bei Zoom vermeintlich zu verbessern, wischt ein über Generationen gewachsenes Bild von Schönheit einfach weg“, mahnt Curtis.

Verpfuschte Beauty-OP bei Linda Evangelista

Auch Supermodel Linda Evangelista (56) sorgte mit ihrer Geschichte für Aufsehen: Ein Beauty-Eingriff vor einigen Jahren habe ihren Körper deformiert und sie in tiefe Depressionen gestürzt. Bis heute leide sie unter den Folgen der verpfuschten Operation.

Linda Evangelista beklagt verpfuschte Schönheits-OP

DP/AAD/starmaxinc.com/ImageCollect (ncz/spot)

Bisher liegt der Fokus in der Branche der Reichen und Schönen noch immer auf dem Aussehen. Schauspieler Jonah Hill (37) bekam das am eigenen Leib zu spüren. Nachdem er stark an Gewicht verloren hatte, bekam er eine Menge Zuspruch von außerhalb. Doch obwohl sich viele Komplimente zu seinem neuen Look in den Kommentaren wiederfanden, gab der Schauspieler zu verstehen: „Hört endlich auf, mein Äußeres zu kommentieren.“

Gefährliche Instagram-Filter

Natürlichkeit auf Instagram? Keine Chance. Aus den Instagram-Feeds lächeln sie uns nur so entgegen: Die makellosen Frauen mit ihren strahlend weißen Zähnen, den perfekten Körpern und den symmetrischen Gesichtern. Mit nur einem einzigen Klick verschwinden Augenringe, Doppelkinn und Pickelchen.

Die Geschichte eines jungen Mädchens, die sich aufgrund ihrer Instagram-Sucht und dem Wunsch nach Perfektion fast zu Tode hungerte, schockte die Welt.

© Screenshot/Instagram/Ashlee Thomas

Norwegen schiebt Riegel vor

In Norwegen wurde währenddessen ein neues Werbegesetz eingeführt: Ab Sommer 2022 muss in Norwegen jedes retuschierte Bilder gekennzeichnet werden. Wurde also nachträglich die Haut, Gesichtszüge oder der Körper im Allgemeinen verändert muss ein spezielles Logo auf dem Bild angebracht werden. Dadurch sollen vor allem Kinder und Jugendliche vor unrealistischen Schönheitsidealen geschützt werden.

Stars verzichten auf Insta-Filter

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Salma Hayek Pinault (@salmahayek)

Viele Schauspieler und Musiker haben bereits genug von den unrealen Filtern. Julia Roberts (53), die selbst Teil der Kosmetikindustrie ist, setzt sich seit Jahren für mehr Natürlichkeit in dieser Branche ein. Beispielsweise postet Salma Hayek (55) regelmäßig Fotos von sich, auf denen man sie ohne einen Hauch Make-up begutachten kann.

Langsam beginnt eine Branche, in der das Ideal „schlank, schlanker, am schlanksten“ und obendrein noch schön gilt, umzudenken. Endlich beginnt auch die Modebranche zu verstehen, dass mehr als die Hälfte der Frauen in Deutschland nicht dem Mager-Model-Stereotyp entspricht, sondern Kleidergrößen ab 42 aufwärts tragen.