Darum ist Dagmar der heimliche Star von „Hartz und herzlich“!

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21.09.2021 19:26 Uhr

Durch die RTLZWEI-Sendung „Hartz und herzlich - Tag für Tag Benz-Baracken“ sind die Bewohner der Problemsiedlung bekannt geworden. Eine von ihnen ist Dagmar. Bekannt ist sie als die „gute Seele“ des Viertels. Dabei hat sie es selbst nicht leicht. Doch wie landete die rüstige Rentnerin überhaupt im Problemviertel?

Die sogenannten „Benz-Baracken“ im Mannheimer Stadtteil Waldhof gehören seit Jahrzehnten zu den sozialen Brennpunkten der Stadt. Die Lebensrealitäten der Menschen vor Ort sind nicht einfach. Arbeitslosigkeit, Schulden und soziale Isolation. Dennoch stehen die Barackler in guten wie schlechten Zeiten zusammen.

Die 67-jährige Rentnerin Dagmar ist in der Siedlung Dreh und Angelpunkt, wenn es um die Lösung von Problemchen geht. Und sie ist der heimliche Star der RTLZwei-Dokuserie „Hartz und herzlich“.

Die Häuser in denen die Benz-Barackler leben.

obs/RTL II

Dagmar, die „gute Seele“ der Benz-Baracken

Trotz eigener finanzieller Probleme hält sich Dagmar nicht zurück, wenn ihre Baracken-Nachbarn Hilfe benötigen. Ihren Nachbarn Johann, der selbst Teil der Benz-Baracken-Serie war, pflegte sie bis zu seinem Tod – Wohnung putzen, Einkaufen, Essen kochen. Das spielte einen kleinen Obolus von 160 Euro auf ihre Mini-Rente ein. Auch im eigenen Haushalt erledigt sie die kniffligsten Dinge selbst.

Ob es ein herausgebrochener Zahn ist, den sie sich kurzerhand alleine wieder angeklebte oder das kaputte Ofenrohr, was sie fachmännisch abzudichten versuchte. Ganz nach Dagmars Motto: Selbst ist die Frau!

Dagmar, der heimliche Star von "Hartz und herzlich"
Die 28-fache Oma Dagmar leidet immer häufiger an Lungenbeschwerden.

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Zu Fuß geflüchtet aus der DDR

Seit mehr als 30 Jahren wohnt Dagmar bereits im Viertel der Benz-Baracken in Mannheim. Geboren ist die 67-Jährige in der DDR. Kurz vor dem Mauerfall fasst sie den Entschluss, dem Osten zu entfliehen und sich im Westen Deutschlands ein neues Zuhause aufzubauen. Die gelernte Zootechnikerin packte all ihre Habseligkeiten ein und floh mit ihrer Familie zu Fuß über die Grenze. Zunächst lebte sie selbst in den Baracken. Mittlerweile wohnt sie schräg nebenan in einem kleinen Häuschen mit Garten. Bis zu ihrer Rente arbeitete sie in einem Kiosk in Mannheim.

Eingeschränkt durch Lungenkrankheit

Seit Jahren versucht Dagmar das Rauchen aufzugeben – bisher vergeblich.

Grund für das rauchfreie Vorhaben ist eine Lungenkrankheit. Schon lange leidet Dagmar unter der COPD, einer chronischen Lungenkrankheit, bei der sich die Atemwege entzünden. Die Folge sind Husten und Atemnot. Ihre Lungenleistung lag teilweise nur noch bei 15 Prozent, was ihr den Alltag zur Herausforderung machte.

Dagmar, der heimliche Star von "Hartz und herzlich"
Dagmar in ihrem Garten neben der Siedlung der Benz-Baracken

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Trotz Großfamilie ist Dagmar allein

Dagmar ist achtfache Mutter und soll 28 Enkel haben. Mit ihrem Mann, der ihr nach seinem Tod einen Berg Schulden hinterließ, war sie bis zu seinem Tod verheiratet. Seitdem muss Dagmar den Gürtel finanziell noch enger schnallen. Von ihrer Familie wünscht sich die Rentnerin mehr Unterstützung. Denn trotz der reichen Schar an Kindern hat sie oft das Gefühl, das „fremde Menschen mehr auf sie Acht geben“ würden als die eigene Familie.

„Hartz und herzlich – Tag für Tag Benz-Baracken“: Neue Folgen laufen derzeit immer dienstags um 20.15 Uhr auf RTLZWEI.