„Ein Hauch von Amerika“: Großes Event-Kino im Ersten – alles über die Miniserie

Beate SchulzBeate Schulz | 16.11.2021, 21:58 Uhr
„Ein Hauch von Amerika“: Großes Event-Kino im Ersten – alles über die Miniserie
„Ein Hauch von Amerika“: Großes Event-Kino im Ersten – alles über die Miniserie

© SWR

Die ARD hat wieder pünktlich zur Vorweihnachtszeit eine neue aufwändige Mini-Serie am Start. In sechs Episoden geht es um die Freundschaft zweier ungewöhnlicher junger Frauen auf der Suche nach sich selbst - in einer Zeit als US-Soldaten in Deutschland stationiert werden.

Gespielt werden die beiden besondern Frauen von Elisa Schlott („Narziss und Goldmund“) und Franziska Brandmeier („Parfum“). Sie sind Suchende nach ihrem Platz in einer Gesellschaft des Umbruchs. Aber natürlich geht es wie in jeder guten Serie auch hier um die große Liebe. Und um Moral und Emanzipation.

Aber vor allem geht es um Welten, die aufeinanderprallen, als Hunderttausende US-Soldaten Anfang der 50er-Jahre in der pfälzischen Provinz stationiert werden.

„Ein Hauch von Amerika“: Großes Event-Kino im Ersten – alles über die Miniserie

© SWR/FFP New Media GmbH/Ben Knabe

Der ultimative Kulturschock: Freiheit, Freizügigkeit und Kapitalismus

Das prüde Nachkriegsdeutschland wird durch die freizügigen Amerikaner ganz schön durcheinandergewirbelt. In einem Landstrich im Westen von Rheinland-Pfalz werden von heute auf morgen Hunderttausende GIs stationiert und die Stützpunkte der US-Army massiv ausgebaut. Und die feiern dort ihre Freiheit, ihre Freizügigkeit und den Kapitalismus.

Damit verwandelt sich die beschauliche, ja weitgehend archaische Provinz über Nacht in ein ‚El Dorado‘ der Dollars und der Unmoral – und zugleich in eine moderne Gesellschaft.

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Darum geht’s in „Ein Hauch von Amerika“

Kaltenstein, 1951. Vier Schicksale sind es, die auf dramatische Weise durch die Stationierung der Amerikaner gelenkt werden: Da ist zum einen die Bauerntochter Marie Kastner (Elisa Schlott), die eine Stelle auf der Base annimmt, nachdem die Amerikaner ihrer Familie Grund und Boden genommen haben; da ist auf der anderen Seite der schwarze GI George (Reomy Mpeho), der in Deutschland zum ersten Mal Freiheit erlebt, innerhalb des Militärs aber weiter mit Rassismus zu kämpfen hat.

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Da ist außerdem Erika Strumm (Franziska Brandmeier), die Tochter des Bürgermeisters und Maries beste Freundin, die die Amerikaner – wie ihr profitorientierter Vater – mit offenen Armen empfängt und sich ins Kaltensteiner Nachtleben stürzt.

Und da ist noch Siegfried, gespielt von Jonas Nay (wir kennen ihn aus „Deutschland 83“) , Erikas Bruder und Maries Verlobter, der unverhofft aus der russischen Kriegsgefangenschaft heimkehrt, während seine Schwester im Kloster moralisch optimiert werden soll und seine Jugendliebe Marie Gefühle für den GI George entwickelt.

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Zwänge der Neuzeit: Emanzipation und Rassismus

In den Wirren der Zeit machen die beiden ungleichen Protagonistinnen eine gegenläufige Entwicklung: Während sich für Marie neue Horizonte eröffnen und sie sich von ihrem Mann und ihrer bäuerlichen Herkunft emanzipiert, wird Erika in ihrem Freiheitsdrang von ihrer katholisch-konservativen Mutter massiv ausgebremst. So driften die Freundinnen immer mehr auseinander.

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Dabei ist der Stoff von „Ein Hauch von Amerika“ top aktuell. Ein facettenreiches Sittengemälde und konfliktgeladenes Melodram, das hochbrisante Themen wie Emanzipation und Rassismus behandelt. Zahavi versteht es, diese durch eine spannende Story geschickt in einen großen historischen Kontext einzubetten.

Zu sehen ab Mittwoch, 1. Dezember 2021, 20:15 Uhr im Ersten und bereits ab Mittwoch 24. November 2021, 20:15 Uhr in der ARD-Mediathek.