Kleine Horror-ShowHeidi Klum: Das GNTM-Finale 2022 ist ihr Untergang

Leni HübnerLeni Hübner | 27.05.2022, 11:15 Uhr
Heidi Klum in Ekstase
Heidi Klum kann sich nicht zurückhalten

© ProSieben/Willi Weber

Bei „Germany’s Next Topmodel“ präsentiert sich Heidi Klum stets jugendlich und hip, doch das Finale der Staffel zeigt die nackte Wahrheit und die tut ihr gar nicht gut.

Als Model und Moderatorin ist Heidi Klum (48) ein Profi – sollte man meinen. Doch durch ihre scheinbar unbegrenzte Macht in ihrer Castingshow auf ProSieben gerät das Finale von „Germany’s Next Topmodel“ zum Desaster. Hier zeigen sich deutlich Eitelkeit und Selbstüberschätzung, die mit einem gut funktionierenden Team hätten kaschiert werden können.

Älter werden ist keine Schande

Es ist nicht neu, dass Menschen, die ihr gesamtes Leben über ihr Äußeres definiert werden, Probleme mit dem Älterwerden haben. Heidi Klum gehört offensichtlich dazu. Während sie in den unzähligen Folgen von GNTM im perfekten Licht sitzt und sicher mit Filtern auf Mitte 30 gedrückt wird, zeigt sich im Finale klar die überschminkte Wahrheit.

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Mit einem Augen-Make-up, das mit so viel Glitzer von den Falten ablenken sollte, dass die Augen gar nicht mehr zu erkennen waren, hat Heidi Klum für Irritationen gesorgt. Es schien, als wüssten nicht einmal ihre Talkgäste wie die Designer Jeremy Scott (46) und Marina Hoermanseder (36) oder Promi-Fotografin Ellen von Unwerth (68) wo sie hinsehen sollen.




Ellen von Unwerth zeigt, wie es geht

Ellen von Unwerth, die früher selbst mal als Model gearbeitet hat, ehe sie ihr Talent hinter der Kamera ausbauen konnte, zeigte übrigens deutlich, dass es einen besseren Weg aus der Alterskrise gibt. Mit ihrem recht natürlichen Make-up und einem perfekt sitzenden Glitzeranzug im grellen Grün wirkte sie viel frischer und attraktiver als die fast 20 Jahre jüngere Heidi Klum. Das Geheimnis: Vielleicht vergleicht sie sich nicht mit Jüngeren.

Ja, es ist schade, dass die Schöne aus Bergisch Gladbach nicht auf ihre Ausstrahlung vertraut. Doch warum haben ihre persönlichen Stylisten, mit denen Heidi Klum reist, sie mit solchen Beauty-Fails auf die Bühne gehen lassen? Das Mehr-ist-Mehr-Prinzip zog sich durch alle Bereiche. Die Haare hingen schwer von zu viel Pflege und Sprays über ihre Schultern und auch das fette Make-up fiel bei der Unnatürlichkeit ihres Looks ins Gewicht.




Heidi Klum kann leider nicht singen

Das Vertrauensverhältnis scheint hier schwer gestört. So wäre es an Ehemann Tom Kaulitz (32) gewesen, der ebenfalls einen Part in der Horror-Show übernommen hatte, seine Frau davon abzuhalten, sich in Dolly Parton zu verwandeln. Stattdessen begleitete er ihren Untergang auf liebevolle Weise. Sogar musikalisch: Heidi Klum ließ es sich nämlich nicht nehmen, direkt zu Beginn der Show offenzulegen, dass sie gar nicht singen kann.

Snoop Dogg (50) blieb der Show entsprechend lieber fern und zeigte sich nur als Hologramm. Warum sollte er auch die Peinlichkeit, die er in stundenlangen Studio-Sessions mit viel Technik übertüncht hatte, nun wieder hören wollen? Tom Kaulitz hingegen bemühte sich redlich, mit seinen Klavierkünsten die falschen Live-Töne seiner Liebsten zu überspielen. Es half nichts. Erst das Playback brachte Erlösung.

Zu viel Make-up erschwert das Reden

Nun gut, vielleicht war es Heidi Klum durch die dicken Make-up-Schichten, die in die Falten gespachtelt wurden, gar nicht mehr möglich, zu singen. Selbst das Sprechen und Lächeln fielen ihr schwer. Die Halbsätze verloren sich in Nichtigkeiten und die eigentlichen Moderationen übernahm die männliche Stimme aus dem Off. Immerhin gelang der GNTM-Model-Mama noch das Kreischen, das sie vor und nach jeder Moderation erklingen ließ.

Auffällig war auch, dass niemand besser aussehen durfte, als Heidi Klum. Die Finalistinnen wurden in unsägliche Kostüme gesteckt, die Best-Ager-Models bekamen ein Make-up, das sie alt aussehen ließ, und selbst die Naturschönheit Luca (20) sah sich selbst nicht mehr ähnlich. Einzig Gewinnerin Lou-Anne (18), deren Gesicht sich schon während der Staffel als enorm vielseitig erwies, konnten die Make-up-Artisten nichts anhaben.




Keine Profis am Werk?

Es wäre wirklich ratsam, wenn Heidi Klum die Sendung von Profis gestalten lassen würde. Hier scheint niemand die Fäden zu ziehen, der große Live-Shows konzipieren kann. Das ist kaum zu glauben, wenn man sich ansieht, wie Joko Winterscheidt (43) und Klaas Heufer-Umlauf (38) den Sender jugendlich frisch wirken lassen. Und auch hier sind hinter den Kulissen doch sicher Producer am Werk, die wissen, was zu tun ist.

Heidi Klum täte gut daran, die Moderation aus den Händen zu geben. Allein GNTM-Kandidatin Sophie (19) tappste unerfahren viel charmanter durch die Sendung als Vollprofi Heidi Klum. Mit Topmodel Lena Gercke (34) oder Top-Moderatorin Rebecca Mir (30) könnten sogar GNTM-Familienmitglieder das Unterhaltungsruder übernehmen.




Neues Konzept für neue GNTM-Hoffnung

Wenn schon niemand aus dem Team Heidi Klum davon überzeugen kann, dass die Finalshow ein neues Konzept braucht, dann sind es vielleicht die Quoten. Während die ersten vier Finalshows noch deutlich über vier Millionen Menschen begeisterten, ist der Abwärtstrend seit 2015 kaum noch aufzuhalten. Mit unter zwei Millionen Zuschauern erreicht Heidi Klum in diesem Jahr einen absoluten Niedrig-Rekord.

Heidi Klum sollte sich an dem Finalabend einfach feiern lassen. Mit GNTM liefert sie dem Sender nach wie vor ein Erfolgsformat, das trotz harter Kritik ehemaliger Kandidatinnen immer neuen Nachwuchs in die Showbranche bringt. Dieses Jahr funktionierte die Staffel sogar ohne, dass die Models sich ständig bekriegen mussten.




„Germany’s Next Topmodel“ in Zahlen

Wer so mutig ist, trotz Gegenwind diverse Models zu casten, sollte auch zu seinen eigenen Unperfektheiten stehen. Heidi Klum darf älter werden und muss die Sendung nicht allein rocken. Wenn sie das in den nächsten Monaten begreift, könnte die nächste GNTM-Staffel sogar bis zum Finale Quotensieger werden.

Die sinkenden Quoten der „Germany’s Next Topmodel“-Finalshows (Quelle: Quotenmeter.de)

2006: 4,13 Mio.
2007: 4,49 Mio.
2008: 4,48 Mio.
2009: 4,61 Mio.
2010: 3,57 Mio.
2011: 4,02 Mio.
2012: 3,36 Mio.
2013: 3,72 Mio.
2014: 3,10 Mio.
2015: 2,30 Mio.
2016: 2,87 Mio.
2017: 2,43 Mio.
2018: 2,64 Mio.
2019: 2,57 Mio.
2020: 2,50 Mio.
2021: 2,97 Mio.
2022: 1,93 Mio.