Höhepunkt-Studie: So selten ist der weibliche Orgasmus

Alexa MoustakaAlexa Moustaka | 25.10.2021, 20:35 Uhr

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Frauen täuschen Orgasmen vor – das ist kein Geheimnis. Im Gegensatz zu Männern bleibt fast die Hälfte der Frauen ohne sexuellen Höhepunkt. Forscher fanden heraus, wie selten der weibliche Orgasmus tatsächlich ist und was helfen kann, künftig häufiger zum Höhepunkt zu kommen.

Unfair, aber wahr: Männer kommen beim Sex deutlich häufiger zum Orgasmus. Das ist zwar nichts Neues, aber eine Studie kann das Mysterium „weiblicher Orgasmus“ nun mit Zahlen belegen.

Laut dem Amorelie Report aus dem Jahr 2020 erleben 65 Prozent der deutschen Männer immer einen Höhepunkt beim Sex. Leider kann die Damenwelt da nicht mithalten: Lediglich 17 Prozent der befragten Frauen erleben einen Orgasmus beim Geschlechtsverkehr.

Männer kommen deutlich häufiger beim Sex zum Orgasmus als Frauen.

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50:50 – Immerhin knapp die Hälfte kommt

47 Prozent der befragten Frauen gaben an, „meistens“ zum Happy End zu kommen. 20 Prozent erlebten „hin und wieder“ einen Orgasmus beim Sex und nur 9 Prozent „selten“. Sie sind zwar in der Minderheit, trotzdem leiden 7 Prozent darunter, „nie“ einen Höhepunkt während des Geschlechtsverkehrs zu erleben.

Auch bei dieser Staffelung sind die Männer den Frauen weit voraus: Nur etwa 1 Prozent der Befragten gaben an, „selten“ oder „nie“ zum Orgasmus zu kommen.

Frauen stehen sich mit ihren Gedanken oft selbst im Weg.

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Deshalb ist der Orgasmus bei Frauen so selten

Frauen sind kopflastig. Sie denken immer und überall über irgendetwas nach. Männer kennen und fürchten die Frage: „Woran denkst du gerade?“. Frauen können sich nicht vorstellen, dass es Männern tatsächlich möglich ist, einen Moment lang wirklich an rein gar nichts zu denken.

Diese omnipräsente weibliche Gedankenflut schließt die Tür zum sexuellen Höhepunkt. Offenbar ist es so, dass Frauen auch beim Sex zu viel nachdenken und sich somit selbst blockieren. Erschwerend kommt hinzu, dass der verbreitete Glaube, beim Sex kommen zu müssen, Druck ausübt. „Wenn sie nicht kommt, war der Sex mies“ – um dem entgegenzuwirken, sind viele Frauen zu sehr mit den Gedanken an einen Orgasmus beschäftigt, dass sie sich nicht fallen lassen, um diesen wirklich erleben können.

Erschwerend kommt hinzu, dass es manchen Frauen anatomisch nicht möglich ist, einen vaginalen Orgasmus zu bekommen. Der Großteil der Frauen muss klitoral stimuliert werden.

Masturbation kann Frauen helfen, herauszufinden was ihnen Lust bereitet.

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Mehr Orgasmen: Tipps von Sex-Coaches

Zunächst ist es wichtig zu wissen, wie man selbst zum Orgasmus kommt. Ist den Frauen das bekannt, sind sie anderen einen wesentlichen Schritt voraus. Den Frauen, die weder ihren Körper richtig kennen noch wissen was sie brauchen, sollten bei sich selbst Hand anlegen und nachspüren was ihnen gefällt. Sex-Coaches raten dazu, dem Partner jene Techniken zu zeigen, die sie zum Orgasmus führt. Kommunikation, nonverbal sowie verbal, ist definitiv der Schlüssel für ein befriedigendes und höhepunktreiches Sexualleben.

Damit der Kopf nicht ständig dazwischenfunkt, können auch Entspannungstechniken helfen. Yoga, Pilates oder Meditation richten den Fokus nach innen und Frau konzentriert sich nur auf sich selbst. Zudem helfen diese Techniken Stress abzubauen und den eigenen Körper deutlicher wahrzunehmen.

Kommunikation ist alles - auch beim Sex.

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Frauen in festen Beziehungen kommen noch seltener zum Höhepunkt

Laut einer US-Studie mit 52.500 Amerikanerinnen kommen 95 Prozent der Männer, aber nur 65 Prozent der Frauen, beim Sex regelmäßig zum Orgasmus. Wie kann das sein? Denn schließlich sollten Paare in festen Beziehungen aufeinander eingestimmt sein. Psychologieprofessorin Laurie Mintz aus Florida erklärte das gegenüber dem TV-Sender NBC wie folgt: „Der Hauptgrund für den Orgasmusunterschied ist das generelle Unwissen über die Klitoris. (…) Stattdessen zeigt man uns diese fabelhaften und rasant schnellen Orgasmen, die allein durch klassischen Geschlechtsverkehr ausgelöst werden.“.

Klitorale Stimulation wird bei einer Vielzahl der Frauen groß geschrieben. Männer sowie die Frauen selbst, sollten das beherzigen und in die Tat umsetzen. Sobald Frauen sich „richtig“ treiben lassen und konkret kommunizieren, was sie brauchen, werden neue Studien hoffentlich zu befriedigenden Ergebnissen kommen. (AM)