05.04.2020 21:50 Uhr

Die Jonas Brothers feiern ihr 15-Jähriges: Unser großes Interview!

imago images / ZUMA Press

In diesem Jahr feiern die Jonas Brothers ihr 15-jähriges Bestehen! Dabei sah es bis vor einem Jahr noch gar nicht danach aus, als wenn es irgendwas zu feiern gäbe. Denn sechs Jahre zuvor hatten die drei Brüder ihre musikalische Verbindung zu Gunsten von Soloprojekten gelöst und gingen sich in der Zeit danach auch sonst aus dem Weg. Aber Blut ist bekanntlich dicker als Wasser.

Mit voller Hit-Breitseite starteten sie 2019 wieder durch, brachten die Singles „Sucker“ und „Cool“ sowie ihr fünftes Album „Happiness Begins“ raus, das mit Funk, Pop und Dance stilistisch recht vielfältig aufgestellt ist. Und auch sonst sind Nick, Joe und Kevin Jonas erwachsen geworden und feiern private Meilensteine. Beim Interview mit klatsch-tratsch.de-Star-Reporterin Katja Schwemmers erzählt das Trio (unmittelbar vor der Corona-Krise) von seiner angespannten Brüder-Beziehung, der gemeinsamen Reise und ihren zwei Hochzeiten.

Die Jonas Brothers feiern ihr 15-Jähriges: Unser großes Interview!

Peggy Sirota

Meine Herren, was ist seit der Reunion alles besser?
Kevin Jonas: So vieles! Aber im Kern ist es wohl, dass unsere Bruder-Beziehung diesmal an einem gesunden Platz ist. Dadurch verändert sich alles andere automatisch zum Besseren. Wir können es wieder genießen, Zeit auf der Bühne zusammen zu verbringen und gemeinsam zu schreiben.

Den Spaß hat man bei Ihrem Billboard-Music-Awards-Auftritt gesehen – dem ersten nach der Wiedervereinigung.
Joe Jonas: Das war eine großartige Art, unsere Geschichte als Band zu erzählen: Angefangen von der Musik von Nicks Soloalbum, über die Musik von meiner Band DNCE bis zu den Jonas Brothers von heute.

Sind DNCE nun Geschichte?
Joe Jonas: Nein, wir legen nur eine Pause ein. Das ist ja das Coole: Wir können unsere individuellen Projekte verfolgen, obwohl wir wieder die Jonas Brothers sind. Es muss nichts dafür weichen. Wir schaffen uns Zeit dafür, alles zu machen.

Hat die Musik, die Sie getrennt von der Band kreiert haben, Einfluss auf den neuen Sound der Jonas Brothers?
Nick Jonas: Das alles ist auf jeden Fall Teil unserer Reise und beeinflusst definitiv, wie wir es diesmal musikalisch wie auch persönlich angehen. Insofern war es richtig, mal vom Weg abzuzweigen, durch die Erfahrungen zu wachsen und so den Jonas Brothers neues Leben einzuhauchen.

Hatten Sie, Nick, zwischenzeitlich ein schlechtes Gewissen, vor sechs Jahren den Bruch der Band beigeführt zu haben?
Nick Jonas: Ganz zu Anfang war es schwierig, denn wir mussten erst mal wieder reinfinden, wie wir als Familienmitglieder zueinander stehen. Die Arbeitsbeziehung hatte das total überschattet. Es hat ein paar Monate gedauert, bis wir uns auf die Art wieder angenähert haben. Aber dann wurde die Beziehung auch rasch besser, geradezu schlagartig.

Also waren Sie nicht der Jonas-Buhmann?
Nick Jonas: Ich selbst konnte mich gar nicht schlecht fühlen für etwas, von dem ich überzeugt war und bin, dass es das Richtige ist. Man muss manchmal solche harten Entscheidungen treffen im Leben und mit den Konsequenzen klar kommen. Aber dankenswerterweise ist unser Motto immer gewesen: „Familie zuerst“. Ich wusste, dass es irgendwann wieder okay sein würde, und wir es schaffen, das alles hinter uns zu lassen. Und schauen Sie, wo wir heute stehen!

Quelle: instagram.com

Wer war denn derjenige, der schließlich gesagt hat: „Lass es uns noch mal versuchen?“
Joe Jonas: Das war Nick! Er suchte das Gespräch mit uns, einzeln wie auch in der Gruppe. In der Dokumentation „Chasing Happiness“ kann man diese Reise der Annährung gut nachvollziehen: Darin sind die vielen Gespräche, die wir als Team, aber besonders auch als Brüder führten, festgehalten. Wir haben uns da echt durchgekämpft.

Nick Jonas: So wie auf dem Foto des Albumcovers ist immer noch unser derzeitiges Gefühl: Wenn wir einander haben, kann kommen, was wolle, wir werden es überstehen.

Sie sollen dafür tatsächlich auf einer langen Reise gewesen sein. Wo waren Sie überall, und wo war die Zeit am Intensivsten?
Kevin Jonas: Wir waren in Kuba, Australien, London, Frankreich, in verschiedenen Bundesstaaten in Amerika – mitunter durch Zufall, aber auch für die Dokumentation. Die zwang uns auf jeden Fall dazu, wirklich Zeit miteinander zu verbringen.

Die Jonas Brothers feiern ihr 15-Jähriges: Unser großes Interview!

Peggy Sirota

Nick Jonas: In Kuba war es wirklich toll! Wir haben viele Zigarren geraucht, besuchten all die historischen Plätze und hörten uns die großartige Musik der Locals dort an. Wir trafen einige unglaubliche Jazz-Musiker und sprachen mit ihnen über Musik und das Leben. Diese Eindrücke nahmen wir mit ins Studio, als es darum ging, Songs für unsere Platte zu schreiben. Wir haben uns wieder neu verliebt in die Musik.

Wer freut sich eigentlich am meisten, dass es die Jonas Brothers wieder gibt?
Joe Jonas: Definitiv unsere Mutter. Die war begeistert. Auch unser Vater war außer sich vor Freude. Aber ihr Vorsprung ist nur knapp, denn da sind ja auch noch unsere Fans.

Und wie sieht’s mit den Kollegen aus dem Showbiz aus?
Nick Jonas: Da ist viel Liebe. Das ist auch deshalb toll, weil wir in den ersten Jahren nicht das Gefühl hatten, dass unsere Kollegen uns großartig mitspielen ließen oder wir für sie dazugehörten. Mittlerweile scheint das anders zu sein. Und wenn wir zurück zur besagten Billboard-Performance gehen: Der Raum war voller Künstler. Alle standen auf während unseres Auftritts. Das war uns noch nie passiert in der Vergangenheit. Das ist eine Seltenheit. Wir waren sehr bewegt über so viel Wärme und Zuspruch.

„Only Human“ singen Sie auf der Platte. Was bedeutet das?
Nick Jonas: Ich glaube, es bedeutet für uns jeden etwas anderes. Für mich steht der Track dafür, dass wir uns manchmal grundlegende Gefühle und Wünsche versagen. Das rangiert von dem Wunsch zu tanzen, was die Hauptbotschaft des Songs ist, oder Risiken für die Liebe einzugehen. Diese menschlichen Erfahrungen sind aber die großartige Palette des Lebens, deshalb sollte sie jeder auskosten. Man sollte sich das also nicht verwehren und Mut haben.

Kevin Jonas: Das Thema Liebe dominiert die Platte. Ich fühle mich besonders verbunden mit den Songs „Love Her“ und „I Believe“.

Joe Jonas: „Comeback“ ist mein persönlicher Favorit.

Sie haben mit Erfolgsproduzent und One-Republic-Sänger Ryan Tedder zusammengearbeitet.
Nick Jonas: Nicht nur mit ihm. Greg Kursten war auch dabei – er ist einer unserer Lieblingsproduzenten und –Songschreiber. Und Max Martin. Aber mit Ryan haben wir uns sehr früh verknüpft, um einen Sound zu finden. Ryan wurde auf gewisse Weise zum vierten Jonas-Bruder. Der erste Song, der daraus entstand, war die Single „Sucker“. Sie bringt Joes Sound von DNCE und den Sound meiner Solosachen perfekt zusammen – den Rest erledigte die Jonas-Brothers-Magie!

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Apropos: Was ist mit Ihrem vierten Bruder Frankie? Der ist mit seinen 19 Jahren ja mittlerweile in einem Alter, wo er auch bei Ihnen mitmachen könnte!
Kevin Jonas: Er hat seinen eigenen Weg eingeschlagen. Er arbeitet im Studio in Los Angeles selber an Musik. Er hat seinen Abschluss im Ingenieurwesen gemacht. Wir sind gespannt, was er aus seinem Leben machen wird.

Nick Jonas: Ein Quartett der Jonas-Brothers ist ausgeschlossen! Frankie ist glücklich so. Nicht zuletzt, weil so viele Jahre zwischen uns liegen, war er, als er noch jünger war, gezwungen, seinen eigenen Weg zu finden. Das hat er geschafft, und wir sind stolz auf ihn.

Nick, in Amerika gelten Sie als Sexsymbol. Wie gehen Sie damit um?
Nick Jonas: Das lässt mich nicht anders fühlen. Sexappeal ist nichts Universelles, es ist eine sehr persönliche Empfindung. Jeder hat einen anderen Geschmack und bevorzugt andere Dinge. Vielleicht denken einige Leute so über mich – und das ist natürlich schmeichelnd. Aber es macht nichts in meinem Kopf. Denn es gibt genügend Leute, für die ich kein Sexsymbol bin.

Die Jonas Brothers feiern ihr 15-Jähriges: Unser großes Interview!

Peggy Sirota

Sie sind sehr offen, was Ihre Beziehungen zu Ihren Frauen betrifft. Ist da diesmal eine andere Freiheit, weil Sie nun nicht mehr die Teenager-Idol-Rolle erfüllen müssen?
Kevin Jonas: Ja. Wir fühlen keinen Druck mehr, eine andere Version zu sein als wir selbst. Und das macht umso mehr Spaß. Aber es sagt auch viel über unsere Fans aus. Sie sind mit uns erwachsen geworden. Sie waren auf ihrer eigenen Reise in der Zwischenzweit. Es ist schön zu sehen, dass da noch immer viele Fans sind von damals – aber auch viele, die neu dazugekommen sind.

Es gab zwei Hochzeiten bei den Jonas Brothers im vergangenen Jahr: Nick, Sie heirateten den Bollywood-Star Priyanka Chopra. Joe, Sie ehelichten die britische „Game Of Thrones“-Schauspielerin Sophie Turner in Las Vegas. Welche Feier war denn intensiver?
Nick Jonas: Das kann man nicht vergleichen. Meine indische Hochzeit erstreckte sich ja über mehrere Tage. Ich war einfach begeistert, ein solch großartiges Fest mit Familie und Freunden und natürlich mit meiner Lebenspartnerin an meiner Seite erleben zu dürfen. Es waren wunderschöne Tage. Und auch eine gute Art, in das nächste Kapitel der Jonas Brothers überzugehen. Als Einheit und Team.

Joe Jonas: Hauptsache ist doch, man hat den richtigen Partner an der Seite.

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Sie wurden kirchlich erzogen und haben früher durch das Tragen von Keuschheits-Ringen an den Fingern von sich Reden gemacht. Untreue ist da wohl nicht zu erwarten?
Joe Jonas: Die Ringe haben wir schon lange abgelegt. Aber klar, wir nehmen ein Ehe-Gelübde schon sehr ernst. Sonst braucht man eine Ehe ja gar nicht erst einzugehen. Bei unseren Eltern hat es ja auch gut geklappt.

Ist da deshalb so viel Liebe in der Musik?
Nick Jonas: Die Lieder sind inspiriert davon! „Happiness Begins“ bringt auf den Punkt, wo wir gerade stehen in unseren Leben. Die Dokumentation behandelt die Reise, um dort hinzukommen. Wir sind echt dankbar, dass wir das alles auf Kamera haben. Denn das hier sind vermutlich die wichtigsten Jahre unseres Lebens – aus unterschiedlichsten Gründen! Dieses Gefühl in die Musik miteinfließen zu lassen, kreiert dann automatisch etwas, was ganz nah an dir dran ist.

Kevin Jonas: Und hoffentlich inspirieren wir andere Menschen dazu, aufzuwachen, mit einem Lächeln auf den Lippen in den Tag zu gehen und ein bisschen mehr Glückseligkeit in ihrem Alltag zu haben. Denn wir leben in einer Zeit, wo so viel Negativität überall um uns herum ist. Wenn wir ein bisschen Spaß in die Leben der Menschen bringen, haben wir unseren Job getan.

Wie stehen Sie eigentlich zu den deutschen Brüdern von Tokio Hotel?
Nick Jonas: Wir sind Fans ihrer Musik! Das erste Mal, dass wir sie trafen, war vor neun Jahren in New York. Und dann letztes Jahr noch mal bei unserem Auftritt von Germany’s Next Topmodel. Das sind coole Jungs! Und apropos: Viel Glück für Heidi und Tom.

Was wissen Sie über Deutschland?
Joe Jonas: Deutschland war das erste europäische Land, das wir damals besuchten. Wir waren später mit Avril Lavigne auf Tour, aber auch alleine. Und ich bin mit DNCE mehrmals in Deutschland gewesen.

Nick Jonas: Wir waren beim ersten Aufschlag der Jonas Brothers nicht so oft in Deutschland, wie wir es uns gewünscht hätten. Unsere Musik tendiert heutzutage aber eher in Richtung der europäischen Kultur und Sounds. Die aktuelle Platte fühlt sich sehr global an. Ich denke also, das wird sich nun ändern, und wir werden öfter nach Deutschland kommen.

Sprechen Sie Deutsch?
Joe Jonas: Guten Morgen. Außerdem können wir ein Bier ordern. Aber das war’s auch schon.

Sie haben mal vor Paul McCartney im Weißen Haus in Washington performt. Was für eine Erfahrung war das?
Kevin Jonas: Unglaublich. Wir durften für ihn den Beatles-Song „Drive My Car“ singen und ihn damit ehren. Das war die aufregendste und nervenaufreibendste Sache unseres Musikerlebens! Erst konnten wir es nicht abwarten, es zu tun, dann waren wir auf gewisse Weise froh, als es vorbei war, weil wir so nervös waren. Wir hatten eine großartige Zeit. Als Belohnung sahen wir ihn vor knapp 60 Anwesenden den Song „Blackbird“ akustisch darbieten. Das war ein magischer Moment.

Nick Jonas: Und wir konnten uns noch eine Weile mit ihm unterhalten. Er ist ein liebenswerter Mann. Das Tollste war, wie locker er über seine Erfahrungen mit den Beatles mit uns plauderte. Vielleicht verhält er sich nicht gegenüber allen Leuten so, vielleicht war er besonders zuvorkommend, weil wir auch in einer Band sind. Es war jedenfalls ziemlich faszinierend, jemanden zu zuzuhören, der genauso erstaunt darüber war, in der großartigsten Band aller Zeiten gewesen zu sein.

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