Keine neuen Songs: Kehrt Nationalheldin Rihanna dem Musik-Biz den Rücken?

Redaktion KuTRedaktion KuT | 29.12.2021, 11:38 Uhr

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Die R&B-Sängerin Rihanna ist mittlerweile offiziell die reichste Musikerin des 21. Jahrhunderts. Kürzlich erst wurde ihr eine weitere Ehre zuteil: Sie wurde von ihrem Heimatland Barbados zur Nationalheldin erklärt. Doch in den letzten Jahren hat sie kaum noch Songs herausgebracht und sich vermehrt in anderen Bereichen betätigt.

Rihanna (33) ist nicht nur offizielle Nationalheldin von Barbados, sondern mittlerweile auch Milliardärin. Ihr Vermögen speist sich aber unlängst weniger aus der Musikkarriere als aus ihrer Tätigkeit als Unternehmerin mit eigener Kosmetiklinie und dem Modelabel Fenty. Da fragen sich die Fans schon, wo das neunte Album bleibt – und ob es denn noch kommt.

Barbados erklärt Rihanna zur Nationalheldin

Man kann wohl mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die meisten Deutschen Rihannas Heimatland Barbados nicht auf einer Weltkarte oder einem Globus finden würden. Und besonders viel über Geschichte und Kultur des Landes sagen könnten sie wohl ebensowenig.

Erst sei 2020 ist der Inselstaat ganz offiziell eine eigenständige Republik. Die neue Staatspräsidentin, die Queen Elizabeth II. (95) als Staatsoberhaupt ablöst, heißt Sandra Mason (72), Premierministerin Mia Amor Mottley (56). Die erklärte die wohl berühmteste Tochter des Landes, Rihanna, im Rahmen der Zeremonie, bei der Barbados offiziell die Republik proklamierte, zur Nationalheldin. „Mögest du funkeln wie ein Diamant und unserer Nation mit deiner Arbeit und deinen Handlungen Ehre erweisen“, so Mottley zu Rihanna.

Der letzte Nationalheld wurde vor 20 Jahre gekürt und war weniger medienträchtig: Es handelte sich um Garfield St. Aubrun Sobers, einen Kricketspieler. Doch als was würde man eigentlich Rihanna bezeichnen? Der Megastar hat es ursprünglich als Musikerin mit zahlreichen Alben und Hitsingles zu Weltruhm gebracht, doch mittlerweile ist Rihanna vor allem als Unternehmerin aktiv. 

Rihanna: Die neue Queen von Barbados.

Warten auf Album Nummer 9

Rihanna hatte mal einen schier unglaublichen musikalischen Output, denn im Großen und Ganzen kam jährlich ein neues Album: 2005 „Music of the Sun“, 2006 „A Girl like Me“, 2007 „Good Girl Gone Bad“, 2009 „Rated R“, 2010 „Loud“, 2011 „Talk That Talk“ und 2012 „Unapologetic“. Sieben Alben in acht Jahren. Dann 2016 „Anti“, ihr achtes Album. Seither kam jedoch nichts mehr.

Gleichzeitig ist Rihanna mit einer eigenen Kosmetiklinie namens Fenty Beauty (Fenty ist Rihannas bürgerlicher Nachname), der Lingerie-Linie Savage X Fenty und anderen Modelabels, die den Namen Fenty tragen, als Unternehmerin sehr erfolgreich. Auch ihre Schauspielkarriere baut sie aus. Nun fühlen sich Rihannas Fans aber langsam wie die von George R. R. Martin, der auch seit zehn Jahren Band 6 seiner Romanreihe „Das Lied von Eis und Feuer“ hinauszögert und währenddessen alles mögliche andere tut.

Rihanna lässt Fans ihrer Musik seit Jahren darben

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Nichts als Ankündigungen

Können wir noch auf ein neuntes Album hoffen oder wendet sich Rihanna gar ganz von der Musik ab? Noch im Oktober 2019 gab Rihanna der „Vogue“ ein Interview. Hier verriet sie: „Reggae hat sich für mich schon immer richtig angefühlt, es ist in meinem Blut.“ Nach R&B, Pop und Hip-Hop nun also Reggae? Auch Snippets aus dem Tonstudio postete sie auf Twitter, um den fans den Mund wässrig zu machen.

Die letzten zwei Jahre wurde es dann aber wieder still um die Album-Pläne. Rihanna kündigte Nr. 9 zwischenzeitlich zwar für 2021 an, doch das Jahr ist so gut wie vorbei…

Rihanna macht aus Album Nummer 9 einen einzigen, großen Teaser

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Die Erfolgsgeschichte Rihanna

Was ist der Grund für Rihannas Abstinenz vom Musik-Biz? Der ausbleibende Erfolg sicher nicht, denn auch wenn „Umbrella“ ihr Hit für die Geschichtsbücher ist, waren ihre letzten Alben allesamt Chartstürmer.

Über eine Viertelmilliarde Tonträger hat sie verkauft und stolze neun Grammys erhalten. Rihannas Vermögen wird auf 1,7 Milliarden US-Dollar geschätzt, damit ist sie die reichste Musikerin der Welt.

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Eine erstaunliche Musikkarriere

Von Entdecker Jay-Z gefördert, verkaufte sich schon ihre erste Single „Pon de Replay“ fast vier Millionen Mal. Mit „Umbrella“ von 2007 schuf Rihanna einen Pop-Klassiker, den auch heute noch die Spatzen von den Dächern pfeifen. Der Song stand in den USA, UK, Deutschland, Österreich und der Schweiz wochenlang auf Platz 1 der Charts, verkaufte sich fast zwölf Millionen Mal.

Kaum zu glauben, aber in reinen Single-Verkaufszahlen steht „Work“ von 2016 sogar noch vor „Umbrella“, denn die Single ging mehr als zwölf Millionen Mal über die (virtuellen) Ladentheken. Allerdings war daran auch Goldjunge Drake beteiligt, der so ziemlich alles, was er anpackt, zu einem Mega-Erfolg macht…

Bis auf ihr Debüt von 2005 heimsten sämtliche Rihanna-Alben Mehrfach-Platin ein. Wobei ausgerechnet „Rated R“, das Album, in dem sie ihre toxische Beziehung mit Chris Brown (32) musikalisch verarbeitet, das Album ist, das sich abgesehen von „Music of the Sun“ am wenigsten verkaufte.

Aber nun herrscht Pause. Kreative Pause? Das ist wohl Ansichtssache.

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Auf anderen Hochzeiten tanzen

Während die Fans ihrer Musik noch immer ein neuntes Album erwarten, ist Rihanna durchaus kreativ aktiv. Sie entwirft Mode.

Die Fashionshows für Savage X Fenty, ein Unterwäschelabel, werden von Amazon Prime Video übertragen. Mit ihrer Mode und der Kosmetiklinie kann Rihanna längst gewaltige Erfolge feiern. Ihr Duft „Fenty Parfume“ war schon wenige Stunden nach Marktgang ausverkauft.

Bei Rihanna wirkt all das spielend einfach. Kein Wunder, schließlich ist sie selbst ihr wichtigster Werbeträger. Sie galt stets als ebenso modisch trittsicher wie risikofreudig, als regelrechte Style-Ikone. In eleganten und wenig pompösen Kleidern wandelte sie über die roten Teppiche.

Ihr stilsicheres Auftreten ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass Rihanna gerne tief blicken lässt – ihr Hang zur Nacktheit ist berühmt-berüchtigt. In ihren Modestunts kombiniert sie schon mal einen BH von Bottega Veneta als „Blickfang“ mit einer Reißverschluss-Jacke mit von Telfar, mehreren Lagen übergroßer Goldketten und einer Handtasche von Louis Vuitton.

Auch im Regenparka für 1.700 Dollar mit Batik-Jogginghosen und Birkenstock wurde sie schon gesichtet. So etwas kann wohl nur Rihanna.

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Schauspielerische Ambitionen

Auch als Schauspielerin ist Rihanna mittlerweile aktiv. Brachte ihre erste Rolle in einem Blockbuster ihr noch eine Goldene Himbeere ein – die der Petty Officer Raines in „Battelship“ –, konnte sie bald durchaus ansehnliche Rollen an Land ziehen. Neben vielen anderen Berühmtheiten hatte sie ein Cameo in der Weltuntergangskomödie „Das ist das Ende“. 2017 kam dann der schauspielerische Durchbruch: In Luc Bessons (62) Science-Fiction-Feuerwerk „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ verkörperte Rihanna die Primärgestalt der außerirdischen Formwandlerin Bubble.

Auch ihr Casting in der fünften Staffel von „Bates Motel“ sorgte für Aufsehen, obwohl sie nur in zwei Folgen dabei war. In der Serie, die als zeitgemäßes Prequel zu Alfred Hitchcocks  „Psycho“ angelegt ist, trat sie in große Fußstapfen. Sie spielte die Rolle der Marion Crane, die 1960 von Janet Leigh (†) und im Remake von 1998 von Anne Heche (52) verkörpert wurde. Die Gelegenheit für Rihanna, ihre schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

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Erwartungsgemäß sorgte die Besetzung einer Rolle, die zuvor von zwei Blondinen gespielt worden war, durch eine Schwarze für Diskussionsstoff, was dem Erfolg der Serie aber wohl eher zugute gekommen sein dürfte. Von da an war es an der Zeit für Rihanna Hauptrollen in Angriff zu nehmen. Zunächst spielte sie 2018 in der weiblichen Version von „Ocean’s Eleven“ „Ocean’s 8“, eine der Gaunerinnen. Dann vereinte sie mit Hiro Murais „Guava Island“ ihre beiden künstlerischen Standbeine, denn es handelt sich bei „Guava Island“ um einen Musikfilm.