26.01.2020 19:45 Uhr

Randolph Rose: Der Mann hinter Ramons Youtube-Hit „100 Jahre“

Foto: Starpress/AEDT

Ramon Kaselowsky sorgte zum Start der neuen Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ Anfang 2020 für richtig gute Laune, als er die Jury mit einem bis dahin relativ unbekannten Schlager überraschte. „Hundert Jahre sind noch zu kurz“ ist ein sommerlich-klingender Hit, der 2008 entstanden ist, und so klingt, als käme er aus der Blütezeit des Schlägers, den Siebzigern. Doch wer hatte die Idee zu dem Originalsong?

Innerhalb von drei Wochen sammelte der DSDS-Kandidat Ramon Kaselowsky (26) mit seiner Audition schon über 660.000 Klicks auf YouTube, was für deutsche Verhältnisse sensationell ist. „Diesem Typ könnte ich stundenlang zuhören“, schreibt eine Nutzerin. „Ramon ist richtig gut, nicht arrogant und es ist „cool „die ganz alten Schlager zu singen.“ heißt es von einem anderen User. Doch so alt ist der Hit nicht.

Randolph Rose: Der Mann hinter Ramons Youtube-Hit "100 Jahre"

Ramon Kaselowsky. Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius

Wir haben mit Randolph Rose, dem eigentlichen Sänger von „Hundert Jahre sind noch zu kurz“, über die Songperle geplaudert.

Randolph Rose ist schon seit dem Siebzigern musikalisch unterwegs und feierte mit Songs wie „Nur ein Flirt“ oder „Silvermoon Baby“ Erfolge. Der 65-Jährige plauderte mit klatsch-tratsch.de über sein Leben, seine Cousine Marianne Rosenberg und seine Reaktion auf den DSDS-Auftritt seines Fans.

Wie hast du von Ramon’s Auftritt erfahren?
Zu dem Zeitpunkt war ich mit meiner Frau unterwegs in der Stadt und auf einmal fängt mein Handy an zu rappeln, fast zu explodieren: “Randolph! Sofort DSDS gucken! Da singt einer deinen Song”. Später habe ich es dann auf YouTube angeschaut.. Und dann guckte ich meine Frau an und sag: “Gisela, ich glaube das gerade nicht. Ist das irgendwie versteckte Kamera oder so?” Also es war schon seltsam. Was für ein mutiger, junger Mann! Sich mit einem Song bei DSDS vorzustellen, der nicht so bekannt ist. Und dann hab ich ihn natürlich auch kontaktiert.

Wie kam es denn jetzt dazu, dass Ramon das singt?
Als ich 2008 den Song “Hundert Jahre” aufnahm, wurde ich eingeladen auf einer Hochzeit vor ungefähr 350 Leuten zu singen. Das ist ein Lied, was ich für meine Frau gemacht habe. Das hat der Klaus auch extra für uns beide geschrieben. An dem Abend habe ich es natürlich dem Brautpaar gewidmet und sozusagen geschenkt. Das hatte zur Folge, dass ich mit dem Song in den nächsten zwei-drei Jahren ungefähr 27 Mal auf Hochzeiten aufgetreten bin. Das Lied wurde zu einem richtigen Hochzeits-Song.

Warum hast du das im Jahre 2008 noch aufgenommen, wobei der Sound eher aus den 70ern sein könnte?
Ganz einfach: Weil ich Bock hatte das zu machen. Ich wurde gefragt: “Wie stellst du dir das vor? Was für eine Richtung? Was für ein Sound?” Ich sagte: Am liebsten wäre mir ein schöner siebziger Jahre Sound, denn damals habe ich mich immer geärgert , dass meine Cousine das machen konnte und ich nicht.“

Randolph Rose: Der Mann hinter Ramons Youtube-Hit "100 Jahre"

Randolph Rose in unserer Redaktion. Foto: klatsch-tratsch.de

Marianne Rosenberg ist deine Cousine. Hätte sie dir nicht helfen können?
Ach was heißt helfen? Sie hatte ihren Produzenten, Achim Haider, und das hätte keinen Sinn gemacht, weil sie damals zuerst da war und ich jetzt auch nicht als Nachahmer gelten wollte. Ich hab dann akzeptiert, dass das mein Weg ist. Alles schön. Ich finde es total geil und ich hab mich damals so unheimlich für sie erfreut, dass sie das so hingekriegt hat. Insgeheim habe ich sie so ein ganz kleines bisschen beneidet, obwohl wir zusammen aufgewachsen sind. Ich habe sie sehr lieb.

Wie genau sind die Familienverhältnisse zwischen Marianne Rosenberg und dir?
Es ist keine Blutsverwandtschaft, die uns verbindet, sondern es ist eine angeheiratete Verwandtschaft. Einer meiner Onkel und ihre Tante waren verheiratet, aber bei uns Sinti ist das natürlich so: Verwandt ist verwandt. Punkt. Wir waren am Wochenende immer gemeinsam mit der ganzen Sippe in so einen kleinen Schrebergarten in Britz. Dort haben wir dann gegrillt und Musik gemacht. Marianne war natürlich ein Teil davon, genauso wie ich. Wir sind als Kinder in der Gegend schon rumgetobt und dann haben wir fast zeitgleich angefangen, Musik zu machen. Sie war noch ein Jahr eher am Start als ich. Ich war das erste Mal in der ZDF-Hitparade am 23. Januar 1971 mit “Silvermoon Baby”. Sie war schon das Jahr davor, weil ich noch ein paar Fernsehsachen zu drehen hatte.

Anfangs war ich ja als Schauspieler in Kinderserien wie „Tommy Tulpe“ und „Tanzcafé“ tätig. Damals kam Peter Meisel von Hansa Musik auf mich zu und sagte: “Wir haben dich in einer Serie gesehen und haben einen Song aus Amerika mitgebracht. Wir glauben der passt ganz gut zu dir. Könntest du dir vorstellen Schlager zu singen?”. Eigentlich komme ich aus dem Jazz und dem Soul. 1969 mit gerade mal 14 Jahren habe ich Sammy Davis Jr. kennengelernt bei seinem Auftritt in der Deutschlandhalle in Berlin und aus diesem Treffen ist eine Freundschaft geworden, die bis zu seinem Tod gehalten hat. Sammy war sozusagen die Initialzündung für mich. Durch ihn habe ich gemerkt: “Hier, das will ich auch!”.

Randolph Rose hat im Anschluss an den DSDS-Erfolg seine Single „Hundert Jahre sind noch zu kurz“ im Studio neu aufgenommen. Seit dem 17. Januar ist das Original nun auch erhältlich. Ein Album mit alten und neuen Songs soll Anfang Februar erscheinen.

 

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