Felix Lobrecht: Sein Bestseller „Sonne und Beton“ kommt ins Kino

Felix Lobrecht bei einer TV-Aufzeichnung
Felix Lobrecht bei einer TV-Aufzeichnung

IMAGO / Future Image

21.06.2021 14:18 Uhr

Ritterschlag für Felix Lobrecht: 2018 veröffentlicht der Comedian sein Buch „Sonne und Beton“, das sofort auf der Bestsellerliste landet. Nun soll der Roman verfilmt und auf die Kinoleinwand gebracht werden.

Felix Lobrecht (32) ist Deutschlands beliebtester Stand-Up-Comedian und Podcaster. Doch der gebürtige Berliner kann viel mehr. Schreiben zum Beispiel. Dass das zu seinen großen Stärken zählt, hat er in der Vergangenheit bereits zweimal unter Beweis gestellt. 2015 veröffentlicht er zusammen mit Malte Rosskopf das Buch „10 Minuten? Dit sind ja 20 Mark!: Zeit ist Geld und wir haben’s eilig“. Knapp drei Jahre später, 2018, folgt dann sein erster eigener Roman: „Sonne und Beton“. Das Taschenbuch, das er zusammen mit dem Ullstein Verlag herausbringt, wird ein voller Erfolg. Kein Wunder also, dass es jetzt verfilmt wird.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von …the movie! (@sonneundbeton)

Zwischen Hochhausschluchten und Kriminalität

Wer ein Buch voller Witz erwartet, der irrt sich. In seinem Debütroman erzählt Felix Lobrecht vom Leben in Berlin Neukölln Anfang der 2000er. Er beschreibt den Alltag von den vier Jugendlichen Lukas, Gino, Julius und Sanchez, die in der Gropiusstadt zwischen Häuserblocks und Abgründen aufwachsen und deren Tage von Gewalt, Alkohol und Drogen geprägt sind. Ein heißer Sommer und Langeweile führen schließlich dazu, dass die vier Jungs mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Felix Lobrecht (@felix_lobrecht)

Ist „Sonne und Beton“ die Biografie von Felix Lobrecht?

Das Buch weist jede Menge Parallelen zu Felix Lobrechts eigenem Leben auf. Genau wie Hauptdarsteller Lukas ist der Comedian ohne Mutter in der Berliner Gropiusstadt aufgewachsen. Von der Erfahrung, der einzige Deutsche in der Schulklasse und Nachbarschaft zu sein, kann er ebenfalls ein Lied singen. Im Buch erzählt er davon, wie die vier Freunde in ihre Schule einbrechen und dort Computer klauen, um sich endlich mal wieder neue Klamotten leisten zu können. Einen solchen Fall hat es tatsächlich an der Berliner Clay-Oberschule, an der Felix Lobrecht seinen Realschulabschluss machte, gegeben. Ob er wirklich daran beteiligt war oder sich einfach nur inspirieren lassen hat, ist unklar. Mit genau dieses Parallelen, seinen schnörkellosen Formulierungen und den in Jugendsprache gehaltenen Dialoge gelingt es Felix, die soziale Realität der Neuköllner Straßen originalgetreu darzustellen. Hochdeutsch findet der Leser auf den 224 Seiten selten. Der typische Neuköllner Jugendslang verleiht dem Roman jede Menge Authentizität und Felix Lobrecht weiß, wovon er da spricht, schließlich hat er selbst eine echte Berliner Schnauze.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Felix Lobrecht (@felix_lobrecht)

Felix Lobrecht räumt mit rassistischen Vorurteilen auf

Felix Lobrecht bedient in seinem Roman keine Klischees. So ist der kriminellste Protagonist in „Sonne und Beton“ ein Deutscher. Damit spielt Felix auf die strukturelle Benachteiligung an, die in seinem Heimatkiez auch heute noch immer herrscht. „Wenn dieselbe Geschichte in einer Plattenbausiedlung in Chemnitz spielen würde, wären alle Kriminellen Deutsche. In Neukölln – da gibt es Statistiken drüber – sind nun mal die meisten Kriminellen türkische oder arabische Jugendliche. Aber sie sind es nicht, weil türkische oder arabische Jugendliche per se kriminell sind, sondern weil sie strukturell benachteiligt sind“, erklärt der Comedian in einem Interview. Der Figur Sanchez, ein Kubaner, der aus dem im Osten gelegenen Stadtteil Hellersdorf nach Neukölln zieht, verleiht er einen typischen Berliner Dialekt. Womöglich, um auch hier mit rassistischen Vorurteilen zu brechen.

Felix Lobrecht bei der Verleihung der 1LIVE Krone

IMAGO / Eventpress

So reagieren die Fans auf „Sonne und Beton“

„Sonne und Beton“ stößt auf jede Menge positives Feedback, landet sogar auf der Bestsellerliste. An Berliner Schulen gehört das Buch inzwischen fast zum Lehrplan. Im Podcast „Gemischtes Hack“, den Felix zusammen mit Tommi Schmitt hostet, erzählt er, dass er oft Nachrichten von Lehrern und Lehrerinnen bekommt, die das Buch mit ihren Schülern im Unterricht lesen. Auch Felix selbst ist mit dem Buch an deutschen Schulen auf Lesetour gegangen. 2019 veröffentlicht er das Hörbuch zum Roman, das er selbst eingesprochen hat. Ein weiterer Erfolg auf seiner Karriereleiter. Ob nach zwei Büchern nun Schluss ist? Eher nicht! Auf Instagram und auch in seinem Podcast gibt Felix bereits fleißig Hinweise darauf, dass er bereits an einem neuen Buch arbeitet. Ob es sich dabei wieder um einen Coming-Of-Age Roman handelt, hat der Comedian bisher noch nicht verraten.

Felix Lobrecht: Darum wird er für "Hype" auf Netflix so gehypt

imago images / Future Image

Felix Lobrecht bringt „Sonne und Beton“ auf die Kinoleinwand

Aktuell dürfte Felix‘ Fokus allerdings auf einem anderen Projekt liegen. Gemeinsam mit Constantin Film und dem Regisseur David Wnendt bringt der Comedian seinen Bestsellerroman „Sonne und Beton“ in die Kinos. Dabei hat es Felix sich natürlich nicht nehmen lassen, auch selbst beim Drehbuch mitzuschreiben. Die Fans müssen sich allerdings noch ein wenig gedulden, denn aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Dreharbeiten unterbrochen werden. Wann der Film in die deutschen Kinos kommen soll, ist bislang nicht bekannt. Im Juni 2021 kündigte Felix Lobrecht allerdings in seinem Podcast „Gemischtes Hack“ an, dass der Cast steht – und die Dreharbeiten bald beginnen werden.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von …the movie! (@sonneundbeton)

Ein Casting der besonderen Art

Um die Authentizität die das Buch vermittelt, auch im Film widerzuspiegeln, setzt die Produktion auf unbekannte Gesichter. Statt etablierter Schauspieler sollen die Hauptrollen von absoluten Newcomern übernommen werden. Bei einem Casting in den Berliner Gropius Passagen, die auch ein Dreh und Angelpunkt der Handlung des Buches sind, konnten sich Jungs im Alter zwischen 14 und 17 Jahren für die vier Hauptrollen in „Sonne und Beton“ bewerben. Die Filmemacher erhofften sich dadurch unverbrauchte Darsteller zu finden, die den Neuköllner Slang im Blut haben haben und ganz genau wissen, wie man sich auf Berliner Straßen gibt. Auf Instagram können Fans dem Produktionsteam sogar Hotspots und versteckte Plätze der Gropiusstadt empfehlen, die im Film unbedingt zu sehen sein sollten.