René Casselly: Ist der „Let’s Dance“-Favorit wirklich ein Tierquäler?

Sophia VölkelSophia Völkel | 13.05.2022, 18:45 Uhr
René Casselly als Kandidat bei "Ninja Warrior"
René Casselly und seiner Familie wird Tierquälerei vorgeworfen

Foto: RTL / Markus Hertrich

"Let's Dance"-Kandidat René Casselly ist inzwischen bekannt für sein außergewöhnliches Tanz-Talent und seine Kraft und Stärke, die er bei "Ninja Warrior" unter Beweis stellt - doch ein heftige Anschuldigung überschattet jetzt seinen Erfolg.

Das Finale von „Let’s Dance“ rückt langsam näher und besonders einer gilt als heißer Favorit auf den Sieg: René Casselly. Doch gerade zu diesem scheinbar ungünstigsten Zeitpunkt tauchen mal wieder böse Gerüchte über den Zirkus-Artisten und „Ninja Warrior“-Halbfinalisten auf.

Die Zirkus-Familie Casselly ist bekannt dafür, in den vergangenen Jahren noch immer echte Tiere in den Shows vorgeführt zu haben. Inzwischen richten sich die meisten Zirkusse nach dem Verbot, keine exotischen Tiere mehr zu halten. Stattdessen eröffneten René und seine Familie 2021 den“Kimba-Tierpark“ im im ungarischen Töltéstavá.

Tierschutzorganisationen sind alarmiert

Dort beherbergen sie Ponys, Esel, Giraffen und auch Elefanten. Zu den stattlichen, großen Tieren hat René Casselly (ein Cousin von Schlagerstar Ramon Roselly, beide heißen eigentlich Kaselowsky) eine ganz besondere Verbindung. Ganz sicher liebt er die Tiere, nennt sich deshalb auch stolz „Elephantboy“.

Sie würden ihm Kraft geben, auch vor seinen Auftritten in der RTL-Tanzshow.

„Let’s Dance“: Mädchenschwarm René Casselly ist der Cousin von Ramon Roselly

Doch eben diese Liebe zu den, ohnehin schon weltweit gefährdeten Tieren, wird nun in Frage gestellt. Vorwürfe der Tierquälerei stehen im Raum, ausgelöst durch Recherchen verschiedener Tierschutzorganisationen wie PETA und ProWildLife. Besonders letztere prangern die Cassellys wegen schlimmer Taten an Elefanten an.

Aufmerksam wurden die Behörden, als Pro Wildlife und andere Tierschutzorganisationen die seltsamen Geschehnisse in dem 12 Hektar umfassenden Tierpark öffentlich machten. Speziell geht es um zwei Zirkuselefanten, Mambo und Betty, die offenbar auf mysteriöse Weise starben. Das Merkwürdige: die Casselly-Familie habe den Tod der beiden Tiere angeblich nicht gemeldet, soll sie stattdessen illegal verscharrt haben.

So grausam sollen die Elefanten gestorben sein

Ein Verdacht steht im Raum: Laut Informationen der ungarischen Tierschutzbehörde Nébih könnten Mambo und Betty qualvoll erstickt sein. Angeblich seien insgesamt fünf Elefanten über Nacht in einem Transporter geblieben, nur drei von ihnen waren am nächsten Morgen noch am Leben. Und tatsächlich bestätigte die Familie laut Wildlife Pro sogar, dass anfänglich fünf Elefanten in dem Transporter gewesen seien.

„Ein tragischer, früher Tod nach einem unwürdigen, qualvollen Leben – im Zirkus kommt das leider allzu häufig vor. Allerdings sind die Lügen und Heuchelei im Fall Casselly kaum zu überbieten“, so Daniela Freyer, Mitbegründerin der Tierschutzorganisation Pro Wildlife.

Erst zwei Monate später bestätigte der RTL-Star auf Social Media, dass die beiden Elefanten verstarben. Aus Ehrfurcht vor den Tieren habe man nicht früher drüber sprechen können. Während des Statements soll der 25-Jährige geweint haben  – eine glaubt seinen Worten jedoch gar nicht. „Diese Krokodilstränen nehmen wir René Casselly nicht ab. Wer jahrelang seine Tiere als Turngerät missbraucht und auch noch zulässt, dass ihnen nach ihrem Tod brutal die Stoßzähne entfernt werden, kann kaum von Ehrfurcht sprechen“, so Freyer.

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Auch eine Giraffe starb

Laut „PETA“ soll Elefant Mambo gerade mal 37 Jahre alt gewesen sein, als er starb. Normalerweise werden Elefanten bis zu 70 Jahre alt. Mambo habe angeblich massive körperliche Schäden davon getragen – durch endlose Dressuren und unnatürliche Zirkus-Kunststücke sollen seine Hinterbeine deformiert gewesen sein.

Im Februar dieses Jahres starb auch Giraffenbulle Sabu in dem ungarischen Tierpark der Familie. Das Tier soll aus einem Zirkus, in dem sie für Kunststücke missbraucht wurde, in den „Kimba-Tierpark“ gekommen sein, um Ruhe zu finden. Stattdessen wurde sie auch dort zur Belustigung der Zuschauer ausgenutzt. Instagram-Videos zeigen dass René Casselly auf Sabu ritt – etwas, das man mit einer Giraffe nicht tun sollte.

Immer wieder zeigt sich René Casselly auch in den sozialen Netzwerken bei akrobatischen Kunststücken auf Elefanten. Auf Instagram und Co vermarktet er sich über diese Kunst und über seine angebliche Zuneigung zu den herrschaftlichen Tieren. Sollten allerdings die Vorwürfe stimmen, dass sein Vater die Elefanten in der Vergangenheit während der Zirkusshows mit sogenannten Elefantenhaken und sogar Elektroschocks quälte (laut PETA habe das eine Augenzeugin beobachtet), so scheinen René die Tiere zumindest in diesen Momenten nicht gekümmert zu haben.

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René Casselly sagt nichts zu den Vorwürfen

Auch wenn René Casselly nicht unbedingt selbst im Fokus der Vorwürfe steht, so ist auch das ständige Herumturnen auf den Körpern der Elefanten sicherlich nicht natürlich für die exotischen Giganten. Dazu kommen die oftmals schlechten Haltungsbedingungen im Zirkus. So gut man es auch versuchen würde, der natürliche Lebensraum der Tiere kann so nicht ersetzt werden, auch nicht in einem Tierpark in Ungarn.

Der Verdacht von Tierquälerei und dem Verstoß gegen die Tierschutzbedingungen betrifft zwar viel mehr Cassellys Familie, trotzdem wäre es doch spätestens jetzt, durch seine anhaltende TV-und Social-Media-Präsenz, an der Zeit sich zu den schlimmen Vorwürfen zu äußern. Doch bisher sagte der Casselly-Sohn nichts zum Verdacht der Tierquälerei. Vielleicht nicht die beste Entscheidung…