FilmQuentin Tarantino fällt vernichtendes Urteil über Hollywood-Filme nach der Pandemie

Quentin Tarantino wins Golden Globe January 2020 Getty
'Pulp Fiction'-Regisseur Quentin Tarantino hat Hollywood als 'geschmacklose Wurstfabrik' bezeichnet und ein vernichtendes Urteil über die Filme gefällt, die seit der Pandemie veröffentlicht wurden.
Quentin Tarantino hat Hollywood als „geschmacklose Wurstfabrik“ bezeichnet und dabei ein scharfes Urteil über die Filme der Nach-Pandemie-Zeit gefällt.
Der Filmemacher hinter ‚Pulp Fiction‘ gilt als einer der größten seines Faches. Nun erklärte er voller Verachtung für die heutige Branche, dass er in den vergangenen Jahren kaum noch einen Film finden könne, den er nicht „bis ins Detail auseinandernehme“.
„Seit der Pandemie scheint es für mich jedenfalls fast unmöglich zu sein, dass ein neuer Film erscheint, den ich nicht bis ins Detail zerreiße“, schrieb Tarantino in einem Essay für das Magazin ‚Sight and Sound‘. „Fehler, Unglaubwürdigkeiten, Anbiederung ans Publikum, Fehlbesetzungen oder einfach nur dummer Mist torpedieren gewöhnlich jeden neuen Film, der aus der geschmacklosen Wurstfabrik kommt, die sich früher Hollywood nannte.“ Heutzutage löse allein das gesamte Konzept dessen, was ein Film ist, bei ihm eher Verachtung als Großzügigkeit aus. Er schimpfte weiter: „Und das ist nur fair, denn im Vergleich dazu lassen die Filme der letzten sechs Jahre die Achtzigerjahre wie die Dreißigerjahre wirken.“
Tarantino sagte, es habe seit der Pandemie durchaus einige Filme gegeben, die ihm gefallen hätten, doch keiner habe ihn wirklich bewegt. Der 63-jährige Regisseur erklärte: „Ich habe seitdem Filme gesehen, die mir gefallen haben – ‚West Side Story‘ (2021); ‚Horizon: An American Saga – Chapter 1‘ und ‚Chapter 2‘ (beide 2024), und einige andere –, aber nichts hat mich wirklich gepackt und in das magische Land des Vergnügens entführt, das ich früher besucht habe und das der Grund war, warum ich Filme mehr liebte als jede andere Kunstform.“ Besonders vernichtend wird er mit folgendem Fazit: „Heutzutage lese ich lieber ein Buch.“
Allerdings lobte Tarantino ‚The Rip‘ – Joe Carnahans Actionthriller mit Matt Damon und Ben Affleck als Polizeibeamte aus Miami. Der Regisseur von ‚Reservoir Dogs‘ schrieb: „Der Film ist ein spannender Polizeithriller mit einer neuartigen Prämisse, der auf wirklich clevere Weise liefert.“ Für ihn habe das Gesamtpaket funktioniert: „Carnahans Regie, die großartige Besetzung, die Optik des Films (dank Kameramann Juan Miguel Azpiroz) – aber die wahre Kraftquelle dieser hervorragenden Sammlung ist das sensationelle Drehbuch von Carnahan und Michael McGrale.“
Tarantino ist für seine deutlichen Meinungen über die Filmindustrie bekannt und behauptete vergangenes Jahr, sein Vergnügen an dem Film ‚There Will Be Blood‘ aus dem Jahr 2007 sei durch die Leistung von Paul Dano beeinträchtigt worden. Als er das Drama von Paul Thomas Anderson auf Platz fünf seiner Lieblingsfilme des 21. Jahrhunderts setzte, sagte der Regisseur im Podcast ‚The Bret Easton Ellis Podcast‘: „‚There Will Be Blood‘ hätte deutlich bessere Chancen auf Platz eins oder zwei, wenn es nicht einen riesigen Makel hätte, und dieser Makel ist Paul Dano. Offensichtlich soll es ein Film mit zwei gleichwertigen Hauptfiguren sein, und gleichzeitig ist es so offensichtlich, dass es eben keiner ist. Er ist schwach, Mann. Er ist eine schwache Besetzung.“ Tarantino glaubt, dass „ein anderer großartiger Schauspieler“ die Rolle besser hätte ausfüllen können. Als Beispiel nannte er Austin Butler, der später in ‚Once Upon a Time in Hollywood‘ mitspielte, obwohl dieser bei Erscheinen von ‚There Will Be Blood‘ erst 16 Jahre alt war. Er sagte: „Austin Butler wäre wunderbar in dieser Rolle gewesen. [Dano] ist einfach ein so schwacher, schwacher, uninteressanter Typ.“







