FilmNaomi Watts läutet ihre ‚Bösewicht-Ära‘ ein

Naomi Watts - Emmys 2024 - Getty BangShowbiz
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Bang ShowbizBang Showbiz | 16.09.2026, 11:00 Uhr

Naomi Watts läutet ihre 'Bösewicht-Ära' ein.

Naomi Watts wagt sich an eine ihrer bislang extremsten Rollen.
Die 57-jährige Schauspielerin ist im Thriller ‚The Housewife‘ zu sehen, der in den 1960er-Jahren spielt und auf einer wahren Geschichte basiert. Watts verkörpert darin Hermine, deren dunkle Vergangenheit als überzeugte Nationalsozialistin ans Licht kommt, als ein Journalist beginnt, Nachforschungen über ihren Ehemann Russell anzustellen, gespielt von Luke Wilson. Die Rolle habe bei Watts zunächst vor allem eines ausgelöst: Angst. Gleichzeitig habe sie gerade deshalb die Herausforderung annehmen wollen. „Ich hatte große Angst davor“, sagte sie im Gespräch mit ‚Deadline‘. „Und ich interessiere mich immer dafür, mich durch die Angst hindurchzuarbeiten.“

Ihre neue Rolle bezeichnete Watts als ihre ganz persönliche „Bösewicht-Ära“. Die Figur sei für sie besonders extrem gewesen, gerade wegen des Gegensatzes zwischen ihrem nach außen hin unauffälligen Leben und ihrer verdrängten Vergangenheit. „Das ist meine Bösewicht-Ära, und das ist für mich die extremste Art, mich einer solchen Figur zu nähern“, erklärte die Schauspielerin. Hermine trete zunächst als angesehene Bürgerin, gute Nachbarin und vorbildliche Ehefrau auf. Gleichzeitig trage sie eine Vergangenheit in sich, von der sie glaube, sie längst hinter sich gelassen zu haben. „Aber das stimmt nicht. Sie lebt eindeutig noch immer in ihr.“ Besonders verstörend sei für Watts, dass ihre Figur bis zum Ende keinerlei Reue zeige. Trotzdem habe sie sich dieser Herausforderung bewusst gestellt. „Wir müssen uns an Geschichten wie diese erinnern: daran, wie Hass entsteht und wie nah er uns kommen kann“, sagte sie.

Im Zuge ihrer Vorbereitung beschäftigte sich Watts auch mit der menschlichen Natur. Ihrer Ansicht nach sei der Mensch das „gefährlichste Tier“. Während Tiere in erster Linie aus Gründen wie Nahrung oder Revier töten würden, könne der Mensch durch sein Denken und seine Fähigkeit, andere zu unterwerfen, eine weitaus größere Gefahr darstellen. Auch über ihre bisherige Karriere sprach Watts offen. Im Interview mit der britischen Zeitung ‚The Guardian‘ erklärte sie, dass sie sich im Laufe der Jahre daran gewöhnt habe, dass Film- und Fernsehprojekte nicht immer erfolgreich seien. „Tatsache ist: Es ist selten und unglaublich schwierig, einen Film oder eine Serie zu machen, die auf allen Ebenen funktioniert. Meistens scheitern sie.“ In der Unterhaltungsbranche gebe es ständig Höhen und Tiefen. „Du bist gefragt, und dann bist du es nicht mehr. Das ist der Kreislauf“, sagte Watts. Sie verglich Schauspieler mit Zikaden, die die meiste Zeit ihres Lebens unter der Erde verbringen und nur gelegentlich zum Vorschein kommen. Verbitterung helfe dabei nicht. „Man muss einfach weitermachen“, erklärte sie.