FilmSacha Baron Cohen verteidigt Ali G: Gerade weil die Figur problematisch ist, bringt er sie zurück

Sacha Baron Cohen - 'Ali G: Who Iz I?' -  London Takeover - Photocall - Getty BangShowbiz
Sacha Baron Cohen - 'Ali G: Who Iz I?' - London Takeover - Photocall - Getty BangShowbiz

Sacha Baron Cohen - 'Ali G: Who Iz I?' - London Takeover - Photocall - Getty

Bang ShowbizBang Showbiz | 21.10.2026, 18:00 Uhr

Sacha Baron Cohen ist sich bewusst, dass seine berühmte Kunstfigur Ali G im Jahr 2026 als überholt und problematisch wahrgenommen werden kann.
Für den britischen Schauspieler und Komiker ist das allerdings kein Grund, die Figur endgültig aufzugeben. Im Gegenteil: Gerade die gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte hätten ihn dazu bewegt, Ali G für den neuen Film ‚Ali G: Who Iz I‘ zurückzubringen.

Der Film soll am Freitag, dem 23. Oktober 2026, erscheinen. In einem Beitrag für das Magazin ‚Time‘ erklärte der 54-Jährige, weshalb er die provokante Figur erneut verkörpert und welche Absichten hinter seinem Humor stehen. „Die Tatsache, dass Ali G überholt und problematisch ist, ist genau der Grund, weshalb ich ihn wieder zum Leben erweckt habe“, schrieb Baron Cohen. Die Welt, in die seine Figur zurückkehre, sei in vielerlei Hinsicht schlimmer geworden als jene, die sie vor rund 20 Jahren verlassen habe. Vorurteile und gesellschaftliche Missstände, die er mit seinen Kunstfiguren sichtbar machen wolle, seien nicht verschwunden. Vielmehr hätten sie sich nach seiner Einschätzung weiter ausgebreitet.

Baron Cohen räumte ein, dass Satire auch Menschen verletzen könne, die gar nicht das eigentliche Ziel eines Witzes seien. Deshalb sei es wichtig, zwischen der Darstellung einer Figur und der Absicht ihres Schöpfers zu unterscheiden. Im Fall von Ali G richte sich die Satire vor allem gegen die Figur selbst sowie gegen das überwiegend weiße, männliche Establishment, das sie ernst nehme. Ali G sei bewusst als jemand angelegt, der sich fremde kulturelle Ausdrucksformen aneigne, ohne sie wirklich zu verstehen.

„Ali G ist ein weißer Idiot“, schrieb Baron Cohen. Die Figur orientiere sich in ihrer Kleidung, Sprache und Selbstdarstellung an Gangsta-Rap- und Dancehall-Künstlern aus Orten wie Compton und Kingston. Gerade diese übertriebene Nachahmung sei Teil des satirischen Konzepts. Ali G solle durch seine Ahnungslosigkeit und sein Auftreten gesellschaftliche Vorurteile offenlegen. Baron Cohen verwies darauf, dass er auch andere Figuren wie ‚Borat‘ als Mittel entwickelt habe, um „Vorurteile, Voreingenommenheit und Dummheit“ sichtbar zu machen. Allerdings sei ihm bewusst, dass nicht alle Zuschauer diese Absicht erkennen oder seine Arbeit entsprechend interpretieren.

Der Komiker beklagte zudem, dass er in sozialen Medien gelegentlich mit genau jenen Menschen gleichgesetzt werde, die er durch seine Figuren verspotten wolle. Er habe sich über viele Jahre gegen Fanatismus und Ungerechtigkeit engagiert und mit Bürgerrechtsorganisationen zusammengearbeitet. Deshalb erkenne er sich in manchen öffentlichen Darstellungen seiner Person nicht wieder. Besonders störe ihn, wenn die satirischen Aussagen seiner Figuren so behandelt würden, als entsprächen sie seinen persönlichen Überzeugungen. Gleichzeitig verteidigte Baron Cohen den bewusst albernen und teilweise kindischen Charakter seines Humors. Satire müsse seiner Ansicht nach nicht wie eine politische Belehrung funktionieren, um eine ernsthafte Botschaft zu vermitteln. „Satire funktioniert am besten, wenn sie nicht predigt, sondern sich mitten im Gelächter entfaltet“, erklärte er. Idealerweise beginne das Publikum erst nach dem Lachen darüber nachzudenken, welche gesellschaftlichen Probleme hinter einem Witz steckten.