Lamborghini und Rolex: Luxusleben dank Corona-Hilfen

Tony PolandTony Poland | 01.12.2021, 20:11 Uhr
Lamborghini und Rolex: Luxusleben dank Corona-Hilfen
Lamborghini und Rolex: Luxusleben dank Corona-Hilfen

Lamborgini Urus. © IMAGO / Geisser

Mit erschlichenen Corona-Hilfsgeldern machte ein Amerikaner so richtig einen drauf. Lee Price ergaunerte sich staatliche Hilfen in Millionenhöhe. Im vergangenen Jahr kam ihm die die Justiz auf die Schliche. Nun wandert er ins Gefängnis.

Einfach nur clever oder unverschämt? Auf jeden Fall irgendwie zum Schmunzeln. Zum Lachen dürfte dem Texaner Lee Price (30) allerdings inzwischen ganz und gar nicht mehr sein. Der Amerikaner wurde nämlich jetzt von einem örtlichen Gericht zu neun Jahren Knast verurteilt. Die letzten Monate in Freiheit hatte der Schwindler dafür umso mehr genossen.

Price führte ein echtes Luxusleben. Allerdings mit ergaunerter Kohle. Der Betrüger strich umgerechnet unberechtigterweise satte 1,4 Millionen Euro an Corona-Hilfsgeldern ein. Eine schöne Summe, mit der sich allerhand anstellen lässt.

Lee Price auf einmal Millionär

Mit Hilfe des staatlichen Corona-Hilfsprogramms-+ sicherte sich der Neu-Knacki im vergangenen Jahr insgesamt zwei Unternehmerkredite. Auf den Namen eines Verstorbenen reichte Price Anträge auf finanzielle Hilfen im ganzen Land ein. Angeblich, um Angestellte zu bezahlen. Dafür gab er gefälschte Gehaltsabrechnungen für Mitarbeiter von drei Firmen an. Diese existierten allerdings nur auf dem Papier.

In einem der Anträge gab Price an, dass eines seiner kleinen Unternehmen insgesamt 50 Angestellte habe. Diese würden bei „Price Enterprises“ monatlich im Durchschnitt 375.000 Dollar verdienen. In Wahrheit beschäftigte er aber gar keine Mitarbeiter. Insgesamt wurde ihm trotzdem ein Darlehen in Millionenhöhe zugesprochen.

Lamborghini, Rolex und nackte Brüste

Die Kohle floss auf sein Konto und Price wurde schlagartig zum Millionär. Erste Amtshandlung war der Gang ins Autohaus. Dort gönnte er sich seinen Traumwagen, einen Lamborghini im Wert von 233.000 Dollar. Auch optisch will man ja eine gute Figur machen, also musste eine teure Uhr her. Für eine echte Rolex ließ er 14.000 Dollar über den Ladentisch wandern.

Nackte Haut und hübsche Frauen ziehen sowieso immer. Umso besser, wenn das nötige Kleingeld zur Verfügung steht. In Striplokalen ließ es der Gauner zusätzlich regelmäßig für mehrere tausend Dollar krachen. Außerdem ging Kohle für Alkohol und Partys drauf, berichten US-Medien wie „CBS News“. Und weil immer noch ne Menge Asche übrig war, leistete er sich noch Immobilien und Büroräume. Ohnehin stabile Geldanlagen.

Vom Traumhaus direkt in den Knast

Aber schon im August 2020 hatte das Fake-Leben ein Ende. Die Justiz verdächtige ihn des Betrugs und lag damit nicht so weit weg. Er wurde festgenommen und in Untersuchungshaft gesteckt. Einen Monat später plädierte in den Anklagepunkten Geldwäsche und Betrug auf schuldig. Jetzt erst folgte das Urteil des Gerichts.

Price darf sich die nächsten neun Jahre im Knast überlegen, wie gut seine Idee denn wirklich war. „Herr Price hofft, dass andere Menschen aus seinem Tag der Abrechnung lernen, dass es kein leicht verdientes Geld gibt“, sagte sein Anwalt Tom Berg der „Washington Post“. Lügen haben dann halt doch nur sehr wackelige Beine.