Felix Lobrecht: „Ich will keinen Cent geschenkt haben“

Felix Lobrecht bei der 20. Verleihung der 1Live Krone 2019
Felix Lobrecht bei der 20. Verleihung der 1Live Krone 2019

IMAGO / Future Image

28.04.2021 16:29 Uhr

Felix Lobrecht kann Comedy, Podcast, Bücher schreiben und noch viel mehr. Dass der Berliner sein Herz trotz des ganzen Erfolgs immer noch am rechten Fleck trägt, hat er jetzt in der neusten Folge „Gemischtes Hack“ bewiesen.

Felix Lobrecht (32) ist als Entertainer nicht mehr wegzudenken. Der Fitnessfan mit der Berliner Schnauze hat das geschafft, woran etliche vor ihm gescheitert sind: der deutschen Comedy-Szene den Staub von den Schultern zu klopfen. Ein jüngeres Publikum anzusprechen. Jene Generation, die sich fernab von linearem Fernsehen amüsiert. Doch der Weg dahin war keineswegs vorhersehbar.

Der heute 32-Jährige wächst nach dem frühen Tod seiner Mutter mit einem alleinerziehenden Vater und zwei Geschwistern in Berlin-Neukölln in eher ärmlichen Verhältnissen auf. Er fliegt von der Schule und bringt jede Menge Ärger nach Hause. Bis der Wendepunkt kommt: Er holt sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nach, fängt an zu studieren und taucht dann über einen Poetryslam-Umweg in die Comedy-Welt ein. Den Luxus, den sich Felix Lobrecht heute leisten kann, hat er sich hart erarbeitet. Und verdient. Und obwohl der Comedian weiß, wie sich ein leeres Portemonnaie anfühlen kann, würde er einen Lottogewinn immer ausschlagen.

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Warum Felix Lobrecht keinen Lottogewinn annehmen würde

Im Podcast „Gemischtes Hack“, den Felix Lobrecht gemeinsam mit Tommi Schmitt hosted, sprechen die beiden in der aktuellen Folge „Gude Laune“ über geschenktes Geld. „Ich würde in meinem Leben keinen Lottogewinn annehmen. Ich würde das Geld nehmen – egal wieviel es ist – und würde es sofort verschenken und spenden. Ich will keinen Cent Geld geschenkt haben – ich hasse geschenktes Geld“, verrät der Comedian. Kollege Tommi Schmitt ergänzt: „Macht ja angeblich auch nicht glücklich!“

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Felix Lobrecht: Anerkennung statt Geld

Im Verlauf der weiteren Folge findet Felix Lobrecht eine plausible Begründung für seine Abneigung gegen geschenktes Geld. Er spricht über den Volkswirt Adam Smith und die Theorie „praiseworthiness“. Er erklärt: „dass es quasi darum geht, dass Menschen nicht bloße Anerkennung wollen, sondern auch das Wissen darum, dass sie es Wert sind anerkannt zu werden. Also du willst keinen Erfolg, der dir einfach so zuteil wird, den du nicht selber geleistet hast. On the long run fühlst du dich da einfach blöd mit, weil du, auch wenns nie rauskommt, du weißt ‘ich hab das nicht verdient was hier gerade passiert‘. Aber wenn du dafür gearbeitet hast und dann diesen Erfolg hast, dann ist es gut, weil du weißt, du bist dieses Lob wert. So ähnlich ist es vielleicht mit einem Lottogewinnen.“ Und genau diese Einstellung scheint Comedian Felix Lobrecht auch selbst zu leben.

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Felix Lobrecht verkauft sich nicht für den Fame

Dass Felix Lobrecht das was er tut, nicht um des Geldes willen macht, wissen seine Fans schon lange. Zahlreiche TV-Angebote mit millionenschweren Gagen hat der 32-Jährige bereits ausgeschlagen. Darunter angeblich auch das Amazon Prime Erfolgsformat „LOL: Last one laughing“. Schenkt man den Gerüchten Glaube, so galt Felix Lobrecht als Top-Favorit für die zweite Staffel. Anstelle von ihm wird ab Herbst allerdings Podcast-Kollege Tommi Schmitt versuchen, seinen Mitstreitern ein Lachen zu entlocken. Und das hat einen bestimmten Grund: Felix Lobrecht ist kein Fan von deutschem Fernsehen!

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© Amazon Prime Video

„Ich finde Fernsehen scheiße“

Warum Felix Lobrecht an klassischen Mainstream-Medien kein Interesse hat, hat er im Interview mit „Hotel Matze“ verraten: „Aus dem Fernsehen probiere ich mich weitestgehend fernzuhalten und je mehr ich mir das leisten kann, das zu machen, desto konsequenter ziehe ich das auch durch. Ich finde Fernsehen scheiße. Die Kombination aus Comedy und Fernsehen funktioniert in meinen Augen einfach fast nie. Irgendwie hab ich oft das Gefühl, dass die keine Ahnung haben, wie Humor funktioniert und sich dann einfach immer so Sachen irgendwie vorstellen ‘Ja, das müsste ja dann extra witzig sein, wenn das so ist oder oder so!‘ Die wissen einfach nicht, was wichtig ist für ein gutes Set, für einen guten Auftritt. Andererseits ist Fernsehen für mich auch immer sehr viel mit Kompromissen verbunden. Und was meine Arbeit angeht, mache ich ungerne Kompromisse. Also ich gebe nicht gerne aus der Hand, wie Sachen dann am Ende geschnitten werden oder wie die Sachen so bauen. Und ja, ansonsten finde ich auch einfach die wenigsten Fernsehshows gut und dann sehe ich es auch nicht ein da mitzumachen.“

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Felix Lobrecht: Harte Schale, weicher Kern

Genau für diese Attitude lieben und schätzen ihn seine Fans. Zwar wirkt der 32-Jährige nach außen eher wie der lässige Rüpel-Berliner, doch dass er sein Herz am rechten Fleck trägt, hat er in der Vergangenheit bereits mehrfach bewiesen. Seine Social-Media-Präsenz nutzt er, um im Rahmen des Formates „Attention Please!“ auf wichtige gesellschaftliche und politische Probleme aufmerksam zu machen. Fans, die sich kein Ticket für seine Show leisten können, lädt er auf eigene Kosten ein. Felix Lobrecht ist so etwas, wie der coole Robin Hood der deutschen Comedy-Szene. Und davon könnten wir definitiv mehr gebrauchen! (AB)