Intimes RitualHarry Styles: Erst nackt fühlt er sich als Mensch

Harry Styles singt im gestreiften Jumpsuit in einer Menschenmenge
Wer ständig bejubelt wird wie Harry Styles, muss lernen, die Stille danach auszuhalten.

Foto: IMAGO/ Pacific Press Agency

Leni HübnerLeni Hübner | 23.08.2022, 20:15 Uhr

Mit „Harry‘s House“ überzeugt Harry Styles auch die letzten Kritiker. Doch seine größte Herausforderung ist es wohl, nicht abzuheben und mental gesund zu bleiben. Nun verrät er seine Tricks.

Wir können nur erahnen, was es mit einem macht, wenn tausende Menschen einem zujubeln und sich die Millionen auf dem Konto ansammeln. Harry Styles ist ein Megastar. Wie er versucht, trotzdem ein halbwegs normales Leben abseits der Konzertbühnen zu führen, hat er nun in einem Interview mit dem Magazin Rolling Stone verraten.

Normal ist das Superstarleben nicht

Je größer die Aufmerksamkeit wird, desto wichtiger ist es für Harry Styles, den Sinn nicht aus den Augen zu verlieren. So gern er auf der Bühne ist, weiß er doch, dass das nicht das Wichtigste auf der Welt ist. Er will Freunde und Familie glücklich sehen – dazu gehört natürlich auch Olive Wilde, die schon von Fans verbal angegriffen wurde, nur weil sie das Herz des Superstars erobert hat.

Harry Styles kritisiert Anfeindungen gegen Freundin Olivia Wilde

Das ist nicht normal, aber Alltag für Harry Styles. Trotzdem schafft es der Brite, reflektiert zu bleiben und sich selbst nicht als Star wahrzunehmen: „Es ist wirklich unnatürlich, vor so vielen Leute zu stehen und diese Emotionen zu spüren“, sagt er im Rolling-Stone-Interview. Indem er sich wasche, reduziere er sich wieder auf sein nacktes Ich: „Man ist letztlich so nackt und verwundbar wie ein neugeborenes Baby.“



Dusche als Ritual

Erstmals habe er die kathartische Wirkung einer Dusche nach den beiden Mega-Konzerten im Londoner Wembley-Stadion gespürt. Es ist mehr als ein hygienischer Akt nach einem schweißtreibendem Auftritt. Durch die Reinigung wäscht er sich das Startum ab und die Nacktheit zeigt ihm , dass er ein Mensch ist, so verletzlich wie jeder andere.

Harry Styles ist kein Megastar, wenn die Lichter aus sind. Er ist ein sympathischer Kerl, der sich sorgt, der sich amüsiert, der Sex hat. Dass er Sex hatte, wollte er früher verheimlichen. Die „Sauberkeitsklausel“, die die Mitglieder von One Direction wohl unterschrieben hatten, sollte verhindern, dass die Jungs es zu wild treiben. Im Interview mit der Better Homes and Gardens gestand er, dass er sich für Sex schämte:

„Ich schämte mich bei dem Gedanken, dass die Leute überhaupt wussten, dass ich Sex hatte, geschweige denn mit wem.“

Privates soll privat bleiben

Die Zeiten sind vorbei und der Therapie, die er mit wenig Begeisterung nach der Trennung von One Direction anfing, verdankt es Harry Styles, dass es ihm heute in jeder Hinsicht besser geht. Dass er Sex hat, verbreitet er natürlich noch immer nicht in der Öffentlichkeit. Sein gesamtes Privatleben hält er, so gut es geht, unter Verschluss.

Er macht sich nichts aus den sozialen Medien. Natürlich weiß der Sänger, dass er bei Instagram und Co präsent sein muss. Dort sind also Backstage-Storys zu finden, Konzertausschnitte, Fotoshootings und andere Bilder, die gute Laune verbreiten, aber zu seinem Leben als Megastar gehören. Die Neugier der Fans bleibt, zu erfahren, wer Harry Styles denn nun ist – als Mensch.

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Kein Kommentar zu nichts

Doch über seine privaten Seiten schweigt er. Dazu gehört auch, dass er keine Gerüchte kommentiert. Dem Rolling Stone gibt er trotzdem ein paar Hinweise auf sein echtes Ich: Dickköpfig sei er manchmal, aber auch bereit, sich verletzlich zu zeigen. „Ich habe schon auch eine selbstsüchtige Seite“, erzählt Harry Styles weiter, „halte mich unterm Strich aber doch für eine mitfühlende Person.“

Wenn man sich seine Texte anhört, glaub man ihm das gern. Und er weiß auch, dass es eine Zumutung sein kann, mit ihm in Verbindung gebracht zu werden. Gerade, wenn es um eine Beziehung geht. So nutzt er die ersten Dates nicht nur zum Herantasten und Kennenlernen, sondern auch für Warnungen vor den Medien – sozial oder professionell…

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Harry Styles hat es nicht leicht

„Im Internet werden sie die tollsten Sachen über uns erzählen, wirklich verrückte Sachen, bösartige Sachen – auch wenn nichts davon wahr ist … Davon abgesehen: Weißt du schon, was du heute Abend essen willst?“, spielt er die Datingszene nach. Harry Styles stellt es sich gruselig vor, mit sich liiert zu sein. Die Menschen, die er liebt, möchte er nicht verletzen, aber sie werden es vielleicht trotzdem, nur weil er ein Star ist.

Leugnen kann er das nicht. Es sind auch nicht mehr nur kreischende Teenie-Girls, die sich für ihn begeistern. Frauen und Männer jeden Alters, sogar Journalisten, die sich sonst gern von ihren Interviewpartnern distanzieren, um objektiv zu wirken, schmelzen dahin. Das Geheimnis von Harry Styles ist es wohl, Harry Styles zu sein. Mehr werden wir sicher nie erfahren.