StarsAnnette Frier über strukturelle Probleme in der deutschsprachigen Fernsehlandschaft

Annette Frier
Laut Annette Frier gibt es immer noch nicht genügend Rollenangebote für Schauspielerinnen über 45.
Die Komikerin macht aktuell mit ihrem neuen Format ‚Frier und Fünfzig – Am Ende meiner Tage‘ von sich reden. In der Serie spielt die 51-Jährige sich selbst: Da sie keine interessanten Rollenangebote mehr für sich findet, entschließt sich ihr TV-Ich kurzerhand dazu, selbst eine Show zu produzieren. Das Konzept scheint direkt aus dem Leben gegriffen, denn wie Frier jetzt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur bemängelte, sei die deutschsprachige Film- und Fernsehlandschaft immer noch ein schwieriges Pflaster für Künstlerinnen mittleren Alters. „Es gibt sehr viele Kolleginnen, die immer gut gearbeitet haben und gerade gar nichts zu tun haben. Für Frauen ab 45 Jahren gibt es im deutschen Fernsehen nur sehr wenig nennenswerte Rollen“, so Frier im Interview. „Es ist einfach ein Fakt.“
Sie selbst habe das Glück, aktuell relativ viel arbeiten zu dürfen und von der Rollendürre nicht direkt betroffen zu sein. Dennoch betont die ‚Danni Lowinski‘-Darstellerin: „Aber ich sehe das strukturelle Problem sehr deutlich.“ Besonders ärgerlich sei laut Frier, dass es nicht nur wenige Rollen für Frauen in ihrem Alter gebe, sondern auch Themen dieser Bevölkerungsgruppe nur dürftig repräsentiert würden. „Ich finde das schade und auch nicht sehr klug. Wir sind knapp zehn Millionen. Eine relevante Zielgruppe und die wird an vielen Stellen gar nicht bedient.“
In ‚Frier und Fünfzig – Am Ende meiner Tage‘ beschäftigt sich die Comedy-Ikone unter anderem mit dem Thema Wechseljahre. Dass die Menopause bisher nur sehr selten vor der Kamera in den Mittelpunkt gerückt wurde, liegt laut Frier auch am langjährigen Desinteresse der Forschung – immerhin beschäftige sich die Medizin erst seit circa einem Vierteljahrhundert intensiv mit den Wechseljahren. „Wir kommen aus dem Patriarchat“, beschwert sich Frier gegenüber der dpa und betont: „Männergesundheit war sehr lange immer gleich Menschengesundheit.“





