FilmWarum versuchte John C. Reilly, Leonardo DiCaprio von ‚Titanic‘ abzubringen?

John C. Reilly+Leonardo Di Caprio - AVALON - Oct - 2004 - Hollywood Awards Gala
John C. Reilly versuchte einst, Leonardo DiCaprio davon zu überzeugen, die Rolle in ‚Titanic‘ abzulehnen.
Der Schauspieler erinnerte sich daran, wie er mit seinem ‚Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa‘-Kollegen zusammensaß und ihm stattdessen empfahl, die Hauptrolle in ‚Boogie Nights‘ anzunehmen. Reilly war überzeugt, dass die Zusammenarbeit mit Regisseur Paul Thomas Anderson eine einmalige Chance sei. Im Podcast ‚Where Everybody Knows Your Name‘ von Ted Danson erzählte der 61-Jährige: „Damals versuchten wir gerade, ‚Boogie Nights‘ auf die Beine zu stellen. Pornografie galt damals noch als absolutes Tabuthema. Heute kann man sich das kaum noch vorstellen. Alle Schauspieler, ihre Manager und Agenten sagten: ‚Pornos? Moment mal. Nein, auf keinen Fall.‘ Und dann gab es auch noch einen Penis im Film! Alle sagten nur: ‚Nein, nein, nein.'“
Der Film spielt in den 1970er-Jahren und erzählt den Aufstieg des jungen Eddie Adams (später gespielt von Mark Wahlberg) zum Pornostar Dirk Diggler. Reilly erklärte, dass Regisseur Paul Thomas Anderson ursprünglich Leonardo DiCaprio für die Hauptrolle wollte: „Bevor Mark gefragt wurde, wollte Paul unbedingt Leo für den Film haben. Ich hatte bereits mit Leo und Mary Steenburgen bei Gilbert Grape gearbeitet. Ich kannte Leo seit seinem 17. Lebensjahr. Also sagte ich zu Paul: ‚Überlass das mir. Ich bringe ihn dazu, deinen Film zu machen.'“ Doch zu diesem Zeitpunkt hatte DiCaprio gerade das Angebot erhalten, Jack Dawson in ‚Titanic‘ zu spielen. Reilly erinnerte sich an ihr Gespräch in Silver Lake: „Ich setzte mich mit ihm zusammen und sagte: ‚Hör zu, Leo. Titanic handelt von einem Schiff, das sinkt. Jeder weiß, dass das Schiff sinkt! Niemanden wird interessieren, wer auf diesem Schiff war.'“ Er versuchte weiter, ihn zu überzeugen: „Ich sagte ihm: ‚Paul Thomas Anderson wird einer der talentiertesten Regisseure seiner Generation werden. Du darfst diese Chance nicht verpassen.'“ Doch DiCaprio blieb skeptisch: „Er sagte: ‚Ich weiß nicht. Meine Agenten meinen alle, dass das ein riesiger Film wird und ich ihn machen sollte.‘ Und ich antwortete: ‚Vertrau mir. Ich würde dir keinen schlechten Rat geben. Es geht um ein Schiff, das untergeht.'“
Letztendlich entschied sich DiCaprio für ‚Titanic‘ – und der Rest ist Filmgeschichte. Rückblickend sagte Reilly: „Ich kann nicht für ihn sprechen, aber ich glaube, dass der enorme Erfolg von Titanic zugleich Segen und Fluch war. Für einen jungen Mann war das sehr viel auf einmal. Vielleicht hat er sich später gefragt: ‚Wie hätte mein Leben ausgesehen, wenn ich den anderen Weg gegangen wäre?'“ Im August 2025 gestand DiCaprio dem Magazin ‚Esquire‘, dass sein „größtes berufliches Bedauern“ darin bestehe, ‚Boogie Nights‘ nicht gemacht zu haben. Immerhin arbeitete er später doch noch mit Paul Thomas Anderson für den Action-Thriller ‚One Battle After Another‘ aus dem Jahr 2025 zusammen.







