MusikEurovision Song Contest verschärft Regeln für Länder im Krieg

Dara - Bulgaria Eurovision entry - May 2026 Getty
Eurovision Song Contest verschärft Regeln für Länder im Krieg.
Der Eurovision Song Contest hat seine Regeln für Länder, die sich im Krieg befinden, grundlegend geändert.
Bei dem jährlich stattfindenden Wettbewerb treten Sängerinnen und Sänger aus aller Welt an, um den Sieg für ihr Land zu erringen. Das Gewinnerland erhält traditionell das Recht, den Contest im darauffolgenden Jahr auszurichten. Künftig gilt jedoch: Sollte ein Land, das in einen bewaffneten Konflikt verwickelt ist, den Wettbewerb gewinnen, darf es die Veranstaltung im Folgejahr nicht ausrichten. Darüber hinaus droht Ländern eine Disqualifikation, wenn eine „sensible geopolitische Situation“ die „Sicherheit oder Stabilität des Staates oder der unmittelbaren Region“ beeinträchtigt. Falls es als „notwendig erachtet“ wird, kann die Europäische Rundfunkunion (EBU) zudem eine „unabhängige Sicherheitsbewertung der Region des Gewinnerlandes“ in Auftrag geben. In einer Stellungnahme erklärte die EBU: „Nach dieser Bewertung wird die EBU die Reference Group konsultieren, um zu entscheiden, ob das siegreiche Mitglied den Wettbewerb sicher ausrichten kann.“
Die Änderung folgt auf den diesjährigen Eurovision Song Contest, bei dem unter anderem Spanien, Irland und Slowenien gegen die Teilnahme Israels protestierten. Hintergrund war Israels militärisches Vorgehen im Gazastreifen. Auch Amnesty International hatte gefordert, Israel vom Eurovision Song Contest auszuschließen. Generalsekretärin Agnès Callamard erklärte in einer Stellungnahme: „Dass die EBU Israel nicht vom Eurovision Song Contest suspendiert hat, wie sie es bei Russland getan hat, ist ein Akt der Feigheit und zeigt eine eklatante Doppelmoral im Umgang mit Israel.“ Weiter stand zu lesen: „Statt ein klares Signal zu senden, dass Israels Verbrechen gegen die palästinensische Bevölkerung Konsequenzen haben, hat die EBU Israel diese internationale Bühne geboten, obwohl das Land weiterhin Völkermord in Gaza, eine rechtswidrige Besatzung und Apartheid begeht. Die EBU verrät damit die Werte des Eurovision Song Contest, zu denen die Freiheit von Intoleranz, Hassrede und Diskriminierung gehört.“
Die Entscheidung, Israel auch 2026 nicht vom Wettbewerb auszuschließen, sorgte zusätzlich für Diskussionen, da die Organisatoren die Ukraine nach deren Sieg im Jahr 2022 als zu unsicher für eine Austragung im Folgejahr eingestuft hatten. Stattdessen fand der Wettbewerb 2023 im englischen Liverpool statt. Die BBC arbeitete dabei mit einem ukrainischen Rundfunksender zusammen, um sicherzustellen, dass sich die ukrainische Kultur und das kulturelle Erbe in der Show widerspiegelten. Der Eurovision Song Contest 2027 wird in Bulgarien stattfinden. Den Sieg beim diesjährigen Wettbewerb hatte die Sängerin DARA errungen.







