FilmJudi Dench war als James-Bond-Chefin M ‚berauscht von der Macht‘

Judi Dench in Stratford Upon Avon 2022 - Famous
Dame Judi Dench hat ihre Zeit als M in den James-Bond-Filmen in bester Erinnerung.
Die heute 91-jährige Schauspielerin verkörperte in acht Filmen die Chefin des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 und genoss es besonders, den verschiedenen Bond-Darstellern klare Ansagen machen zu dürfen.
In ihren gemeinsam mit Brendan O’Hea verfassten Memoiren ‚Is It Too Late to Make a Run for It?‘ schwärmt Dench von der Rolle, die sie über viele Jahre begleitete. Einen Auszug aus dem Buch veröffentlichte ‚The Times‘. „Ich habe es geliebt, M zu spielen, weil es großartig war, all diesen Männern sagen zu können, wo es langgeht“, erklärte Dench. Besonders gern erinnert sie sich an die erste Begegnung ihrer Figur mit Pierce Brosnans James Bond, den M als „sexistischen, frauenfeindlichen Dinosaurier“ bezeichnet. „Ich war berauscht von der Macht“, scherzte die Oscar-Preisträgerin. Außerdem habe sie elegante Kostüme tragen und mit technischen Geräten hantieren dürfen, obwohl sie im wirklichen Leben nach eigener Aussage nicht einmal ein Bügelbrett bedienen könne.
Allerdings verlief nicht jeder Bond-Dreh gleichermaßen angenehm. Wie viel Freude ihr die Arbeit bereitete, hing vor allem vom Drehbuch und vom jeweiligen Regisseur ab. Besonders gern arbeitete sie mit Michael Apted und Martin Campbell zusammen. Schwieriger gestalteten sich dagegen die Dreharbeiten zu ‚Tomorrow Never Dies‘. Grund dafür waren die zahlreichen Änderungen am Drehbuch, mit denen Dench immer wieder kurzfristig konfrontiert wurde. „Einen Film zu drehen, ist ohnehin schon nervenaufreibend – zumindest für mich“, erklärte sie. Wenn dann ständig neue Szenen und Dialoge hinzukämen, bringe sie das völlig aus dem Gleichgewicht.
Besonders in Erinnerung blieb ihr ein Abend, an dem sie gegen 22 Uhr nach Hause kam und dort bereits ein Motorradkurier auf sie wartete. Er brachte ihr zwölf neue Drehbuchseiten, die sie bis zu ihrer Abholung am nächsten Morgen um fünf Uhr auswendig lernen sollte. „Ich meine, wann zum Teufel hätte ich das alles lernen sollen?“, fragte Dench rückblickend.
Auch über das Ende ihrer Figur in ‚Skyfall‘ kann die Schauspielerin inzwischen lachen. Ihrer Ansicht nach war sie sogar ein wenig selbst daran schuld, dass M in dem Film sterben musste. Dench hatte sich nämlich jahrelang darüber beschwert, dass ihre Figur meist nur hinter einem Schreibtisch zu sehen war. Schon bei ‚GoldenEye‘ habe sie sich benachteiligt gefühlt, als der Großteil des Filmteams nach Monte Carlo und Sankt Petersburg reisen durfte, während sie selbst lediglich drei Drehtage in Watford absolvierte. Deshalb habe sie die Produzenten immer wieder darum gebeten, M endlich einmal aus ihrem Büro herauszulassen. Vor den Dreharbeiten zu ‚Skyfall‘ wurde sie schließlich von Produzentin Barbara Broccoli, Michael G. Wilson und Regisseur Sam Mendes zu einem Essen im Londoner Restaurant ‚Wolseley‘ eingeladen. Dort erklärten sie ihr die Handlung und teilten ihr mit, dass ihre Figur sterben werde. „Ich nehme an, das war meine eigene Schuld“, scherzte Dench. „Schließlich ließen sie mich tatsächlich hinter meinem Schreibtisch hervor … und dann erschossen sie mich.“







