MusikCyndi Lauper kritisiert ‚gierige‘ Musikmanager: ‚Sie ersticken die Kreativität‘

Cyndi Lauper - Rock and Roll Hall of Fame 2025 - Faye Sadou/Avalon
Cyndi Lauper kritisiert 'gierige' Musikmanager: 'Sie ersticken die Kreativität!'
Cyndi Lauper rechnet mit der Musikindustrie ab.
Die 73-jährige Sängerin wirft „gierigen und kurzsichtigen“ Führungskräften vor, Künstler auszubeuten und die kreative Arbeit durch unrealistische Gewinnerwartungen zu ersticken. Die Interpretin des Hits ‚Girls Just Want to Have Fun‘ kritisiert insbesondere Anteilseigner, die versuchten, außergewöhnliche Erfolge künstlich zu wiederholen, anstatt die Kreativität der Künstler zu fördern. Sobald ein Song oder Album zum Hit werde, erwarteten sie offenbar, dass sich dieser Erfolg jedes Jahr aufs Neue erzielen lasse. Im Gespräch mit dem Magazin ‚Billboard‘ erklärte Lauper: „Die Anteilseigner sind keine kreativen Köpfe. Wenn man die Menschen völlig auspresst, macht man alles kaputt.“
Als Beispiel nannte sie Michael Jacksons Album ‚Thriller‘, das weltweit rund 35 Millionen Mal verkauft wurde. „Als Michael 35 Millionen Exemplare verkaufte, betrachteten sie das nicht als außergewöhnliches Phänomen. Sie legten eine Tabelle vor und sagten: ‚Na ja, nächstes Jahr …‘ Wie bitte?!“ Sie fügte hinzu: „Ihr stellt doch keine Autos her. Etwas Außergewöhnliches ist passiert. Das bedeutet nicht, dass es sich jedes Jahr wiederholen wird. Werdet erwachsen und seid nicht so gierig und kurzsichtig.“
Lauper sieht die Auswirkungen wirtschaftlicher Interessen nicht nur in der Musikbranche. Auch das kulturelle Leben Manhattans werde ihrer Ansicht nach zunehmend durch hohe Kosten und den Einfluss großer Unternehmen beeinträchtigt. „Wenn alles zu teuer wird, gibt es in deiner Stadt keine jungen, lebendigen Viertel mehr“, erklärte sie. Die Folge sei eine zunehmende Eintönigkeit. „Die Stadt wird langweilig. Früher war das die Stadt, die niemals schläft. Heute ist das nicht mehr so, mein Freund.“ Auch Manhattan selbst habe sich verändert. „Diese Insel war einmal ein fantastischer Ort. Heute ist sie nur noch eine Arbeitsinsel, und das ist traurig. Ich erinnere mich noch daran, als Greenwich Village nicht einfach nur ein Studentenwohnheim war.“
Mit ihren Worten spielt Lauper auf die kreative Atmosphäre an, die New York über Jahrzehnte geprägt hat und in der sich zahlreiche Künstler und Musiker entfalten konnten. Dass Cyndi Lauper auch persönlich kein Blatt vor den Mund nimmt, bewies sie bereits im April dieses Jahres. Bei der Eröffnung ihrer Konzertreihe ‚Cyndi Lauper: Live in Las Vegas‘ im Colosseum des Caesars Palace wurde sie während ihrer Anmoderation des Songs ‚Sally’s Pigeons‘ von einem Zwischenrufer unterbrochen. Die Sängerin reagierte prompt und machte ihrem Ärger auf der Bühne Luft. „Ich weiß nicht, was zum Teufel du da sagst, Schätzchen“, rief sie. Anschließend legte sie nach: „Aber vergiss bitte nicht, wo du hier bist, okay? Wenn du versuchst, mich dumm anzumachen, dann lege ich mich mit dir an.“ Lauper stellte außerdem klar, dass sie sich nicht einschüchtern lasse: „Ich komme aus Brooklyn. Wenn ich verdammt noch mal reden will, dann mache ich eben eine Stepptanznummer daraus, wenn mir danach ist.“ Mit einem selbstironischen Nachsatz versuchte sie, die Situation etwas aufzulockern: „Entschuldigung, das gehört natürlich nicht gerade zu meinen sozialen Kompetenzen.“
Im Jahr 2025 wurde Cyndi Lauper in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Bei ihrer Dankesrede zeigte sich die Sängerin kämpferisch und blickte auf die gesellschaftliche Kraft der Rockmusik. „Das kleine Mädchen in mir glaubt noch immer daran, dass Rock ’n‘ Roll die Welt retten kann“, sagte sie. Abschließend richtete sie einen Appell an ihre Fans und die Musikbranche: „Ich möchte einfach sagen: Gerade jetzt sollten wir wieder zusammenkommen und Gutes in der Welt bewirken, denn sie braucht uns.“ Trotz ihrer Kritik an der Musikindustrie hält Lauper damit an ihrer Überzeugung fest, dass Musik Menschen verbinden und Veränderungen anstoßen kann.







