StarsDas ZDF hat im vergangenen Jahr ordentlich Minus gemacht

Giovanni Zarrella - Dec 2011
Das ZDF hat im vergangenen Jahr ordentlich Minus gemacht.
Das ZDF hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Defizit abgeschlossen.
In der Finanzrechnung weist der öffentlich-rechtliche Fernsehsender ein Minus von 78,6 Millionen Euro aus. Das geht aus dem veröffentlichten Jahresabschluss hervor, über den ‚t-online‘ berichtet. Damit fiel das Ergebnis erheblich schlechter aus als ursprünglich geplant: Gegenüber dem Haushaltsansatz beträgt die Abweichung 49,3 Millionen Euro. Als entscheidenden Grund für das negative Ergebnis nennt der Sender die ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags. Die monatliche Abgabe, aus der ARD, ZDF und Deutschlandradio einen wesentlichen Teil ihrer Einnahmen finanzieren, blieb zum Jahresbeginn 2025 unverändert. Dabei hatte die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) zuvor eine Anhebung um 58 Cent empfohlen.
Über die künftige Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wird weiterhin politisch und juristisch gestritten. Die Bundesländer setzten die vorgeschlagene Beitragserhöhung nicht um. Sie vertreten die Auffassung, dass die Finanzierung der Sender auch mit dem bisherigen Beitrag gesichert sei. ARD und ZDF halten dagegen und haben sich mit ihren Beschwerden an das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gewandt. Eine abschließende Entscheidung steht bislang aus.
Trotz des Defizits in der Finanzrechnung erwirtschaftete das ZDF beträchtliche Einnahmen. Die Erträge beliefen sich 2025 auf rund 2,63 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von 91,8 Millionen Euro. Nach handelsrechtlicher Berechnung ergibt sich sogar ein Jahresüberschuss von 46,1 Millionen Euro. Die unterschiedlichen Ergebnisse beruhen auf verschiedenen Rechnungsgrundlagen und sind deshalb nicht gleichzusetzen.
Den größten Anteil der Ausgaben beanspruchte weiterhin das Programm. Dafür investierte das ZDF rund 1,38 Milliarden Euro. Das waren etwa 33 Millionen Euro weniger als 2024. Als Erklärung verweist der Sender auf den Sportkalender: Im Vorjahr mussten deutlich weniger große Wettbewerbe übertragen werden. 2024 hatten unter anderem die Fußball-Europameisterschaft der Männer und die Olympischen Sommerspiele hohe Kosten verursacht. Auch bei den Personalausgaben gab es Entlastungen. Ausschlaggebend waren vor allem niedrigere Aufwendungen für die Altersversorgung. Die Ausgaben für Gehälter und Sozialabgaben legten hingegen zu. Das finanzielle Minus dürfte die Debatte über die Rundfunkfinanzierung weiter anheizen. Wie viel Geld die öffentlich-rechtlichen Sender künftig erhalten, hängt auch davon ab, wie das Bundesverfassungsgericht den Streit um die Beitragserhöhung entscheidet.







