Comeback mit "The Way of Water"So scheiterte Sam Worthington aus „Avatar 2“ als Hollywood-Star

Sam Worthington erlebte nach dem ganz großen "Avatar"-Erfolg einen Karriere-Knick. (lau/spot)
Sam Worthington erlebte nach dem ganz großen "Avatar"-Erfolg einen Karriere-Knick. (lau/spot)

DFree/Shutterstock.com/20th Century Studios

SpotOn NewsSpotOn News | 16.12.2022, 20:31 Uhr

Nach dem riesigen "Avatar"-Erfolg im Jahr 2009 galt der Australier Sam Worthington als der kommende Superstar in Hollywood - nur um durch Alkoholismus und eine schlechte Rollenauswahl diesen Status schnell wieder einzubüßen.

Den australischen Darsteller Sam Worthington (46) können Kinozuschauer derzeit in der "Avatar"-Fortsetzung "The Way of Water" auf der großen Leinwand erleben. Für Worthington stellt James Camerons (68) Epos das Comeback auf der ganz großen Hollywood-Bühne dar. Denn im Jahr 2010, nachdem "Avatar" zum bislang kommerziell erfolgreichsten Film der Kinogeschichte geworden war, schien das ganze Film-Business Worthington zu Füßen zu liegen – doch seinen gewonnenen Status als Hollywood-Superstar und Leading Man verspielte er in den darauffolgenden Jahren wieder.

Sam Worthingtons Blockbuster-Hauptrollen nach "Avatar"

Bereits kurz vor der Veröffentlichung von "Avatar" im Jahr 2009 war Worthington im vierten "Terminator"-Teil "Die Erlösung" zu sehen. Die Rolle hatte er auf Empfehlung von James Cameron erhalten. Nach dem gigantischen "Avatar"-Erfolg schien es für Worthington dann zunächst nur noch bergauf zu gehen: Er übernahm die Hauptrolle im Blockbuster "Kampf der Titanen" (2010), der weltweit beinahe 500 Millionen US-Dollar einspielte. Mit "Zorn der Titanen" folgte im Jahr 2012 ein Sequel.

Außerdem sprach Worthington in der erfolgreichen Ego-Shooter-Reihe "Call of Duty" seit "Black Ops" aus dem Jahr 2010 die Figur Alex Mason ein. Doch dann stagnierte die Karriere des attraktiven Australiers, bevor er so richtig in die Fußstapfen seiner Landsmänner Russell Crowe (58) und Mel Gibson (66) als Erfolgs-Export aus "Down Under" treten konnte. Was war passiert?

Probleme mit Alkoholismus

In einem ausführlichen Profil des US-Branchenmagazins "Variety" blickt Worthingston selbst offen und schonungslos auf die Zeit nach seinem gigantischen "Avatar"-Erfolg zurück, als er die Kontrolle über seine Karriere und um ein Haar sogar auch über sein Leben verlor. Sein neuer Superstar-Status und hoher Wiedererkennungswert bereiteten dem Star nach eigener Aussage immense Probleme, die er mit Unmengen von Alkohol zu ertränken versuchte. "Ich drehte durch, wenn mich jemand um ein Foto bat oder eines von mir schoss", so Worthington. In diesen Situationen sei sein "Angst-Level durch die Decke geschossen".

Bereits bevor er Anfang der 2010er Jahre ein Flugzeug bestieg, trank der heute 46-Jährige "vier bis fünf Gläser Champagner", während er am Gate wartete. "Ich dachte, das wäre normal", so Worthington. Damals habe er sich selbst "nicht gemocht. Das Trinken half mir, durch den Tag zu kommen".

Erst seine Ehefrau Lara Worthington (35), mit der er seit 2014 verheiratet ist, setzte ihm ein Ultimatum, mit dem Trinken aufzuhören. Nun, so Worthington, sei er seit acht Jahren trocken. Das Paar hat drei gemeinsame Kinder.

Eindimensionale Actionrollen und die eigene Arroganz

Doch nicht nur durch seinen Alkoholismus sabotierte Worthington seine einst so vielversprechende Hollywood-Karriere. Vor der gefloppten Fortsetzung "Zorn der Titanen" mied er das Fitnessstudio und erschien am ersten Drehtag mit einem sichtbaren Bauch. "Ich kümmerte mich nicht mehr darum, wie ich aussah", verrät der "Avatar"-Star. Selbstverständlich sei das keine patente Idee, wenn einem ein Hollywood-Studio eine Millionen-Gage zahlt, um einen "gemeißelten Helden" zu verkörpern, wie Worthington in der Rückschau selbst bemerkt.

Seine damalige Rollen-Auswahl tat ihr Übriges, um den mehr als vielversprechenden Karriere-Start in Hollywood wieder im Sand verlaufen zu lassen. "Die Filme, die ich direkt nach 'Avatar' drehte, waren große Spektakel, aber ich hätte mir Rollen aussuchen sollen, die sich ein wenig mehr mit der menschlichen Verfassung beschäftigen. Ich langweilte mich selbst mit dem, was ich tat. Und wenn ich mich selbst langweile, langweile ich todsicher auch das Publikum", erläutert Worthington.

"Hacksaw Ridge", "Manhunt: Unabomber": Sam Worthingtons neue Rollenauswahl

Schließlich setzte bei ihm ein Umdenken ein. Er erkannte: "Ich will nicht mehr nur die Action-Figur sein, die vorne steht. Und das ist okay. Es gehört einiges dazu, zu erkennen, was man in diesem Business möchte".

In den folgenden Jahren übernahm der Australier kleinere Rollen in ambitionierteren Projekten wie Mel Gibsons gefeiertem Kriegsfilm "Hacksaw Ridge" (2016) oder der ersten Staffel der Anthologie-Serie "Manhunt: Unabomber" (2017). Diese Produktionen schnitten bei Kritikern und Fachpresse wesentlich besser ab als Worthingtons vorherige Blockbuster. So steht etwa "Manhunt: Unabomber" auf der Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes bei hervorragenden 93 Prozent positiver Bewertungen, während "Zorn der Titanen" lediglich auf desaströse 26 Prozent kommt.

In diesem Zeitraum begann die langwierige Produktion von "Avatar: The Way of Water", die Worthington zurück in den Schauspiel-Olymp Hollywoods katapultierte. Der dritte Teil ist bereits abgedreht, und wird im Dezember 2024 in den Kinos erscheinen – gefolgt von Teil vier und fünf. Bis zum Jahr 2028 wird Worthington ins "Avatar"-Franchise eingebunden sein, wenn es nach den Plänen von James Cameron geht.

Daneben wird der Star in Bälde in Kevin Costners (67) Western-Epos "Horizon" zu sehen sein. Ganze vier Filme über die Entwicklung einer Stadt im amerikanischen Westen vor und nach dem Bürgerkrieg plant der zweifache Oscar-Preisträger Costner. Neben Co-Stars wie Sienna Miller (40), Luke Wilson (51) und Jamie Campbell Bower (34) steht Sam Worthington als Hauptdarsteller fest.