StarsStefan Raab schockiert mit möglicherweise antisemitischen Einspieler

Stefan Raab - AUG 2013
Stefan Raab schockiert mit möglicherweise antisemitischen Einspieler.
Die ‚Stefan Raab Show‘ auf RTL steht derzeit im Zentrum einer scharfen Debatte über Antisemitismus im deutschen Fernsehen.
Der Sender hat eine Folge der beliebten Late-Night-Sendung nach heftiger Kritik rückwirkend aus der Mediathek gelöscht: wegen eines Einspielers, der als antisemitisch interpretiert wurde. Der umstrittene Beitrag lief in der Ausgabe vom 27. Januar 2026, ausgerechnet am Internationalen Holocaust-Gedenktag, und widmete sich dem Dschungelcamp-Teilnehmer Gil Ofarim. Der Clip stellte den Sänger auf satirische Weise vor, deutete dabei aber an, Ofarim habe ein sogenanntes „Betrüger-Gen“, das er einem Onkel Samuel zu verdanken habe – eine Darstellung, die nicht nur in sozialen Netzwerken als antisemitisch konnotiert kritisiert wurde. Begleitet wurde die Szene von Bildern, die das stereotype Verhalten eines Mannes auf einem Markt zeigten und mit der Bemerkung unterlegt wurden.
Nach dem Ausstrahlungstag meldeten sich zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer sowie Prominente und Medien zu Wort. Autorinnen wie Susanne Siegert bezeichneten den Beitrag als „Nazi-Propaganda“, nicht als harmlosen Witz, und warfen RTL vor, antisemitische Klischees zu reproduzieren. Auch Moderatorin Ruth Moschner äußerte sich kritisch und warnte vor der Verharmlosung von Antisemitismus in der Medienlandschaft. RTL reagierte auf die Vorwürfe, indem der Sender den Einspieler komplett entfernte und betonte, er habe „zu Missverständnissen führen können“. In einer Stellungnahme gegenüber der ‚Jüdischen Allgemeinen‘ betonte der Sender, jede Form von Antisemitismus entschieden zurückzuweisen. Zugleich erklärte RTL, der Beitrag sei als humoristische Überspitzung gedacht gewesen, die sich auf Ofarims öffentliches Auftreten und frühere Betrugsvorwürfe bezogen habe. Für die Zukunft kündigte der Sender eine noch sensiblere Prüfung von Inhalten an, um ähnliche Kontroversen zu vermeiden.






