StarsTill Lindemann trauert

Till Lindemann - Rammstein
Till Lindemann trauert.
Gitta Lindemann ist im Alter von 87 Jahren gestorben.
Die frühere Kulturchefin des Norddeutschen Rundfunks (NDR) starb am Wochenende in ihrem Zuhause in Nordwestmecklenburg. Das bestätigte ihre Familie gegenüber dem Sender, wie ‚t-online‘ berichtet. Sie war nicht nur eine prägende Persönlichkeit des norddeutschen Kulturjournalismus, sondern auch die Mutter von Rammstein-Frontmann Till Lindemann. Der Sänger soll seiner Mutter zuletzt besonders nahegestanden haben. Bei einer Gedenkveranstaltung für seinen Vater Werner Lindemann, der am 7. Oktober seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, fehlte Gitta Lindemann bereits aus gesundheitlichen Gründen. Auch ihr Sohn nahm nicht teil, weil er seiner Mutter beistehen wollte.
Gitta Lindemann prägte über Jahre die Kulturberichterstattung des NDR in Mecklenburg-Vorpommern. 1993 übernahm sie die Leitung der Kulturredaktion. In dieser Funktion entwickelte sie unter anderem das ‚Literatur-Café‘, in dem sie zeitgenössische Autorinnen und Autoren vorstellte. Auch das sonntagabendliche Format ‚Kunstkaten‘, das besondere kulturelle Themen aus der Region aufgriff, entstand unter ihrer Verantwortung. 2002 ging Lindemann in den Ruhestand. Ihre Begeisterung für Literatur und Kunst blieb jedoch ungebrochen. Noch wenige Monate vor ihrem Tod stellte sie auf der Leipziger Buchmesse ihren Lyrikband ‚Lautlos‘ vor.
Der NDR würdigte die Verstorbene in einem Nachruf als „inspirierende und für alles offene, lustige und kluge Frau“. Ihre Haltung zum Leben brachte Lindemann selbst mit einem Rat an jüngere Kollegen auf den Punkt: „Neugierig sein. Wenn Neugier aufhört, dann ist man alt.“ Trotz ihres hohen Alters sei sie deshalb nie „wirklich alt“ gewesen. Gitta Lindemann war mit dem Schriftsteller Werner Lindemann verheiratet. Ihr Verhältnis zu Till, der mit Rammstein international bekannt wurde, galt als eng. Im August 2019 veröffentlichte der Musiker ein gemeinsames Foto, auf dem seine Mutter im Rollstuhl sitzt und er hinter ihr steht. Einen Kommentar fügte er damals nicht hinzu.
Der Sänger steht allerdings seit Jahren auch wegen schwerwiegender Vorwürfe im öffentlichen Fokus. Im Umfeld der Rammstein-Tour 2023 berichteten Frauen von mutmaßlichen sexuellen Übergriffen und Situationen, in denen sie sich unter Druck gesetzt gefühlt hätten. Lindemann wies Vorwürfe sexueller Übergriffe zurück. Die Berliner Staatsanwaltschaft stellte ihre Ermittlungen im August 2023 mangels hinreichenden Tatverdachts ein. Eine strafrechtliche Verurteilung wegen dieser Vorwürfe erfolgte nicht. Nun steht für den Musiker ein persönlicher Verlust im Mittelpunkt: der Tod seiner Mutter, die Kultur und Literatur bis zuletzt verbunden blieb.







