Mittwoch, 25. März 2020 20:00 Uhr

TV-Kritik “Promis unter Palmen”: Das Paradies der Peinlichkeit

© SAT.1/Richard Hübner

Heute um 20.15 Uhr startet „Promis unter Palmen“ bei Sat.1. Wir haben uns die erste Folge exklusiv vorab angeguckt. Schon der Untertitel zur Sendung liest sich vielversprechend: Für Geld mache ich alles. Und Achtung, Spoiler: Die Zuschauer werden nicht enttäuscht sein!

In der neuen Reality Show teilen sich zehn viel zu extrovertierte Promis eine prachtvolle Villa am Palmenstrand in Thailand. Sie werden rund um die Uhr von 60 Kameras dabei beobachtet, wie sie in verschiedenen Spielen um viel Geld und natürlich noch mehr Aufmerksamkeit kämpfen. Dabei wird gezetert, geflucht und beleidigt – besonders gerne unter der Gürtellinie und abseits jeglichen guten Geschmackes…

TV-Kritik “Promis unter Palmen”: Das Paradies der Peinlichkeit


© SAT.1/Richard Hübner

Trash-TV vom Feinsten

Man darf sich auf lodernde Leidenschaft, lustige Lebensfreude und viel Lecko Mio freuen – kündigt der Sprecher gleich im Vorspann an. Und auch der Cast liest sich wie das Who-is-Who der deutschen C- und D-Prominenz. Und so landen nacheinander unter anderem Ronald Schill (61), Désirée Nick (63), Bastian Yotta (43), Claudia Obert (57) und Matthias Mangiapane (36) in der malerischen Strandvilla, um sich sofort daneben zu benehmen. Wir das rund um die Uhr von Kameras aufgezeichnet, nennt sich das Ergebnis nicht Therapie, sondern Trash-TV. Vom Feinsten.

Die ganz Großen unter sich

Da wäre zum Beispiel Janine Pink (32), die sexy Sächsin mit Mut zur Mundart, die in Thailand unerwartet auf ihren Ex-Kurzzeit-Lover Tobi Wegener (26) trifft, was beiden gar nicht gefällt. Oder Eva Benetatou (27), Carina Spack (23) und Ennesto Monte (46). Allesamt Ex-Kandidaten irgendwelcher Reality-Formate – und absolut nicht kamerascheu. Ennesto zum Beispiel ist unser Mann mit der Penisvergrößerung. Mehrfach, versteht sich. Daher erhält er gleich beim Einzug vom Off-Sprecher den Titel ‘Deutschlands Palmenwedler Nummer eins’ und ‘die lebende Lenden-Legende’.

TV-Kritik “Promis unter Palmen”: Das Paradies der Peinlichkeit

Frau Nick. © SAT.1/Richard Hübner

Ex-Friseur Matthias Mangiapane ist von Beruf laut eigenen Angaben “schon eigentlich Künstler” und Ex-Richter Gnadenlos Ronald Schill ist nur wegen der Kohle aus Rio angereist. Besondere Highlights: die selbst ernannte Mode-Ikone Claudia Obert scheint dauerbesoffen und wechselt gefühlt alle 20 Minuten ihr Outfit. Und natürlich wäre da noch Bastian Yotta.

Das mehrdimensionale Kraftpaket verschont auch Thailand nicht von seinem unsäglichen ‘Miracle Morning’-Ritual und Weisheiten – wie dieser: “Das Universum breitet sich seit Milliarden von Jahren aus – und so möchte auch ich mich ausbreiten.” Meister Yotta scheut den Vergleich mit dem Universum nicht. Die ganz Großen unter sich eben.

TV-Kritik “Promis unter Palmen”: Das Paradies der Peinlichkeit

Frau Obert. © SAT.1/Richard Hübner

Lästerzunge „La Nick“ teilt aus

Beobachtet und kommentiert wird das ganze Spektakel von Désirée Nick, der selbst ernannten “spitzestes Zunge der Nation“. So lästert „La Nick“ über Eva: „Ein Püppchen – aber für ein richtiges Püppchen ist sie nicht hübsch genug. Carina findet sie “schwabbelig” und “zu billig”, Meister Yotta beschimpft sie als “Großmaul” und Matthias trägt “zu weiße Zähne” und laut Nick die Frisur von Nordkoreas Diktator Kim Jong-un. Am wenigsten lieb hat “La Nick” aber “die Obert”. Die erinnert sie sie an “eine betrunkene, mannstolle 60-Jährige. Die ist ja notgeil.“

TV-Kritik “Promis unter Palmen”: Das Paradies der Peinlichkeit

Herr Mangiapane. © SAT.1/Richard Hübner

Garant für gute Laune

“Promis unter Palmen” ist eine Mischung aus “Big Brother” und “Takeshi’s Castle”. Eine Art “Sommerhaus der Stars” – nur noch viiieeel niveauloser. Noch mehr Firlefanz und noch mehr Fremdscham. Wer eine kuschelige Kuppelshow erwartet, ist fehl am Platz. Doch für alle Freunde der ganz besonders leichten Fernsehunterhaltung ist die Show ein Garant für gute Laune und ein absolutes MUSS. Denn wie jede gute Reality Show zeigen auch die Palmen-Promis, wie wunderbar sich zu ihrem Gehampel und Gezeter entspannen lässt. Gerade in Zeiten der Corona-Krise, wo zu ernste Nachrichten und zu viel Zeit zuhause unseren Alltag bestimmen, tut so eine wohl dosierte Portion Trash-TV einfach nur gut!

Was werden wir die nächsten Wochen zu sehen bekommen? Für weitere Ausblicke kehren wir am Ende der Show zum Anfang zurück. Da sagt der Sprecher bereits im Vorspann: Zehn Reality-Stars mit nur einer einzigen Gemeinsamkeit. Welche das ist, weiß Tobi Wegner: “Ich glaube manche machen für Geld alles.” Dem ist nichts mehr hinzuzufügen außer: Gute Unterhaltung!

TV-Kritik “Promis unter Palmen”: Das Paradies der Peinlichkeit

Herr Yotta.
© SAT.1/Richard Hübner

Unsere Wertung

Überraschung des Abends: die tapsig anrührende Welpen-Art von Ex-Dachdecker Tobi und die bodenständige Lässigkeit von Lenden-Legende Ennesto

Peinlichster Moment der Show: Ronald Schill fingert Claudia Obert unterm gerüschten Gardinenkleid rum. Was er dort findet? „Durchaus festes Gewebe.“

Weisheit des Abends: Schill landet ganz knapp vor Meister Yotta mit seinem philosophischen Abriss zum Thema: WARUM greift er der Obert unters Kleid?

Unterhaltungsfaktor: sehr hoch

Fremdschamfaktor: noch höher

Größter Nervfaktor: die ständig angesoffene Claudia Obert

Wie geht es weiter: In Folge zwei erwartet uns ein Bitchfight vom Allerfeinsten, bei dem besonders die älteren Semester verbal zur peinlichsten Version ihrer selbst werden

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