Hape Kerkeling: Das sind seine besten Filme

Hape Kerkeling und seine Filme
Hape Kerkeling und seine Filme

IMAGO/ Eventpress

06.09.2021 17:49 Uhr

Witzischkeit kennt bekanntermaßen keine Grenzen. Das beweist Hape Kerkeling nicht nur in seinen Rollen als Entertainer und seinen vielen Fernsehfiguren, sondern auch auf der großen Kinoleinwand.

Zuerst waren da seine legendären Rollen im Fernsehen: Hannilein, Königin Beatrix, Evje van Dampen, Siegfried Schwäbli oder Uschi Blum. Doch Hape Kerkeling (56) zeigte schon sehr früh in seiner Karriere, dass er nicht nur TV kann, sondern auch für die ganz große Leinwand bestimmt war.

Filme wie „Kein Pardon“ (1993) oder „Der Junge muss an die frische Luft“ (2018) erreichten ein Millionenpublikum. Dabei fungierte Hans-Peter Wilhelm Kerkeling nicht nur als Autor für das Drehbuch der Filmvorlagen, sondern manchmal auch als Regisseur und Darsteller.

Der große Erfolg von Kerkelings Autobiografie im Kino

Als der Film „Der Junge muss an die frische Luft“ 2018 ins Kino kam, dauerte es gerade drei Wochen, bis er die zwei Millionen Besucher-Grenze knackte. Schon das Buch war ein Bestseller gewesen, vielleicht vor allem deshalb, weil es eine sehr authentische Darstellung der Kleinbürgerlichkeit von Recklinghausen der 70er und 80er Jahre darstellt.

Die Zuschauer wurden mit der Tatsache konfrontiert, dass die Komik, die Kerkeling nahezu angeboren scheint, einen sehr ernsten Hintergrund hat.

Sein komödiantisches Talent setzte der kleine Hans-Peter in seiner Kindheit dazu ein, der depressiven Mutter Margret ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern in der Hoffnung, ihr damit das Leben zu retten – vergeblich. Trotz aller Tragik ist „Der Junge muss an die frische Luft“ auch geprägt von sehr vielen schrulligen Figuren und den gewohnten Lachmomenten.

Die Hauptrolle spielte der Darsteller Julius Weckauf, Regie führte Caroline Link und Produzenten waren Sebastian Werninger, Nico Hofmann und Hermann Florin. Der Kinofilm bekam zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Bayerische Filmpreis 2018 für die beste Regie, der Jupiter Award 2019 als Bester Spielfilm national und sowie zahlreiche Nominierungen und Auszeichnungen vom Deutschen Filmpreis 2019.

Hape Kerkeling: Das sind seine besten Filme
Das Filmplakat zu „Kein Pardon“ von 1993. Regie: Hape Kerkeling, Darsteller: Hape Kerkeling…

Foto: IMAGO / United Archives

„Kinderstunde“ und „Kein Pardon“: So kam Kerkeling zum Film

Seine allererste eigene Fernsehshow „Kinderstunde“ bekam Kerkeling 1984 mit gerade einmal 20 Jahren. Die rothaarige Hannilein stellt den Zuschauern in diesem Fernsehfilm ihre Familie vor – auch sämtliche Familienmitglieder werden als Rolle von Kerkeling verkörpert.

Der erste Kinofilm, für den er zusammen mit seinem damaligen Partner Angelo Colagrossi das Drehbuch schrieb und später auch Regie führte, kam 1993 ins Kino. In „Kein Pardon“ wird die Familie Schlönzke aus dem Ruhrgebiet porträtiert, die einen Schnittchenservice betreibt und auf Beerdigungen Leberwurst-Häppchen verteilt. Klingt witzig – ist es auch. Aus dem Film wurde sogar ein eigenes Musical gemacht.

Liebe zur Monarchie lebt Kerkeling auch hinter der Kamera aus

Spätestens seit Hapes legendärem Auftritt als Königin Beatrix kennen wir die parodistische Verbundenheit des Komikers mit den Königshäusern. In der Komödie „Willi und die Windzors“ (1996) führte der Comedian Regie und ging ganz in der überzogenen Darstellung der britischen Monarchie auf.

Dass er auch am Drehbuch mitarbeitete, merkt man schon am Plot, der das Publikum mal wieder ins Kleinbürgertum zu den Möbelhausbesitzern Willi und Else Bettenberg führt, die plötzlich Queen Elizabeth und ihre Verwandten bei sich aufnehmen müssen. Eine groteske Vorlage, die Kerkeling vor der Kamera mal wieder zu Gold gemacht hat.

Hape Kerkeling: Das sind seine besten Filme
Hape Kerkeling winkt 1991 als Königin Beatrix der Niederlande vor dem Schloss Bellevue in Berlin

Foto: IMAGO / Jürgen Schwarz

„Isch kandidiere“ – Horst Schlämmer als Bundeskanzler

Dass Hape Kerkeling und seine Kunstfiguren in ihren Zielstellungen nicht gerade bescheiden sind, ist gemeinhin bekannt. In seinem erfolgreichen Kinofilm „Horst Schlämmer – Isch kandidiere“ aus dem Jahr 2009 wird der unaufhaltsame Aufstieg des titelgebenden Nachwuchs-Politikers und seiner HSP-Partei dokumentiert.

In tragenden Rollen sind namhafte Politiker, Musiker und TV-Stars der Bundesrepublik Deutschland zu sehen, die Schlämmers Visionen unterstützen. Er möchte Bundeskanzler werden und gründet dazu eine eigene Partei.

Auf dem Wahlprogramm stehen existenzielle Fragen wie zum Beispiel die Einführung des Bundeshasen als Wappentier, die Ernennung von Grevenbroich zur Hauptstadt und gratis Sonnenbänke für alle. In der Kritik kam der Film derweil nicht so gut an. Die Rheinische Post bewertete ihn als „schamlos schlecht“ und für das Portal Filmstars.de handelte es sich um eine „komödiantische Fehlzündung“. Trotzdem strömten über eine Millionen Menschen in die Kinos, um den Film zu sehen.

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Hape Kerkeling 2009 als Horst Schlämmer bei der Premiere von „Isch kandidiere“ in Berlin

Foto: IMAGO / Eventpress

„Ich bin dann mal weg“: Hape Kerkeling auf dem Jakobsweg

Der Hape Kerkeling Film „Ich bin dann mal weg“ von 2015 basiert auf dem gleichnamigen Buch, in dem der Entertainer seine Reise-Erfahrungen auf dem Jakobsweg teilt. In dem Film ging es Kerkeling darum, einen Menschen zu zeigen, der mit den Figuren auf der Leinwand nichts gemeinsam hat.

Wie später in dem Hape Kerkeling-Film „Der Junge muss an die frische Luft“ versucht er sich schon hier an der autobiografischen Darstellung eines Mannes, der psychisch und physisch an seine Grenzen gestoßen ist. Die Hauptrolle wollte er bewusst nicht selbst übernehmen, weil Kerkeling aus einer Zeit berichtet, in der er 36 war und dies mit seinen damals 51 Jahren nicht mehr authentisch verkörpern könne.

„Der Boandlkramer und die ewige Liebe“: Der neue Film mit Bully Herbig und Hape Kerkeling

„Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ – unter diesem Titel ist die Co-Produktion von Bully Herbig und Hape Kerkeling seit Mai 2021 auf Amazon Prime Video zu sehen.

„Boandlkramer“ ist eine alte, bairische Bezeichnung für den Tod, gespielt von Bully Herbig. Nun hat sich der Tod aber plötzlich verliebt – in eine Frau namens Gefi, die er gerne für sich gewinnen möchte. In seiner großen Not sucht er Hilfe beim Teufel, gespielt von Hape Kerkeling.

Ursprünglich sollte der Film auf der Kinoleinwand erscheinen. Nach mehreren, pandemiebedingten Verschiebungen ist er nun bei Amazon Prime zu sehen.

Hape Kerkeling auf den Spuren der Weltgeschichte

Gibt es eigentlich auch einen Themenbereich, den Hape Kerkeling in Film und Fernsehen ausgespart hat? Uns ist nichts eingefallen. Er hat nicht nur Kinofilme gedreht, als Entertainer auf der Bühne die Massen begeistert und Kunstfiguren erfunden, sondern war auch dokumentarisch in einer Fernsehreihe des ZDF mit dem Titel „Unterwegs in der Weltgeschichte“ zu sehen.

Die 6-teilige Reihe führt den Moderator nicht nur an die unterschiedlichsten Orte; er schlüpft auch – es wäre sonst nicht Kerkeling – immer mal wieder in die Rolle historischer Persönlichkeiten. „Spiegel Online“ beurteilte die „Terra-X“-Reihe als eine Art „Volkshochschulkurs mit Travestie-Einlagen“, die nur in „beschränktem Maße“ witzig sei.

Trotzdem waren die Einschaltquoten sehr gut und lagen weit über dem, was „Terra X“ sonst an Zuschauern verzeichnet.

Schneemann und Panda: Kerkeling als Synchronsprecher

Hape Kerkeling leiht Filmen nicht nur sein Gesicht, sondern manchmal auch nur seine Stimme. Zu seinen bekanntesten Synchronrollen gehört wohl der lustige Schneemann Olaf aus dem Film „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“. Sein charmantes „Ich liebe Umarmungen“ ist schon zu so etwas wie einem geflügelten Wort geworden. In „Kung Fu Panda“ synchronisierte Kerkeling darüber hinaus in allen drei Teilen den Part der Figur Po, im Original gesprochen von Jack Black.

Hape Kerkeling und sein Vermögen: Wird man mit Witzischkeit Millionär?

Foto: IMAGO / Oliver Langel

Wer noch mehr von Hape Kerkeling hören möchte, sollte den ARD-Podcast „Früher war mehr Lametta“ einschalten. Dort gibt Kerkeling in einer Folge tiefe Einblicke in die Geschichten hinter „Hurz“ und Königin Beatrix. (CITA)