Jim Raketes „NOW“ und 5 weitere wichtige Dokus zum Thema Klimaschutz

Jim Rakete Filmpremiere „NOW“
Jim Rakete Filmpremiere „NOW“

IMAGO / Future Image

27.08.2021 20:30 Uhr

Jim Raketes Klimaschutz-Film „NOW“ feierte gestern Abend in München Premiere. In der Doku kämpfen Greta Thunberg, Wim Wenders und Luisa Neubauer gemeinsam für den Planeten. Doch der Film ist nicht der einzig sehenswerte zum Thema.

In Jim Raketes Film Debüt „NOW“ stehen bekannte nationale und internationale Umwelt-Aktivisten vor der Kamera und setzte sich leidenschaftlich für die Rettung unseres Planeten ein. Bildgewaltig dargestellt vom bekannten, deutschen Fotografen, der sich mit der Dokumentation, die gestern in Deutschland Kinopremiere feierte, auf Neuland wagt.

Greta Thunberg blickt mit ihren vorwurfsvollen großen Augen in die Kamera und holt den Zuschauer direkt ins Boot. Das schippert für fast 80 Minuten über einen, mit Plastikflaschen verseuchten Ozean, braust einen staubigen Kohlehügel hinab, an abgeholzten Wäldern vorbei und durch Gruppen demonstrierender Umwelt-Aktivisten hindurch. Der Regisseur Wim Wenders meldet sich zu Wort und „Fridays for Future“ Gründerin Luisa Neubauer appelliert an alle, komplett umzudenken. Und zwar: NOW!

Die besten Umwelt-Klassiker

Der Film von Jim Rakete soll keine Anklage sein, sondern Hoffnung machen „und auf die Aussichten gucken, also welche Auswege gibt es aus dieser Krise.“ sagt der Regisseur. Mit diesem Vorhaben ist er nicht alleine. Immer mehr Filmemacher widmen sich dem Thema Umweltschutz und produzieren Filme mit nachhaltigen Inhalten.

Der absolute Pionier: „Meteora: The Unchained Goddess“ (1958)

Der erste internationale Umwelt-Film erschien schon 1958 „Meteora: The Unchained Goddess“ von Frank Capra. Der Regisseur machte die Folgen der vom Menschen verursachten Erderwärmung in seiner US-TV-Dokumentation bereits damals mehr als deutlich: „Durch den jährlichen Ausstoß von mehr als sechs Milliarden Tonnen Kohlendioxid in Fabriken und Autos, der dazu führt, dass die Luft Hitze von der Sonne aufnimmt, scheint unsere Atmosphäre wärmer zu werden“, heißt es in dem Film.

Al Gores Oscar prämierter Film „Eine unbequeme Wahrheit“ (2006)

Einer der wenigen Aktivisten-Filme, die sogar mit einem Oscar ausgezeichnet wurden, war Al Gores „An Inconvenient Truth“ von 2006. Der ehemalige amerikanische Vizepräsident erhielt den Friedensnobelpreis für sein klimapolitisches Engagement.  „Eine unbequeme Wahrheit“, wie der Film auf Deutsch heißt, machte das Thema Umweltschutz zu einer öffentlichen und politischen Debatte. Die Doku zeigt, dass globale Erwärmung real ist, vom Menschen verursacht wird und ihre Auswirkungen katastrophal sein werden, wenn wir nicht sofort handeln.

„Mein Leben auf unserem Planeten“ – von Pionier David Attenborough (2020)

David Attenborough gilt als der Pionier für Naturdokumentationen und sein Gesicht und seine Stimme sind weltbekannt aus unzähligen, großen BBC-Produktionen. 2020 kam seine Netflix-Serie „Mein Leben auf unserem Planeten“ heraus, in der es um die prägenden Momente im Leben des gefeierten Forschers und Filmemachers geht. Er spricht darin nicht nur über seine persönlichen Herausforderungen, sondern die des Planeten und unterlegt dies mit eindrucksvollen Bildern.  Gleichzeitig überbringt Attenborough, genau wie Rakete in „NOW“, eine hoffnungsvolle Botschaft für zukünftige Generationen, indem er Lösungen vorstellt, wie wir unsere Welt vor der endgültigen Katastrophe retten können.

Die neuen: „Cowspiracy“ – Kip Andersens Kritik an der Massentierhaltung

Nachdem er Al Gores „Eine unbequeme Wahrheit“ gesehen hat, hat das Thema Klimawandel den Produzenten Kip Andersen nicht mehr losgelassen. Der damalige Hobby-Filmemacher fand bei seinen Recherchen zur Umweltthematik heraus, dass die industrielle Tierhaltung der Erde mehr Schaden zufügt, als jede andere Industrie und drehte darüber die Doku „Cowspiracy“. In dem Projekt konfrontiert er Vertreter von Organisationen wie Greenpeace, Sierra Club, Natural Resources Defense Council (NRDC) und anderen bekannten Umweltschutzorganisationen mit der Problematik und fragt, warum jeder den Einfluss, den die Massentierhaltung auf die Umwelt hat, ignoriert.

Ein moderner Aufklärungsversuch für alle: „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“

Der französische Aktivist Cyril Dion und die Schauspielerin Mélanie Laurent aus dem Hollywood Kinohit „Inglourious Basterds“ haben für ihren Dokumentarfilm „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“ nicht nur einen César (das französische Pendant zum Oscar) für die beste Doku des Jahres gewonnen, sondern auch weltweite Anerkennung. Die beiden Aktivisten reisen in dem Film um die ganze Welt und sprechen mit Politikern, Wissenschaftlern, Landwirten und verschiedenen Organisationen zum Thema Umweltschutz und Klimawandel. Auf ihre Frage, welche Lösungen es gibt, hat keiner eine Antwort. Sie wollen jedoch keine Angst vorm Weltuntergang schüren, sondern vermitteln, dass es noch nicht zu spät ist die Welt zu retten. (JH)