Die ungleichen BrüderPrinz Harry und Prinz William: Das steckt hinter dem Dauer-Zoff

Prinz Harry und Prinz William: Das steckt hinter dem Dauer-Zoff
Prinz Harry und Prinz William: Das steckt hinter dem Dauer-Zoff

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Redaktion KuTRedaktion KuT | 02.05.2022, 14:24 Uhr

Prinz Harry und Prinz William, die Sprösslinge von Charles und Diana, stehen seit ihrer Geburt im Licht der Weltöffentlichkeit. Doch stets war eine gewisse Rivalität zwischen den Brüdern zu spüren, die mit der Ehe von Harry und Meghan zu eskalieren scheint. Insbesondere die Queen leidet sehr unter dem Zerwürfnis.

Seit frühester Kindheit steht Prinz Harry (37) im Schatten seines Bruders William. Schon immer war daher ein gewisser Konkurrenzkampf zwischen den beiden Söhnen des britischen Königshauses zu spüren. Doch erst jetzt, da Harry in den Hafen der Ehe eingefahren ist, kommt es zum offenen Bruch.

Darunter leidet wohl insbesondere das Oberhaupt der königlichen Familie. Im Dezember 2021 sagte ein Familienmitglied der Royals dem „Mirror“, für die Queen sei der Streit  „unglaublich traurig“ und „schwer zu ertragen.“ 

Zwar würden die Konflikte seit Kindheitstagen schwelen, allerdings kam es zuletzt vermehrt zu emotionalen Ausbrüchen und sehr offenen Worten zwischen den beiden Brüdern – sehr zum Leidwesen von Queen Elizabeth II..

Prinz Harry: „Wer zum Teufel glaubst du, wer du bist?“

„Wer zum Teufel glaubst du, wer du bist?“ Diese Worte soll Harry William in einem Streit wütend entgegen geschmettert haben. Gegenstand der Auseinandersetzung: Meghan Markle (40). Offenbar hatte William arge Bedenken wegen der neuen Frau im Leben seines Bruders und dem Licht, das deren schwierige familiäre Verhältnisse auf die Royals werfen könnten, wenn Harry sie heiraten würde.

Schwer wog aber wohl auch der Vertrauensbruch, der dem Streit vorausgegangen war. Harrys hatte William nämlich im Vertrauen von seinen Überlegungen erzählt, Meghan einen Antrag zu machen. William wiederum rannte dann wohl direkt zu Papa Charles (73) und holte auch den Onkel mütterlicherseits, Charles Edward Maurice Spencer, 9. Earl Spencer (57), ins Boot. Zu dritt wollten sie Harry davon überzeugen, es mit Meghan nicht zu überstürzen. Das wollte Harry nicht hören – und seither ist die schon immer schwierige Beziehung zwischen den Brüdern eskaliert.

Wie konnte es so weit kommen, und was bricht sich da Bahn?

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William, zweiter in der Thronfolge – erster unter Brüdern

Prinz William ist die Nummer zwei in der britischen Thronfolge. Wenn man bedenkt, dass Queen Elizabeth II. (95) einen Hang dazu hat, jeden zu überleben, ist es gar nicht einmal so unwahrscheinlich, dass der immerhin auch schon 73 Jahre alte Charles nie auf dem Thron sitzen wird, sondern William seiner Großmutter direkt auf den Thron folgt.

Kurzum: William wird mal König und somit Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs und der übrigen Commonwealth Realms. Harrys Aufgabe dagegen besteht lediglich darin, die Etikette einzuhalten, was ihm zeitweilig eher schlecht als recht gelang.

Prinz Harry: So ist das Verhältnis zu Vater Charles

Hinzu kommt, dass William klar der Liebling innerhalb der Familie ist. Und auch seine Frau Kate (39) bzw. Her Royal Highness Catherine, Duchess of Cambridge fügt sich in die britische Königsfamilie ein und passt sich den Gepflogenheiten an.

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Harry auf der royalen Ersatzbank

Ganz anders die Herzogin an Harrys Seite: Meghan, Duchess of Sussex, wie Meghan Markle seit der Hochzeit heißt, will nicht so recht ins Königshaus passen. Es liegt aber nicht einzig und allein an Meghan, die plötzlich ins Bild trat, dass Harry mit seinem Bruder auf Kriegsfuß steht.

Prinz Harry und Meghan Markle: Zwei gegen die englische Krone und den Rest der Welt

So heißt es im Englischen, eine adelige Ehe müsse stets zwei Söhne hervorbringen: „An heir and a spare.“ Zu Deutsch: „Einen Erben und einen in der Hinterhand.“ Wobei der „in der Hinterhand“ nun mal für die Ersatzbank da ist, für den Fall, dass der Erbe ausfällt. Prinz Harry wurde stets an seine Rolle als Platzhalter erinnert, denn selbst seine Mutter Diana sprach von ihm als ihrem „Spare“.

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Keine Chance gegen den Musterschüler

Doch auch ohne diesen Umstand stand Harry in Williams Schatten. So war William ein durchaus starker Schüler, während Harry außer im sportlichen Bereich keine guten schulischen Leistungen erzielen konnte. Er bestand seine A-Level (britisches Äquivalent zum Abitur) mit Ach und Krach und das auch nur, weil die Lehrer ihm in den Prüfungen halfen, denn ein Spross der Königsfamilie ohne entsprechenden Abschluss wäre ein Skandal erster Güte gewesen.

Wenn einem stets vor Augen geführt wird, wie viel intelligenter der eigene Bruder ist und der auch sonst bevorzugt wird, rebelliert man als Jugendlicher – und das tat Harry nicht zu knapp. Als Partyprinz Dirty Harry ging er durch die Medien. Dann noch eine Beziehung zu Chelsy Davy (36), deren Vater Geschäfte mit dem simbabwischen Diktator Robert Mugabe gemacht hatte. Kurzum: Harry war das ewige schwarze Schaf der Familie.

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Der Schatten Dianas

Auch fast ein Vierteljahrhundert nach ihrem Tod spielt die Mutter von William und Harry keine unwesentliche Rolle in dem Konflikt. Die Brüder waren, als Diana in Paris tödlich verunglückte, 15 und 13 Jahre alt. Die Ehe der Eltern war bereits geschieden, denn schon als Harry zur Welt kam, hatte es zwischen Charles und Diana gekriselt. Das Gerücht, Harry sei nicht Charles leiblicher Sohn, hält sich bis heute hartnäckig.

Doch der Umgang des Königshauses mit seiner Frau Meghan erinnert Harry, wie er im berüchtigten Oprah-Interview im März 2021 zugab, an den mit seiner Mutter. Nicht wirklich in der Familie willkommen geheißen, gejagt von der Boulevardpresse und im Stich gelassen. Meghan trägt sogar eine Uhr Dianas als Tribut an die Königin der Herzen.

Das Interview bei Oprah Winfrey (67) wäre vermutlich auch der Sargnagel in der Beziehung der beiden Prinzen gewesen, hätten sie nicht bald darauf aus traurigem Anlass wieder zusammen kommen müssen…

Chance auf Versöhnung bei der Beerdigung des Großvaters

Im Alter von 99 Jahren verstarb am 9. April 2021, also ziemlich genau einen Monat nach der Ausstrahlung des Oprah-Interviews, der Großvater von William und Harry, Prinz Philip. Zum Staatsbegräbnis am 17. April 2021 in der St George’s Chapel in Windsor Castle kam natürlich die gesamte königliche Familie zusammen. Eine fehlte jedoch: herzogin meghan.

Lange war nur bekannt, dass die Queen den engsten Kreis der Familie nach der Beisetzung, bei der die Brüder schon auf Abstand geblieben waren, nach Windsor Castle einlud. Was da dann passierte, enthüllt Robert Lacey (77), der als der Experte für das britische Königshaus gilt, in der „Daily Mail“: „Sie sind sich sehr heftig an die Kehle gegangen. […] Die Wut und der Zorn zwischen den beiden ist so unglaublich tief geworden. Es sind zu viele harte und verletzende Dinge gesagt worden.“

Gerade in Bezug auf Meghan hielt William sich auch diesmal nicht zurück, denn als jemand äußerte, jeder habe doch eine schwierige Schwägerin in der Familie, soll William zunächst genickt und dann gebrüllt haben: „Aber sieh dir an, wie diese verdammte Frau meine Mitarbeiter behandelt hat – gnadenlos!“ Eine etwas friedfertigere Aussprache gab es wohl beim Spaziergang von Harry mit Vater Charles, ehe der Duke of Sussex zu seiner schwangeren Frau heim in die USA flog.

Hat der Streit die Wogen geglättet? Wohl eher nicht, wie ein weiteres öffentliches Event wenig später zeigte.

Eisiges Schweigen bei der Ehrung Dianas

Als im Mai letzten Jahres eine Statue zu Ehren Dianas enthüllt wurde, traten die zerstrittenen Brüder wieder gemeinsam vor die Augen der Öffentlichkeit. Es wurde ein verkrampfter Festakt. Zwar sprachen Harry und William zeitweise wieder miteinander sprachen und lachten gar gemeinsam. Allerdings verließ Harry das Event nur 20 Minuten nach dem Ende, ohne eine tiefere Unterhaltung mit seinem Bruder geführt zu haben.

Freunde der beiden äußerten sich „Mirror“ gegenüber besorgt – nach Versöhnung sähe es aktuell eher nicht aus: „Harry und William zogen eine Show ab, taten, was sie tun mussten, um sicherzustellen, dass der Tag reibungslos verlief und verabschiedeten sich. Es war nichts weiter, es gab nichts zu besprechen.“ Und weiter: „Die Dinge sind immer noch viel zu verletzend für William und andere Mitglieder der Familie, um Harry zu ertragen, also ist es das Beste, die Dinge für den Moment ruhen zu lassen.