Angelina Jolie: So steht es um die Gesundheit des „Eternals“-Stars

Redaktion KuTRedaktion KuT | 28.12.2021, 12:02 Uhr

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Angelina Jolie steht seit frühester Kindheit vor der Kamera. Bei so viel Glamour sollte man meinen, dass es ihr wunderbar geht. Doch auch große Hollywood-Stars werden von Krankheiten heimgesucht – physisch wie psychisch. Und nicht nur das Thema Brustkrebs belastet Jolie seit Jahren...

Angelina Jolie (46) zählt zu den größten Hollywood-Stars unserer Zeit. Aber selbst das Leben derer, die im Rampenlicht stehen, hat seine Schattenseiten. Angelina Jolies Kindheit war geprägt von Mobbing und daraus resultierend einer kaputten Psyche.

Das Erwachsenenalter wird wegen des frühen Todes der Mutter von der Angst vor Krebs und ebenfalls frühem Tod überschattet. Und dann ist da natürlich noch die Scheidung von Brad Pitt sowie der Sorgerechtsstreit, den sie als das „Trauma ihres Lebens“ bezeichnet.

Heute gilt Angelina Jolie als vereinsamt, schwer zugänglich – und äußert sich, gefragt nach ihrem mentalen Zustand, auch nur vorsichtig. „Das ist wirklich schwer zu beantworten. Wie geht es mir? Ich stelle fest, dass man manchmal Dinge überleben kann, aber nicht weiß, wie man sich fühlen und wie man leben soll. Es geht also mehr darum, offen zu sein. Ich versuche wirklich, als Mensch wieder offen zu sein“, sagte sie „The Guardian“ kürzlich.

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Angelina Jolie: Nach „Eternals“-Premiere in Quarantäne

Erst jüngst war Jolie wieder konfrontiert mit dem allgegenwärtigen Thema Krankheit in ihrem Leben.

Die Fotos des Hollywoodstars gemeinsam mit den fünf Kindern auf dem roten Teppich der „Eternals“-Premiere gingen um die Welt, doch danach war Schluss mit den Promotion-Terminen für den neusten Streich aus dem Hause Marvel: Weil sie dem Coronavirus ausgesetzt waren, hieß es für Angelina und alle sechs Kinder, aber etwa auch für Co-Star Kit Harington (34) – ab in Quarantäne. Die Schauspieler befinden sich aktuell also in Isolation und können nur per Schalte für den Blockbuster werben.

Angelina Jolie dürfte das wegstecken, denn der Hollywood-Star ist schließlich Leid erprobt. Das begann schon in früher Kindheit.

Angelina Jolie musste die Promotion für „Eternals“ unterbrechen und sich in Corona-Quarantäne begeben

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Traumatische Jugend und was daraus wurde

Die Eltern von Angelina Jolie sind die Schauspieler Jon Voight (82) und Marcheline Bertrand (†). Von Familienglück für Angelina kann aber nicht die Rede sein: Ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter trennten sich ihre Eltern. Bertrand nahm Angelina und ihren Bruder James Haven (48) und verließ Los Angeles. Sie ging nach New York und gab ihre Schauspielkarriere zugunsten der Kinder auf. Jon Voight ist hingegen ein Oscar-prämierter Weltstar.

Angelina Jolies Vater – das schwierige Verhältnis zu Jon Voight

Was viele nicht wissen: Jolie ist eigentlich Angelinas zweiter Vorname; geboren wurde sie als Angelina Jolie Voight, ihr Bruder als James Haven Voight. Beide Kinder haben ihren Nachnamen ganz offiziell und amtlich abgelegt und ihren zweiten Vornamen als Nachnamen angenommen. Der Grund ist in beiden Fällen derselbe: Jon Voight. Über das, was genau zwischen Jon Voight und seinen Kindern vorgefallen ist, kann man nur spekulieren, aber so einige Indizien für die Auslöser des Zerwürfnisses gibt es doch.

Ausgangspunkt war ein Interview, das Jon Voight „Access Hollywood“ 2002 gab und in dem er sagte, er habe gewusst, dass Angelinas Beziehung mit Billy Bob Thornton „zum Scheitern verurteilt“ war und dass seine Tochter „ernste emotionale Probleme“ habe.

Für Jolie ein No-Go, verständlicherweise: „Das Schlimmste daran ist, dass dies meine Beziehung zu meinem Kind hätte beeinträchtigen können“, sagte sie „The Guardian“. „Sie hätten entscheiden können: ‚Er hat recht, sie ist verrückt, nehmen wir ihr das Kind aus der Obhut.‘ Und das ist unverzeihlich.“

Heute gilt Voight als reaktionärer Trump-Fan

Wenn ein Vater sich dazu hinreißen lässt, öffentlich so über seine Tochter zu sprechen, sagt das im Zweifelsfall mehr über den Vater aus als über die Tochter. Auch sonst ist Jon Voight kein einfacher Zeitgenosse. Früher mag er mal Pazifist und eher liberal gewesen sein. Heute ist er als konservativ bis reaktionär einzustufen, steht der Tea-Party-Bewegung nahe und machte sich bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 für Donald Trump (75) stark.

Dem gegenüber haben wir seine Tochter Angelina Jolie, die Kinder aus aller Welt adoptiert, Flüchtlingslager besucht, UN-Sonderbotschafterin ist und Ärzte ohne Grenzen unterstützt.

Allerdings haben Vater und Tochter mittlerweile scheinbar wieder zusammen gefunden; die Schlammschlacht mit Brad Pitt hat die beiden einander wieder näher gebracht. „Er hat sehr gut verstanden, dass sie ihren Großvater in dieser Zeit brauchten“, sagte eine Jolie 2017 der „Vanity Fair“. „Ich musste gestern Abend zu einer Therapiesitzung und er war einfach da.“

Angelina Jolie und ihr Vater Jon Voight im Jahr 1989

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Angelina Jolie wurde als Kind gemobbt

Die meiste Zeit ihrer Jugend verbrachte Jolie bei ihrer Mutter Marcheline Bertrand. Die war ab der Rückkehr nach Los Angeles alleinerziehend und ganz im Gegensatz zum erfolgreichen Vater alles andere als wohlhabend. Angelina war 11, als Bertrand wieder nach L.A. zog, und besuchte dort fortan die El Rodeo Elementary School im Stadtteil Beverly Hills. Das geringe Einkommen von Bertrand hatte zur Folge, dass ihre Tochter Kleidung aus Secondhand-Läden trug.

Für die mehrheitlich aus reichem Hause stammenden Mitschüler machten das und ihre markanten Gesichtszüge die junge Angelina zur Zielscheibe. Cis Rundle, eine Schulfreundin, erinnert sich im Gespräch mit „Radar“: „Sie machten sich über sie lustig wegen ihrer Lippen. Sie hatte diese breiten Schultern und langen Beine, sie bewegte sich wie eine Gazelle.“

Sie ritzte sich, um sich lebendig zu fühlen

Folge des Mobbings waren tiefgreifende psychische Störungen, allen voran autoaggressives Verhalten. Sie selbst sagte später über den Zwang, sich zu ritzen: „Ich sammelte Messer und hatte immer bestimmte Dinge um mich. Aus irgendeinem Grund war das Ritual, mich selbst zu schneiden und die Schmerzen zu spüren, vielleicht sich lebendig zu fühlen und ein Gefühl der Befreiung zu verspüren, irgendwie therapeutisch für mich.“

Wichtige Bezugsperson für Angelina Jolie war stets ihre Mutter. Selbst als sie sich eine eigene Wohnung suchte, war diese in der Nähe ihrer Mutter. 1999, als Angelina als Schauspielerin gerade ihren Durchbruch feierte, erkrankte Marcheline Bertrand an Krebs. Am 27. Januar 2007, im Alter von gerade einmal 56 Jahren, starb Marcheline Bertrand an Eierstock- und Brustkrebs. Ihre Tochter sagte hierzu: „Meine Großmutter starb auch jung, also dachte meine Mutter stets, dies könne ihr auch passieren.“ In der Tat besteht in Jolies Familie erblich bedingt erhöhtes Risiko, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Jolies Reaktion auf diese Disposition fiel extrem aus.

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Drastische Krebsprävention

Spulen wir nun ein paar Jahre vor: Wir schreiben das Jahr 2013. Angelina Jolie ist seit acht Jahren mit Brad Pitt (57) liiert, hat drei Kinder adoptiert und zudem drei leibliche Kinder mit Pitt, die 2006 und 2008 (Zwillinge) zur Welt kamen. Doch in ihr lauert die erblich bedingte Mutation im BRCA1-Gen. Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, liegt damit bei 87 Prozent – 20-mal höher als bei anderen Frauen. Das Eierstockkrebsrisiko liegt auch bei 50 Prozent.

Angelina Jolie traf radikale Entscheidungen, um ihre Gesundheit zu wahren

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Operationen, um der Krankheit zuvorzukommen

Mit derartigen Risikogenen zu leben, ist nicht leicht. Da macht sich Angst breit, dieselbe Angst, die schon Jolies Mutter verfolgte. So trifft Angelina Jolie in Absprache mit ihren Ärzten eine drastische Entscheidung: eine prophylaktischen Mastektomie, also eine vorsorgliche Amputation der Brust bzw. in Jolies Fall beider Brüste. Mit solchen Operationen lässt sich das Risiko einer Tumorerkrankung in den Brustdrüsen gen Null senken. Dass Jolie in aller Öffentlichkeit über diese drastische Therapie sprach, führte dazu, dass sich mehr Frauen mit der Thematik auseinandersetzten. Man spricht hier tatsächlich vom Jolie-Effekt.

Doch damit nicht genug. Am 24. März 2015, Pitt und Jolie hatten inzwischen geheiratet, veröffentlichte die „New York Times“ einen Gastbeitrag von Angelina Jolie mit dem Titel „Diary of a Surgery“ („Tagebuch einer chirurgischen Operation“). Darin gab Jolie preis, dass sie sich mittlerweile auch einer prophylaktischen Entfernung der Eierstöcke und der Eileiter unterzogen habe, um auch da ihr Krebsrisiko zu minimieren. Natürlich sollten die Operationen auch ihre Lebensqualität verbessern, indem sie ihr die Angst nehmen.

Angelina Jolie scheute sich nicht, ihre Entscheidung für eine Mastektomie publik zu machen

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Angelina Jolie: Die Angst vor dem Krebs sorgt für Essstörung

Damit nicht genug der Veränderungen. Jolie, die mit Mitte 30 noch gerne Steak aß und Rotwein trank, dürfte wohl die Meinung ihrer Onkologin Dr. Kristi Funk im Kopf herumschwirren: „Es ist klar, dass Fleisch und Milchprodukte Krebs verursachen.“ Ein halbes Jahr, bevor Jolie die Scheidung von Brad Pitt einreichte, sagte eine Hausangestellte im Interview mit „Yahoo“: „Angelina isst täglich lediglich einen Teller mit Mango, Bananen und Ananas. Alle Leute wissen, dass sie mehr essen sollte, und auch Brad macht sich große Sorgen angesichts ihres Essverhaltens.“

So mag man vielleicht krebsfrei bleiben, aber wirklich gesund ist das auch nicht. Manch einer munkelte schon, dass die Schwierigkeiten mit Pitt in die Appetitlosigkeit mit hineingespielt haben dürften.

Frühe Drogenehrfahrung wirkt bis heute nach

Nachhaltig destabilisiert dürfte sie auch durch ihre frühere Drogen-Affinität sein. So sagte sie 1998 der „Daily Mail“, sie habe „so ziemlich jede Droge probiert, die es gibt“: „Koks, Heroin, Ecstasy, LSD, alles. Ich erinnere mich, dass ich LSD nahm, bevor ich nach Disneyland fuhr. Ich fing an, mir vorzustellen, dass Mickey Mouse ein kleiner Mann mittleren Alters in einem Kostüm ist, der sein Leben hasst. Diese Drogen können gefährlich sein, wenn man nicht positiv an die Sache herangeht.“

Heutzutage versucht Angelina Jolie jedoch, nicht im Zorn zurückzublicken auf die Traumata ihres Lebens: „Ich möchte, dass wir alle vorankommen. Ich möchte, dass wir heilen und Frieden finden“, sagte sie „The Guardian“ im September 2021.