Britney Spears: Der lange Weg aus der Vormundschaft vom Vater

Redaktion KuTRedaktion KuT | 23.12.2021, 13:28 Uhr

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Nichts mehr selbst entscheiden dürfen, keinen Zugang zum eigenen Vermögen haben und nicht einmal ganz intime Entscheidungen wie das Herausnehmen der Spirale selbst treffen können: Britney Spears hat seit 2008 unter der Vormundschaft ihres Vaters gelebt.

Ob gerechtfertigt oder nicht, ob diese Vormundschaft ihrem Schutz diente oder der Vater sich nur an dem Vermögen seiner Tochter bereichern wollte – darüber wurde öffentlich viel diskutiert. Viele Jahre lang. Und erst im November 2021 war endlich das Ende von Britney Spears (39) Vormundschaft gekommen. Aber von vorne.

13 Jahre unter dem Kommando von Vater Jamie Spears

Seit 2008 war Britney Spears Vater Jamie Spears (69) als Vormund für seine Tochter eingesetzt. Er traf alle privaten und geschäftlichen Entscheidungen und durfte auch ihr millionenschweres Vermögen verwalten. Dafür wurde er mit einer Pauschale von 16.000 Dollar im Monat immerhin auch fürstlich entlohnt.

Im Jahr 2019 trat Britney Spears Vater kürzer, weil er gesundheitlich angeschlagen war. Die Vormundschaft wurde ab diesem Zeitpunkt in zwei Teile untergliedert. Für ihre privaten Anliegen war seit 2019 der gerichtlich bestellte Co-Vormund Jodi Montgomery zuständig; die finanziellen Belange regelte aber weiterhin der Vater.

Britney Spears: Das Ende der Vormundschaft

Am 12. November hatte die Sängerin nach 13 Jahren unter Vormundschaft ihre Freiheit zurückerhalten. Eine Richterin in Los Angeles setzte mit sofortiger Wirkung alle Auflagen zur Kontrolle der Finanzen und der persönlichen Belange von Spears aus. Die Richterin Brenda Penny bezeichnete die bisherige Regelung als „unhaltbar“.

„Bester Tag aller Zeiten … Gelobt sei Gott“, schrieb der Pop-Star an dem Tag auf Instagram. Laut dem Urteil des Gerichtes muss Jamie Spears alle Vermögenswerte als Vormund seiner Tochter abgeben. Trotzdem will Papa auch weiterhin Geld von seiner Tochter.

Britney Spears langer Weg aus der Vormundschaft

Doch der Weg zurück in die Freiheit war ein langer. Auch wenn Britney Spears‘ Anwalt Mathew Rosengart bereits im September mit der Entlassung des Vaters aus der Vormundschaft einen großen Erfolg feiern konnte, blieb die bisherige Regelung bis zum Gerichtstermin am 12. November 2021 zunächst bestehen. Die Pop-Ikone lebte also noch immer nicht in Freiheit.

Persönliche Belange, darunter zum Beispiel auch medizinische Anliegen, wurden von dem Mit-Vormund Jodi Montgomery geregelt. Die Verwaltung des Vermögens wurde übergangsweise an den Buchhalter John Zabel übertragen. Es blieb also auch auf der Zielgeraden noch abzuwarten, ob es bei der nächsten Anhörung zu einer endgültigen Entscheidung über die Freiheit der Pop-Ikone kommen würde.

Noch steht Britney Spears unter Vormundschaft

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So steht es um Britney Spears Gesundheit

Um die Vormundschaft endgültig zu beenden, musste das Gericht die Frage klären, ob Britney Spears nach ihrem schweren Absturz 2007 wieder in der Lage ist, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Im Oktober 2020 verglich der Anwalt der Sängerin ihren Zustand mit dem einer Patientin im Koma, die nicht einmal in der Lage sei, eine eidesstattliche Versicherung abzugeben.

Hatte sich daran inzwischen etwas geändert Diese Frage sollten mehrere neue Gutachter beantworten. Und zum Glück fielen die Antworten dieses Mal endlich zu Gunsten von Britney aus.

Gutachten sollen klären, wie es um Britney Spears' Gesundheit steht

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Warum kam es überhaupt zu einer Vormundschaft?

Doch wie kam es überhaupt zur Vormundschaft? Es war ein schneller Aufstieg und ein noch schnellerer Fall: Als Britney Spears bereits mit fünf Jahren an ersten Tanz- und Gesangswettbewerben teilnehmen musste, war ihre Kindheit zu Ende. Mit acht Jahren zog Britney Spears gemeinsam mit der Mutter nach New York, um sich dort zur Sängerin ausbilden zu lassen. Es folgten Alben, Auftritte und Awards, bis das Leben für Britney Spears plötzlich in eine andere Richtung zeigte.

2007 ließ sich Britney Spears von Kevin Federline, dem Vater ihrer beiden Söhne Sean und Jayden James Federline scheiden. Es kam zu einem bitteren Sorgerechtsstreit, der zusammen mit anderen psychischen Problemen für Britney Spears in der Psychiatrie endete. Im Januar 2008 erlange Britney Spears Vater die Vormundschaft via Eilverfahren.

Britney Spears: SO hat ihr Vater sie verkauft

Britney fühlte sich kontrolliert und eingesperrt

Britney Spears hatte in den Anhörungen immer wieder schwere Vorwürfe gegen ihre Familie erhoben. Sie werde nach eigenen Aussagen kontrolliert, würde bedroht werden und habe Angst vor ihrem Vater. Eine Dokumentation der „New York Times“ deckte auf, dass Jamie Spears seine Tochter über Jahre massiv überwacht und sogar ein Abhörgerät in ihrem Schlafzimmer angebracht habe. Auch Daten auf ihrem Handy seien kopiert worden.

Ihrem Management warf Britney Spears vor, sie zum Arbeiten gezwungen zu haben. Außerdem sei ihr verboten worden, zu heiraten und weitere Kinder zu bekommen. In der Anhörung fand sie klare Worte: „Mein Management und mein Vater, die gehören ins Gefängnis!“

Auch ihre Schwester Jamie Lynn (30) blieb nicht von Vorwürfen verschont. In einem Posting auf Instagram schrieb Britney Spears: „Ich mag es nicht, dass meine Schwester bei einer Preisverleihung auftauchte und meine Songs zu Remixen aufführte! Meine sogenannten Unterstützer haben mich zutiefst verletzt.“

Der Sorgerechtsstreit mit Kevin Federline trug zu Britney Spears' Zusammenbruch im Januar 2008 bei

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„Framing Britney Spears“: Doku thematisiert den Fall

In der jüngsten Zeit sind kurz nacheinander vier Dokumentationen erschienen, die sich mit dem Fall der langjährigen Vormundschaft der Sängerin beschäftigen. Besonders die „New York Times“-Doku „Framing Britney Spears“ sorgte im Frühjahr 2021 für großen Wirbel. Sie thematisierte die Rolle der Medien und der Paparazzi sowie den dubiosen Verlauf der Entmündigung. Erstmalig wurde öffentlich die Frage gestellt, warum eine Künstlerin, die in den vergangenen Jahren vier Musikalben veröffentlich hat und eigenständig in einem Haus in Las Vegas lebte, vor den Augen des Gesetzes als unzurechnungsfähig gilt.

„Controlling Britney Spears“: Schwere Vorwürfe gegen Vater

In zwei weiteren Dokumentationen „Controlling Britney Spears“ und „Britney vs. Spears“ auf Netflix wurden vor allem gegen den Vater der Sängerin schwere Vorwürfe erhoben. In der Netflix-Doku deckten die Reporter sogar auf, dass ein Arzt, der Britney Spears vor Gericht eine Demenzerkrankung bescheinigt hatte, die Sängerin niemals persönlich untersucht habe.

In der jüngsten Dokumentation „Toxic: Britney Spears‘ Battle For Freedom“, die auf CNN lief, wurde der Vorwurf des Abhörens in Britney Spars Privaträumen noch einmal bekräftigt. Außerdem deckten die Filmemacher auf, dass Britney Spears nur christliche Bücher lesen durfte. Juristische Konsequenzen hatte dies allerdings nicht. Britney Spears zeigte sich auf Instagram insbesondere über die jüngste „Toxic“-Doku nicht glücklich. Sie kommentierte: „Ich versuche, mich von dem Drama zu distanzieren.“ Unter den Fans ging allerdings das Gerücht um, dass sie auch diesen Kommentar nicht selbst verfasst habe.

Die Dokumentationen ernteten jedoch auch von außen einige Kritik. Sie holten alte Bilder wieder hervor, die Britney Spears in einem desolaten Zustand zeigten. Ob dies am Ende tatsächlich förderlich für das Anliegen #FreeBritney ist, bleibt zweifelhaft.

#FreeBritney: Fans kämpfen für das Ende der Vormundschaft

Fans machen sich Sorgen um Britney Spears und wollen in ihren teils kryptischen Postings in den sozialen Netzwerken Hilferufe erkannt haben. Verstärkt wurde diese Sorge durch einen Podcast zweier Comedians, die darauf aufmerksam machten, dass Spears sich niemals außerhalb ihrer vier Wände zeigte. Es kam die Vermutung auf, dass Britney Spears über die Farben ihrer T-Shirts geheime Botschaften nach außen sendete und daheim festgehalten würde.

So entstand der Hashtag #FreeBritney, unter dem sich Fans mit dem Pop-Idol solidarisierten. Dadurch bekam die jahrelange Vormundschaft noch einmal ein größere mediale Aufmerksamkeit. Auch Prominente setzen sich öffentlich für die Zustimmung des Gerichtes zur Aufhebung der Vormundschaft ein.

Christina Aguilera und Madonna gehören zu den Supportern

So postete Christina Aguilera (40), die mit Britney Spears bereits als Kind im Mickey Mouse Club gemeinsam auf der Bühne stand, folgende emotionale Worte: „Es ist inakzeptabel, dass eine Frau oder ein Mensch, der sein Schicksal selbst in die Hand nehmen möchte, nicht so leben darf, wie er will.“ Auch Pop-Ikone Madonna (63) kündigte an, Britney Spears aus ihrem „Gefängnis“ befreien zu wollen.

Bei der Gerichtsverhandlung Ende September 2021 hatte die #FreeBritney-Bewegung noch einmal Fahrt aufgenommen. Hunderte Fans versammelten sich vor dem Gerichtsgebäude in Los Angeles und setzen sich mit Plakaten und Sprechchören für die Freiheit von Britney Spears ein.

Zahlreiche #FreeBritney-Aktivisten demonstrierten bei der Anhörung am 14. Juli 2021 vor dem Gerichtsgebäude

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Britney Spears hat Pläne für ein Leben nach der Vormundschaft

Nachdem Britney Spears 2012 aufgrund der Belagerung durch Paparazzi aus ihrer Villa ausgezogen war, lebt sich heute in der beschaulichen Kleinstadt Thousand Oaks. Seit Kurzem ist sie mit ihrem Freund, dem Tänzer und Fitnesstrainer Sam Asghari (27), verlobt, den sie bereits 2016 kennenlernte. Er hat seine Partnerin ebenfalls öffentlich im Kampf um ihre Freiheit unterestützt. Und genießt sie jetzt sichtlich – und gemeinsam mit ihr.

Britney Spears und Sam Asghari: DAS sind ihre besonderen Pläne für das erste Weihnachten in Freiheit

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Bislang stand den Hochzeitsplänen und dem Wunsch nach einem gemeinsamen Kind immer die Vormundschaft im Wege. Britney Spears zufolge durfte sie weder heiraten, noch die empfängnisverhütende Spirale herausnehmen lassen, ohne dass die Zustimmung des Vormundes vorliege. Das alles ist jetzt Vergangenheit. Warten wir mal ab, was die Zukunft so bringt!