Was nun, Britney?

Britney Spears hat den Kampf gegen ihren Vater verloren
Britney Spears hat den Kampf gegen ihren Vater verloren

Foto: imago/ APress

01.07.2021 20:00 Uhr

Britney Spears hat ihren Kampf um die Entlassung ihres Vaters als Vormund und Betreuer ihres Nachlasses verloren, obwohl die öffentliche Unterstützung riesig war und ihr leidenschaftliches Plädoyer letzte Woche vor Gericht Bestand hatte.

Sängerin Britney Spears hat den Prozess gegen ihren Vater verloren – Jamie Spears bleibt weiterhin der Vormund der Pop-Ikone (wir berichteten). Die zuständige Richterin soll vor wenigen Stunden den Antrag für die Aufhebung der Vormundschaft abgelehnt haben, wie neusten Medienberichten zu entnehmen ist.

Der vom Gericht bestellte Anwalt von Spears, Sam Ingham, hatte das Gericht aufgefordert, Jamie Spears durch einen staatlichen Betreuer zu ersetzen. Laut „TMZ“ hatte Ingham Berichten zufolge erst kürzlich Papiere eingereicht, in denen eine öffentliche Stelle zumindest als Co-Vormund bestellt werden soll – dieser Antrag wurde genehmigt.

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Antrag abgelehnt

Ingham hatte ursprünglich Ende letzten Jahres eigentlich den Antrag gestellt, Jamie Spears endlich als Vormund zu entlassen, unter anderem aus dem Grund, dass Spears „Angst vor ihrem Vater“ habe. „Der Antrag der zu Betreuenden, James P. Spears als alleinigen Vormund und Verantwortlichen für deren Nachlass zu suspendieren, wird abgelehnt“, verkündete Richterin Brenda Penny laut „CNN“ jedoch am Donnerstagvormittag.

Bei der Entscheidung wurde Spears‘ Aussage von letzter Woche anscheinend nicht berücksichtigt.

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Britney Spears: Angst vor ihrem Vater

In ihrem 24-minütigen Vortrag per Telefonschalte vor Gericht  behauptete die Sängerin, dass sie nicht wieder auftreten würde, solange ihr Vater ihre Karriere unter Kontrolle hat. Es sei eine „missbräuchliche“ Vormundschaft, die er über sie habe. Spears bat zuvor außerdem darum, dass ihre Aussagen vor dem Gerichtssaal in Los Angeles öffentlich geteilt werden konnten.

„Ich sollte nicht unter einem Betreuer stehen, wenn ich arbeiten kann und Geld zur Verfügung habe und ich auch andere Leute bezahlen kann“, sagte Britney Spears zu Richterin Brenda Penny. „Das macht keinen Sinn.“ Außerdem erklärte sie auf emotionale Weise, sie habe Medikamente erhalten, um ihr Verhalten zu kontrollieren, es sei ihr untersagt, Entscheidungen über Freundschaften oder Finanzen zu treffen. Sie habe sich sogar die Spirale einsetzen lassen müssen, obwohl sie „mehr Kinder wollte“.

Es ist Britneys zweiter Versuch

Bereits im letzten November lehnte Richterin Brenda Penny einen Antrag ab, Jamie aus der Vormundschaft zu entlassen. Die Ablehnung ihres Antrags dürfte für die Britney ein Schlag in die Magengrube sein, schließlich fühle sie sich seit Jahren „ausgebeutet“, “traumatisiert” und “gemobbt“. Sie fordert, dass ihr Vater Jamie Spears eingesperrt werden solle.

Britney Spears hat den Kampf gegen ihren Vater verloren

Foto: imago / Zuma Wire

So begann alles

Vor 13 Jahren machte der dramatische seelische wie körperliche Zusammenbruch der Popsängerin weltweit Schlagzeilen. 2008 entschied nach zahlreichen Eskapaden ein US-Gericht, dass die damals 26-Jährige entmündigt wird und unter Vormundschaft ihrer Eltern gestellt wird. Später wurde ihr Vater zum alleinigen Vormund, auch über ihre Finanzen, ernannt.

Seither steht Britney unter der Fuchtel von Jamie Spears, der das millionenschwere Vermögen seiner Tochter verwaltet und sich auch um andere Anliegen der Frau kümmerte. 2019 trat er aus gesundheitlichen Gründen kürzer. Seitdem verwaltet er das Vermögen seiner Tochter.

Das bedeutet: Spears darf ohne Zustimmung ihres Vormunds keine gültigen Verträge abschliessen kann. Das betrifft selbst so alltägliche Dinge wie den Kauf teurer Kleidung kaufen oder das Buchen von Reisen.

Was nun, Britney?

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Wenn ein Vormund bestellt wird

Schon 2014 hatte Spears versucht aus dieser Abhängigkeit herauszukommen – erfolglos.

Ein Vormund kann immer dann eingesetzt werden, wenn eine betreffende Person Konsequenzen ihres eigenen Handelns nicht richtig einschätzen kann oder gar aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen. In solchen Fällen handelt es sich zumeist um psychisch Kranke oder hochbetagte Menschen, die zum Beispiel unter Demenz leiden.

So soll verhindert werden, dass die Betroffenen zu ihrem eigenen Nachteil handelt, in dem sie beispielsweise Geld oder andere Vermögenswerte einfach so verschenken.