MusikDrake folgt BTS und boykottiert die Grammy Awards

Drake attends 21 Savage's Freaknik22 in Atlanta Oct 2022 - Getty
Drake hat sich Berichten zufolge selbst aus dem Rennen um die Grammy Awards 2027 genommen.
Wie ‚Billboard‘ berichtet, will der 39-jährige Rapper keine Songs aus seinen drei 2026 veröffentlichten Alben ‚Iceman‘, ‚Maid of Honor‘ und ‚Habibti‘ für die Preisverleihung einreichen. Damit setzt Drake seine langjährige Praxis fort, auf eine Teilnahme an den Grammys zu verzichten. Bereits seine Projekte ‚More Life‘, ‚Certified Lover Boy‘ und ‚Honestly, Nevermind‘ hatte er nicht zur Abstimmung eingereicht.
Eine offizielle Erklärung für Drakes jüngste Entscheidung gibt es bislang nicht. Der Schritt folgt allerdings auf ein turbulentes Jahr, nachdem Kendrick Lamars ‚Not Like Us‘ die Grammy-Verleihung 2025 dominiert hatte. Drake führt wegen des Songs weiterhin einen Rechtsstreit mit UMG und wirft dem Label vor, einen Titel unterstützt zu haben, der ihn seiner Ansicht nach diffamiert. Dass er kein Interesse an einer Grammy-Einreichung hat, hatte der Rapper zudem bereits im Abschlusssong ‚Make Them Know‘ auf ‚Iceman‘ angedeutet: „Dieses Album werde ich niemals einreichen.“
Drake ist nicht der einzige prominente Künstler, der sich von der Preisverleihung distanziert. BTS bestätigten in diesem Jahr, die Grammys 2027 zu boykottieren und keine Musik einzureichen. Die K-Pop-Stars protestieren damit gegen die neue Kategorie ‚Asian Pop‘ der Recording Academy. Die Mitglieder kritisieren insbesondere die sprachlichen Voraussetzungen der Auszeichnung. Für eine Nominierung ist ein „substanzieller Gebrauch“ einer asiatischen Sprache erforderlich. BTS argumentieren, dass Künstler dadurch eher in eine bestimmte Schublade gesteckt als für ihre Musik gewürdigt würden. Alle sieben Mitglieder veröffentlichten dieselbe Erklärung und betonten, Songs sollten nach ihrer Wirkung beurteilt werden – und nicht nach geografischer Herkunft oder der verwendeten Sprache. Besonders bemerkenswert ist die Entscheidung angesichts des Erfolgs von ‚Swim‘. Der Nummer-eins-Hit der Gruppe in den USA galt als möglicher Kandidat für den Song des Jahres. Für die neue ‚Asian Pop‘-Kategorie wäre er aufgrund seines ausschließlich englischsprachigen Textes allerdings nicht zugelassen.
Harvey Mason Jr., Chef der Recording Academy, versuchte über den Sommer, die Kritik an der neuen Kategorie zu entschärfen. Er räumte ein, dass die Auszeichnung nicht so aufgenommen worden sei, wie es sich die Organisation vorgestellt habe. In Gesprächen hätten Künstler deutlich gemacht, dass die Kategorie nicht die Musik widerspiegele, die sie tatsächlich machten. Die Academy müsse deshalb sicherstellen, dass „keine Stimme und keine Gemeinschaft übersehen oder missverstanden wird“, erklärte Mason. Die Kategorie sei ursprünglich geschaffen worden, um die Anerkennung asiatischer Künstler zu erweitern und nicht, um Musiker voneinander zu trennen. Die Organisation sei bereit, Änderungen vorzunehmen, damit sich Künstler „wirklich gesehen und gehört fühlen“.
Die Grammy Awards 2027 finden am 7. Februar statt.







