Das gab's noch nie!Das sagt Jan Böhmermann zu den komischen Turbinen-Fotos mit Kanzler Scholz

Paul VerhobenPaul Verhoben | 03.08.2022, 18:46 Uhr
Gasturebine mit Bundeskanzler Scholz
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) besichtigt mit dem Vorstandsvorsitzenden von Siemens Energy, Christian Bruch, bei Siemens Energy Nord mit die in Kanada für die Erdgas-Pipeline Nord Stream 1 gewartete Turbine , die für den Weitertransport nach Russland bereitsteht.

IMAGO / Reichwein

Eine potthässliche Gasturbine irrlichtert seit Wochen durch die Schlagzeilen und nahm allmählich auch konkrete Gestalt an. Auch Bundeskanzler Scholz stand bei einem Pressetermin offenbar mit offenem Mund vor der riesigen Verbrennungskraftmaschine. Jan Böhmermann fremdschämt sich mit vielen anderen mit.

Die Anbiederei gegenüber dem lupenreinen Kreml-Kriegsverbrecher Wladimir Putin treibt seltsame Blüten. Bekanntlich hat eine Turbine, die für den Gastransport nach Deutschland zuständig ist, in Nordrhein-Westfalen zwangsweise Zwischenstation gemacht. Die Russen wollen das Ding irgendwie nicht zurück.

Die russische Gazprom behauptet u.a., Schuld an den reduzierten Gaslieferungen, sei die deutsche Turbine.

Wirbel um eine flotte Turbine

Das potthässliche Monstrum vom Typ SGT-A65 und Außenmaßen von 13 Metern Länge x 5 Meter Höhe liegt wohl seit Tagen in einer Lagerhalle rum, nachdem Kanada das Ding gewartet hatte. Auch Kreml-Führer Putin (Lebensmotto: „Täuschen, tricksen, treten“) behauptete wie Turbinen-Eigentümer Gasprom u.a., wegen „technischer Mängel“ können man ja die Turbine nicht zurücknehmen. Und man faselt was von fehlenden Papieren für den Rückimport und ähnlich vorgeschobenen Vorwänden.

Nun kam also Bundeskanzler Scholz ernsthaft zur Besichtigung (!) einer Gasturbine nach Mülheim an der Ruhr. Ein „beeindruckendes Stück Technik“, lobte er die deutsche Handwerkskunst schwer beeindruckt. Die Turbine könne jederzeit nach Russland transportiert werden, so Scholz fröhlich am Rande eines Fototermins bei Siemens Energy. „Es muss nur jemand sagen: Ich möchte sie haben, dann ist sie ganz schnell da.“



Scholz sieht keine Gründe für Russlands Ablehnung

Und: Es gäbe doch gar „keine Gründe, warum diese Lieferung nicht stattfinden kann“, legt der Kanzler nach. „Wir könnten die Turbine an der Kai-Kante in Sankt Petersburg abladen, aber es wäre schon schön, wenn es geordnet ablaufen würde“. Kai-Kante? Legt sie doch Putin gleich vor die knarzige Kreml-Tür!

Putin wird sich die absurden Sightseeing-Bilder von dem Scholz-Auftritt wohl in seinem Kremlbunker an die Wand nageln und vor Lachen auf die Schenkel klopfen. Haben sie in der Berliner Willy-Brandt-Straße Nr. 1 auch mal darüber nachgedacht, dass der Kreml-Diktator den Gashahn gar nicht mehr aufdrehen will?

Jan Böhmermanns Kommentar

Zu dem Fremdschämauftritt äußerte sich zügig TV-Satiriker Jan Böhmermann bei Twitter mit verschiedenen Tweets. „Wem will Olaf Scholz mit diesen Turbinenfotos jetzt genau was eigentlich beweisen und warum?“ fragt er da und legt nach: „Kann Olaf solche Fotos Wladimir nicht einfach privat per Whatsapp schicken? Dann muss ich mich nicht so schämen.“

Die Resonanz in der Twitter-Bubble war entsprechend: