„Squid Game“ sorgt für Probleme und Polizeiermittlungen auf deutschen Schulhöfen

Sebastian GrünbergerSebastian Grünberger | 27.10.2021, 22:18 Uhr

IMAGO / ZUMA Wire / Simon Shin

Die Welt ist im „Squid Game“-Fieber — das sorgt aber nicht nur für Traumumsätze für Netflix, sondern auch für große Probleme an Schulen.

Der Netflix-Quotenhit „Squid Game“ sorgt für besorgniserregende Vorfälle an deutschen Schulen. Wie der „BR“ berichtet, ist es an einer Augsburger Schule zu bedenklichen Auseinandersetzungen zwischen Schülern gekommen. „Wir beobachten, dass Kinder die Spiele aus der Serie nachspielen. Dabei werden dann Schüler geohrfeigt oder beschimpft“, erklärt Michaela Zipper, die medienpädagogische Beraterin des Schulamts. In der Serie tritt eine Gruppe von perspektivenlosen Teilnehmern in einem ominösen Tournament bei oft auf Kinderspielen basierenden Wettbewerben gegeneinander an – die Verlierer werden brutal getötet.

Kinder erhalten ominöse „Einladungskarten“

Damit nicht genug: Laut Zipper verteilen Schüler auch Karten, die jenen Einladungskarten in der Serie nachempfunden sind, mit denen die Protagonisten von „Squid Game“ zu den Spielen um Leben und Tod aufgefordert werden. Man habe deswegen zwar schon mehrfach Elternbriefe verschickt  – dies brachte allerdings nichts, da es seitens der Eltern kein Verständnis für diese Problematik gäbe.

Polizeiermittlungen wegen Einladungskarten

Auch die Augsburger Polizei ermittelt: An „mindestens drei Grund- und Mittelschulen“ sollen professionell gemachte Einladungskarten gefunden worden sein. Auf diesen war ein QR-Code zu finden, der auf eine Website mit Countdown führte. Mittlerweile soll klar sein, dass es sich dabei um eine Werbeaktion gehandelt haben soll. „Die haben sich nichts dabei gedacht“, zitiert „BR“ den Sprecher des  Polizeipräsidiums. „Wir haben den jungen Männern aber klargemacht, dass das nicht geht. Wenn Menschen geängstigt werden, müssen wir tätig werden“.

Was das zur Folge hat

Laut der Pädagogin sind solche Spiele unter Schülern äußerst bedenklich. „Kinder können nicht abschätzen, welche seelischen Folgen das anrichtet“. Vor allem die Präsenz der Serie auf Social-Media-Kanälen wie TikTok oder Instagram würde die Kinder zur Nachahmung anregen. Mittlerweile werden Sondersprechstunden für diese Problematik anberaumt, in denen Eltern Tipps zum Umgang mit der Serie bekommen. Eines steht für die Pädagogen fest: Es gilt, darüber zu sprechen – Verbote seien kontraproduktiv. (Redaktion KuT)