Anke Engelke ist jetzt „Vogue“-Covergirl: „Ich muss nicht krampfhaft 30-jährig wirken!“

Leni HübnerLeni Hübner | 25.02.2022, 15:31 Uhr
Anke Engelke ist auf dem roten Teppich und reißt den Mund auf
Anke Engelke ist auf dem roten Teppich und reißt den Mund auf

Foto: IMAGO/ Eventpress

Schauspielerin, Comediennne, Moderatorin: Anke Engelke kann alles und noch viel mehr. Nun erobert sie eines der begehrtesten Cover der Welt: das der Modebibel Vogue.

Während bei GNTM die Jugend langsam darauf gebracht wird, dass man auch im Alter schön sein kann und die äußere Form des Körpers nicht unbedingt irgendwelchen Idealmaßen entsprechen muss, ist Anke Engelke als Vorreiterin der diversen Bewegung längst zufrieden mit sich und ihren Macken.

Nur echt mit allen Falten

„Also ich meine, ich habe drei Kinder bekommen! Ich habe so viel geweint und so viel Schiss gehabt in meinem Leben, ich habe so oft zu wenig geschlafen und so oft zu lange, ich habe die Sonne nicht richtig eingeschätzt, die Kälte nicht richtig eingeschätzt …“, erzählt Anke Engelke im Interview mit der „Vogue“ und fügte hinzu: „Ich möchte doch davon ein Zeugnis haben!“

Deshalb ist es ihr wichtig, dass man sieht, dass sie erfolgreich durch die Pubertät geschippert und älter als 30 Jahre ist: „Stellen Sie sich mal vor, man würde nicht altern, der Körper würde nicht zeigen, was man schon alles erlebt hat. Gott, wäre ich da traurig!“ Und genau mit dieser Einstellung und echten Falten weist sie die operierten Schönheiten in die Schranken.

Bei GNTM fragen sich Fans, ob Heidi Klum hinter den Kulissen etwas zu verstecken versucht.

Anke Engelke im gelben Mantel auf dem Vogue Cover" class="size-full wp-image-1315108

Foto: Camilla Armbrust für VOGUE Germany


Eine lange Karriere hinterlässt Spuren – auch im Gesicht

Dass Anke Engelke außergewöhnlich ist, beweist sie der Öffentlichkeit seit 45 Jahren. Mit zehn Jahren trat sie zum ersten Mal im TV auf, als es noch die großen Samstagabendshows gab. Sie sang im Chor mit Heino, Udo Jürgens und anderen Größen der Zeit.

Mit dreizehn Jahren startete sie als Moderatorin beim Radio durch, als 14-Jährige wechselte sie ins Fernsehen, um das ZDF-Ferienprogramm zu moderieren. Das schaute damals jeder, der seine Eltern von dem Mehrwert überzeugen konnte.

Anke Engelke im leicht durchsichtigen, schwarzen Jumpsuit" class="size-full wp-image-1315120

Foto: Camilla Armbrust für VOGUE Germany

Mit Mitte Zwanzig machte sie ihr komödiantisches Talent publik, war neben Bastian Pastewka und Ingolf Lück Teil der legendären „Wochenshow“, wurde mit Ladykracher zum Star der Szene, machte Improvisationen und Late-Night, synchronisierte Marge aus „Die Simpsons“ und ist als Schauspielerin so überzeugend wie in allem anderen, was sie macht.

Vorbild mit Konsequenz

Zudem ist sie ein Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit, fährt Zug, ernährt sich vegan, kocht selbst und scheut sich auch nicht konsequent zu bleiben, wenn es unbequem wird. Anke Engelke hat sogar mal fast geweint, als ein anderes Magazin vor gut fünfzehn Jahren ihre Falten retuschiert hatte, um sie glattgebügelt auf den Titel zu nehmen.

Ewige Jugend wäre für Anke Engelke also ein Graus. Übrigens findet sie es auch Quatsch zu behaupten, dass Männern attraktiver altern würden als Frauen. „Wir kennen doch beide viele Männer über 40 oder 50, die sehen nicht aus wie Models“, meint sie zur Vogue-Redakteurin, „die haben eine Plauze, alles hängt, und die Haare gehen aus. Ich mache mir da gar keine Sorgen.“

Anke Engelke hat uns was voraus

Ihr Blick auf die Welt ist so einfach und klar, dass sie immer schnell auf den Punkt kommt. Deshalb funktioniert sie als Comedienne und als Moderatorin. Dabei ist sie nie böse, sondern zielsicher und auf jeden Fall politisch korrekt, ohne dabei zu verkrampfen. Sie sieht die Menschen mit all ihren Facetten. Und sich selbst auch. Das ist der erste Schritt, um mit sich ins Reine zu kommen. Ange Engelke ist schon viele Schritte weiter.

Ankel Engelke mit Pierrotkragen

Foto: Camilla Armbrust für VOGUE Germany

Am 14. April kommt ihr neuer Film „Eingeschlossene Gesellschaft“ in die Kinos, den sie unter der Regie von Sönke Wortmann gedreht hat. Schon einmal hat das Dreamteam mit „Frau Müller muss weg“ gezeigt, dass sie dem Thema „Schule“ einiges an Tragik und Komik abgewinnen können. Unterstützt werden Wortmann und Engelke im neuen Movie u.a. von Florian David Fitz, Justus von Donáhnyi und Nilam Farooq.