Hier plaudert Kim Fisher über ihr viertes Album und bestes Entertainment auf Tour!

Paul VerhobenPaul Verhoben | 22.07.2022, 20:00 Uhr
Kim Fisher mit neuem Album "Was fürs Leben"
Kim Fisher mit neuem Album "Was fürs Leben"

© Christopher Köstlin

Talkshow-Königin Kim Fisher hat heute ihr viertes Album veröffentlicht. Darauf zu hören: Songs über die Höhen und Tiefen des Lebens. Über Freundschaft, Ängste, Mut zum Risiko - und ja - auch über vergangene Lieben, die Schönheit des Scheiterns - und einen unbändigen Lebenshunger.

Kim Fisher ist eines der Gesichter im deutschen Fernsehen, die man immer wieder gerne sieht. Seit über zwei Jahrzehnten ist sie präsent – vor allem am Freitagabend.  Mit Musik bringen sie die wenigstens in Verbindung. Liegt wohl daran, dass Fisher ihre drei Alben 1997, 1999 und zuletzt 2001 veröffentlicht hat.

Kim Fisher veröffentlichte schon drei Alben

Das kam nicht von ungefähr, spielte die gebürtige West-Berliner bis 1996 in einer Gala-Kapelle mit dem putzigen Namen „Drumbo Band“. Danach folgten unzählige Fernsehjobs, an Musik war in beruflicher Hinsicht erstmal nicht zu denken.

Nun will es die Moderatorin, die die Talkshow „Riverboat“ seit 1998 insgesamt 14 Jahre lang moderiert nochmal musikalisch wissen. Jetzt ist das vierte Album „Was fürs Leben“ da – und mit ihm ein paar freche Fragen, die sie manchmal äußerst geschickt beantwortet. Und wenn sie will, dann feuert sie auch zurück.

Kim Fisher mit neuem Album "Was fürs Leben"

© Christopher Köstlin

Frau Fisher, warum hat es fast 20 Jahre gedauert, dass Sie wieder öffentlich Musik machen?
Früher wäre es noch nicht gut gewesen. Früher hab ich gedacht ‚Nee, lass mal die anderen, die sind toll‘. Ich war und bin die letzten Jahre gut darin, anderen eine Bühne zu bereiten. Ihnen den Scheinwerfer anzumachen. Jetzt geh ich mal gucken, wie es da so ist. So im Licht.

Wie haben Sie die Gesangskarrieren ihrer Moderationskolleginnen Barbara Schöneberger bzw. Inka Bause inspiriert dazu?
Ich liebe es, wenn Barbara im Konzert ihr Publikum spitzenmäßig zu unterhalten weiß. Und Inka hat ihre eigene musikalische Lebensgeschichte, die sie mit ihrem Publikum, neben den Bauern, verbindet.

Wie geht man denn an so ein Comeback ran? Wacht man da morgens auf uns sagt: Ich müsst mir mal wieder ’ne Platte machen?
Ich wollte es einfach eines Tages. Und ja, ich hab tatsächlich einfach den Produzenten angerufen. Mit irgendwas muss man ja anfangen. Und das war der erste Schritt. Fünf Jahre später schreib ich Ihnen diese Antworten.

Wie findet man denn die Partner dafür?
Dadurch, dass ich immer Kontakt zu all denen, die Musik machen hatte, zu den Künstlern, die bei mir auf der Couch saßen, zu Produzenten, Managern, Plattenfirmen, war ich nie richtig raus. Ich wollte nur lange nicht vorne stehen. Jetzt geh ich da mal selber hin. Jetzt will ich es.

Wo würden Sie Ihren Sound verorten? Schlager, weil’s gerade in ist – oder diese neue deutsche Popmusik?
Mit der Frage hätten Sie mich vielleicht vor 20 Jahren gekriegt. Heute sage ich Ihnen – es ist mir egal, was Sie da raus hören – mich interessiert und freut‘s nur, wenn es Ihnen gefällt.

Wo sehen Sie Ihr Publikum oder – fachspezifisch ausgedrückt – Ihre Zielgruppe?
Ich sehe mein Publikum glücklich vor der Bühne auf meinen Konzerten, eine gute Zeit miteinander habend, das Leben feiernd.

Ihre erste Single heisst „Mehr“. Ist der Song autobiografisch, dem tragischen Ende einer Beziehung entsprungen z.B. – oder was ist die Botschaft dahinter?
Ich hab weder eine Stopptaste, noch einen Reset-Button fürs Leben gefunden. Es geht einfach immer weiter, auch wenn ich manchmal während Corona das Gefühl hatte – jetzt ist es stehengeblieben. Und ich wollte mehr denn je. Ist doch logisch.

Was dürfen wir von ihrem Album erwarten – und warum sollten wir es unbedingt haben müssen?
Es ist einfach wirklich gut! Deshalb kann ich es Ihnen tiefenentspannt ans Herz legen. Ich mag positive Alben. Musik, die Lust drauf macht, genau jetzt laut zu machen und mitzusingen. Die ein oder andere Achilles Ferse gehört auch dazu. Das ist Leben.

Kim Fisher mit neuem Album "Was fürs Leben"
Kim Fisher

© Christopher Köstlin

Ihr Album wurde u.a. von Ingo Politz produziert, der u.a. für Christina Stürmer, Lena Meyer Landrut, Silbermond und Jeanette Biedermann arbeitete. Was hat er, das andere nicht haben?
Er hatte den besseren Kaffee.

Was hat sich Ihrer Meinung nach in 20 Jahren geändert in der Musikszene – mal abgesehen vom Digitalen, wo alles extrem rasant schnell konsumiert wird.
Was heißt ‚Abgesehen vom Digitalen‘? Genau DAS ist es, was sich verändert hat. Musik besteht immer noch aus Tönen und Worten. Als Konsumentin habe ich gestreamt, mir aber keine Gedanken darum gemacht, was es für das Musikgeschäft oder die Musik bedeutet. Jetzt lern‘ ich‘s. Und ich lerne schnell…..

Sie haben Peter Plate zu einem Duett überredet. Wie kam dazu? Marketing oder echtes Gefühl?
Peter Plate und Ulf Leo Sommer haben vor 20 Jahren bereits für mich geschrieben. Eigentlich dachte ich, die haben bestimmt keine Zeit, sie sind in den letzten Zügen für ihr Musical Ku’Damm 56. Aber gleich am nächsten Tag nachdem wir uns getroffen hatten, riefen sie an und hatten schon eine kleine Skizze geschrieben. Es hat dann allerdings umso länger gedauert, Peter davon zu überzeugen, dass das ein Duett ist. Ein Duett, bei dem er mitsingen muss. Wir lieben es beide. Wir teilen diese Geschichte.

Welche Musik hören Sie denn privat besonders gerne?
Das geht von Disco, ABBA, Doro Pesch bis R’n‘B.



Sie sind ja so der Typ „Liebe nette Nachbarin von nebenan“. Wir wüssten gerne mehr mehr mehr über Ihre Ecken und Kanten. 
Ich finde es nicht schlimm, nett zu sein. Ich bin es sogar richtig gerne. Und jetzt verrate ich Ihnen was: Ich hab sogar auch Fehler. Fehler haben wir alle. Hören Sie sich mal „Alle Fehler“ von meinem Album an…

Warum sitzen in den Talkshows der ARD eigentlich immer dieselben Leute?
Wenn Sie wirklich regelmäßig guckten, würden Sie was anderes fragen.

Lassen Sie uns noch kurz über ihre 236 Strafzettel in zwei Jahren reden. Darf man überhaupt soviel haben? Und: Wie sind Sie denn damit durchgekommen?
Nein, darf man nicht. Deshalb wurde ich auch zur MPU eingeladen. Alle Strafzettel hatte ich immer direkt bezahlt. Ich hab halt nur die Parkraumbewirtschaftung ignoriert.

Was haben Sie draus gelernt?
Dass Regeln durchaus einen Apparat zusammenhalten.

Sie werden auf Club-Tour gehen. Worauf dürfen wir uns freuen?
Das sehe ich schon seit Jahren vor mir. Die Band ist unfassbar gut. Es wird eine Party, wir werden das Leben feiern, lachen, erzählen, singen, tanzen – es wird bestes Entertainment. BÜHNE KANN ICK! Eine Show, nach der Sie nochmal Karten für Ihre Freunde holen und sagen ‚mit Frau Fisher wollen wir feiern!‘

Fahren Sie zu ihren Gigs mit dem Auto?
Ich fahre sehr viel Bahn… schauen Sie mal meine Insta Stories.

Kim Fisher live

08.09.2022 Köln, Kulturkirche
26.09.2022 Hamburg, St. Pauli Theater
28.09.2022 Berlin, Tipi am Kanzleramt
29.09.2022 Erfurt, DasDie
30.09.2022 Leipzig, Kupfersaal