40 Jahre später: Hier sehen wir die sterblichen Überreste von Filmlegende E.T.

Sophia VölkelSophia Völkel | 16.06.2022, 22:31 Uhr
E.T.
E.T.

IMAGO / Hohlfeld

Es sind schockierende Aufnahmen eines inzwischen längst verblichenen Außerirdischen: Fotos zeigen eine sehr bekannte Figur der Filmgeschichte und gleichzeitig die bittere Wahrheit: E.T. sieht aus wie eine Mumie. Jetzt soll der kleine Kerl restauriert werden.

Er ist die Außerirdischen-Ikone der 80er Jahre: „E.T.“ Die Kinder dieser Generation wissen sofort was mit dem Satz „Nach Hause telefonieren“ gemeint ist und der große lange Finger ziert sämtliches Merchandise.  Dass das Ganze natürlich quasi nur eine Puppe war, dürfte nun den meisten, die damals noch klein waren, inzwischen klar sein. Doch was ist eigentlich aus E.T. geworden?




Das ist aus „E.T.“ geworden

Fotos zeigen nun, das von der einstigen, geschlechtslosen Film-Legende nicht mehr viel zu sehen ist. Die Haut blättert ab, Augen die aus einem nackten Schädel hervortreten, ein grob entblößtes Metallskelett, schlaff in einem Gewirr von Drähten liegend, Material, das bei der kleinsten Berührung in sich zusammenfällt.

Es sind die Überreste von E.T., 40 Jahre nachdem der Außerirdische unsere Herzen eroberte und uns zu Tränen rührte, in einem der schönsten und wohl berührendsten Filme aller Zeiten an der Seite seines menschlichen Freundes Elliott.

Drew Barrymore feiert „E.T“-Jubiläum mit Vaterfigur Spielberg

Ja, es ist tatsächlich ganze vier Jahrzehnte her, dass der Kultfilm von Steven Spielberg erstmals am 11. Juni 1982 über die Leinwände flackerte. Vor wenigen Tagen feierte der Film also 40-jähriges Jubiläum – und er gibt uns heute noch ein echtes 80er-Kult-Gefühl. Voller Trauer verfolgten wir damals mit großen Augen den Tod von diesem urkomischen Wesen, nur um wenige Minuten später in Jubel auszubrechen, als er doch wieder erwachte.

Doch hier blickt man nun tatsächlich auf einen mausetoten E.T.

E.T. kann bald wieder „nach Hause telefonieren“

Insgesamt wurden 13 verschiedene Modelle für die Figur genutzt, meist handelte es sich um mechanische Puppen, Kostüme und ein für Nahaufnahmen entworfener Kopf. Die Hauptfigur ist das originale animatronische Modell mit 85  beweglichen Gelenken.

2018 wurden all diese Dinge dann aus Lagerkisten geborgen, zum großen Teil waren sie zerfallen und nicht wiederherstellbar. Trotzdem ist unverkennbar, dass es sich hier um die einzigartige Film-Legende handelt.

Und es gibt gute Neuigkeiten – auch für E.T. selbst. Die Kultfigur wird nämlich wieder zum Leben erwachen und zwar dank der Familie seines Erfinders Carlo Rambaldi.  Carlo, der 2012 im Alter von 86 Jahren starb, hatte zuvor mit Spielberg 1977 an dem Film „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ gearbeitet und war für seine visuellen Effekte in den Filmen „King Kong“ aus dem Jahr 1976 und „Alien“ aus dem Jahr 1979 mit dem Oscar ausgezeichnet worden.

Carlo hatte damals nur sechs Monate Zeit, um diesen neuen, extrem putzigen Außerirdischen zu entwerfen.

Die 13 Filmmodelle werden restauriert

Doch nun soll sein Vermächtnis wiederbelebt werden.Viele der insgesamt 13 E.T.-Modelle, die in dem Kultstreifen verwendet wurden, darunter mechanisch gesteuerte Puppen, Kostüme und ein extra für Nahaufnahmen konzipierter Kopf, waren fast komplett zerfallen, als sie 2018 aus den Lagerkisten herausgeholt wurden. Die meisten der Kisten waren seit den Dreharbeiten damals aufbewahrt worden, berichtet „Public News Time“.

Seit Oktober letzten Jahres arbeitet ein Team von zehn Special-Effects-Experten in einem Lagerhaus an einem geheimen Ort in Mailand an der Restaurierung der Kutfigur.

„Es war ein Puzzle und wir haben viel Geduld gebraucht“, sagte Chefrestaurator Leonardo Cruciano zu der mühevollen Arbeit. „Einige Teile waren nicht zu retten oder gingen verloren. Es war wie die Restaurierung einer Mumie“. Und weiter: „Das Latex war sehr trocken, und wenn man es berührte, zerfiel es“.

Die Sammlung der für den Film benötigten Figuren rund um den 40-jährigen Außerirdischen soll bald komplett restauriert in Mailand ausgestellt werden. Die Carlo-Rambaldi-Stiftung, die von Rambaldis Tochter Daniela (52), geleitet wird, hat auch eine Facebook-Seite, auf der sie ihre Arbeiten dokumentiert und der Öffentlichkeit zeigt:

Kehrt er auch ins Kino zurück?

Fehlt eigentlich nur noch eine Fortsetzung von „E.T.“ in den Kinos. Ob der jemals kommt, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Anfang des Jahres hieß es noch, dass Steven Spielberg eine Fortsetzung plane, inzwischen hat er das Ganze aber wieder verworfen. Es hätte sich dabei vermutlich nur um eine bösere Version der Geschichte gehandelt: böse Aliens werden auf die Erde losgelassen und sie bedrohen E.T. und sein Volk, sowie die Menschen. Klingt irgendwie nicht so, wie wir es kennen und gerne wiedersehen würden.

Durch die ganz andere Richtung des Films hat sich der Regisseur dann doch schnell gegen einen zweiten Teil entschieden und auch Drew Barrymore, die Elliots kleine Schwester Gertie spielte, war von der Idee gar nicht angetan. Übrigens: sie weinte beim Tod von E.T. echte bittere Tränen, da sie zu diesem Zeitpunkt schon so tief in der Geschichte drin war, dass es sie einfach mitriss.

Schlussendlich bleibt wohl zu sagen, dass durch den großen Erfolg des ersten Films und aufgrund der abgeschlossenen Story es vielleicht besser ist, es auch dabei zu belassen.

Notiz am Rande: „E.T. – Der Außerirdische“ hat damals lächerliche zehn Millionen Dollar gekostet, spielte aber umgerechnet 753 Millionen Euro ein!