Samstag, 29. Februar 2020 20:15 Uhr

Maluma: Interview mit dem angesagtesten Latino-Star

SonyMusic

Der Latin-Star Maluma über seine Konzertreise nach Deutschland, seine Liebe zu Pferden und zum Fußball, seine Kollaborationen mit Madonna und Shakira, seinen Film mit Jennifer Lopez und seinen Plan, ein besserer Mensch zu werden.

Maluma (26) ist der angesagteste Latin-Star seiner Generation. Seit seinem Debütalbum „Magia“ von 2012 kann ihn nichts mehr aufhalten. Über 49 Millionen folgen dem kolumbianischen Reggaeton-Sänger auf Instagram. Bekannt ist er hierzulande vor allem für seine Duette mit Shakira und Madonna. Nun führt ihn seine „11:11 World Tour“ auch für drei Termine nach Deutschland.

Maluma: Interview mit dem angesagtesten Latino-Star

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Mit einem freundlichen „¡Hola!“ begrüßt uns Maluma am Telefon. Es ist Vormittag in Kolumbien und der als Juan Luis Londoño Arias in Medellín geborene Künstler verweilt in seinem Haus mit angeschlossenen Pferdeställen. „Ich habe Konzerte in Peru gegeben und bin erst seit gestern wieder Zuhause“, erzählt er. Seit fast einen Jahr ist er auf „11:11“-Welttournee. Gestresst hört er sich nicht an, obwohl er selbst an seinem freien Tag noch ein Interview geben muss. Im Gegenteil: Maluma ist ein angenehmer Gesprächspartner, lacht viel, kommt bodenständig, ehrlich, klug und sympathisch rüber, als er von seinen Vierbeinern, dem kolumbianischen Stolz, seiner Liebe zum Fußball und seinem Film mit Jennifer Lopez erzählt.

Maluma, wie kommen Sie damit klar, nun schon fast ein Jahr on the road zu sein?
Das ist der komplette Wahnsinn! Es ist eine unglaubliche Erfahrung, so was erleben zu können, davon hatte ich ja früher nur geträumt! Aber ich kann auch nicht leugnen, dass es schon schwierig ist, so viele Tage weg von meinem Zuhause zu sein. Und auf der Bühne zu stehen, an die 80 Konzerte zu geben, verlangt mir viel ab. Aber das ist mein Leben, das ist das, was ich mir ausgesucht habe. Und nun erfreue ich mich daran mit meinem ganzen Herzen.

Und eine Pause ist nicht drin?
Ich habe versucht, ein bisschen Urlaub zu machen im Dezember und Januar. Aber ich kann irgendwie nicht aufhören. Ich bin nach Jamaika geflogen. Ich habe mich entschlossen, an meinem nächsten Album in Jamaika zu arbeiten, in meinem Urlaub. Ich kann’s nicht lassen, Musik ist nun mal mein Leben. Ich halte wohl erst inne, wenn ich sterbe. Hoffentlich ist das nicht so bald. Denn ich habe in den nächsten Jahren noch viel vor.

In Deutschland dürften viele das erste Mal von Ihnen gehört haben, als Sie 2019 mit Madonna das Duett „Medellín“ gesungen haben. Diese Zusammenarbeit hat Ihnen scheinbar viel bedeutet, denn es flossen bei Ihnen Freudentränen, als Sie das Lied das erste Mal im Radio hörten.
Oh ja. Madonna ist der größte Star für mich. Ich liebe sie. Nicht nur, weil ich mit ihr gearbeitet habe. Wir haben eine sehr spezielle Verbindung, sie lehrt mich jeden Tag viele Dinge, seitdem wir uns das erste Mal bei den MTV Video Music Awards in New York trafen und kurze Zeit später in London den Song aufnahmen. Es war eine unglaubliche Reise, und ich kann bis heute nicht glauben, dass ich einen Song mit ihr habe. Wobei es insgesamt ja sogar drei Songs sind, weil sie auch auf meinem Album mitmischte. Ich liebe Madonna sehr, und sie weiß das. Sie ist ein Teil meiner Familie.

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Universal Music

Hat Sie Ihnen den Cha-Cha-Cha beigebracht oder war es andersrum?
Der Cha-Cha-Cha ist ein klassischer Latin-Tanz, Madonna hatte ihn drauf. Sie hat ein großes Team aus Tänzern, die mir – dem Latino – beibrachten, wie man ihn richtig tanzt.

Sie kollaborieren offensichtlich gerne mit reiferen Künstlern wie Ricky Martin, Shakira und Jennifer Lopez.
Ich liebe es einfach, mit großartigen, leidenschaftlichen Sängern zusammen zu arbeiten, die Musik auf dieselbe Art lieben wie ich. Es spielt keine Rolle, ob sie jung oder alt oder was auch immer sind. Ich will einfach nur, dass am Ende gute Musik entsteht. Das ist das Einzige, was ich bei der Auswahl meiner Duettpartner im Kopf habe.

Wo waren Sie denn beim Superbowl, als Shakira die gemeinsame Single „Chantaje“ statt mit Ihnen mit Bad Bunny performte?
Ja, das frage ich mich auch! Wo war ich? Mein Reden! Ich habe gefehlt. Ich war hier in meinem Haus. Sie hätten mich einfach nur anrufen brauchen, ich hatte einen freien Tag und wäre bereit gewesen für den Auftritt. Als ich die Superbowl-Halbzeit-Show sah, dachte ich sofort: Ich gehöre dahin. Ich müsste jetzt eigentlich dort auf der Bühne stehen. Aber hey, alles passiert aus einem Grund. Die Performance mit meinem Platzhalter war großartig. Aber nächstes Mal mach ich es gerne selbst.

Ist das so ein Traum von Ihnen, auch mal eine Halbzeitshow beim Superbowl hinzulegen?
Das ist ein großes Ziel. Und auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft würde ich wirklich gerne auftreten.

Sie sollen als Heranwachsender ein ziemlich guter Fußballspieler gewesen sein.
Ja, ich habe fast neun Jahre wirklich jeden Tag Fußball gespielt. Als ich acht war, habe ich damit angefangen. Ich wäre fast ein professioneller Fußballspieler geworden. Aber mit 16 war ich dann zum ersten Mal in einem Tonstudio und habe mich in die Musik verliebt. Es war schnell klar, dass ich den Fußball an den Nagel hängen und einen anderen Traum verfolgen muss.

Jennifer Lopez haben Sie zuletzt öfter gesehen, da Sie mit Ihr für die romantische Komödie „Marry Me“ vor der Kamera standen.
Das stimmt. Und Owen Wilson ist auch dabei. Für mich war es die Premiere in Hollywood. Ich bin sehr dankbar, dass mich Jennifer zum Teil des Projekts gemacht hat. Die Rolle, die ich auf der Leinwand spiele, ist sehr ähnlich zu meinem wahren Leben, deshalb hab ich mich wohl so wohl bei den Dreharbeiten gefühlt. Ich trage im Film zwar einen anderen Namen, aber er gibt Einblicke, wie es ist, das Leben zu leben, das ich nun führe.

Maluma: Interview mit dem angesagtesten Latino-Star

imago images / CordonPress

Wie gehen Sie damit um, dass Ihnen jedes Mal, wenn Sie mit einer Frau zusammenarbeiten, im Nachgang von der Presse eine Affäre angehängt wird?
Ich wünschte, es wäre so! (lacht) Ich meine, all die Frauen, mit denen ich die Möglichkeit hatte zu arbeiten, sind wunderschön. Ich liebe es, von ihnen zu lernen! Diese weibliche Kraft ist inspirierend. Oftmals wird behauptet, Männer würden die Welt regieren, aber das Gegenteil ist der Fall: Frauen regieren die Welt. Ich fühle mich also privilegiert, mit tollen Frauen Zeit zu verbringen.

Was genau haben Sie denn von Frauen gelernt?
Einfühlungsvermögen! Das ist etwas, dass dich Frauen jeden Tag lehren. Mitgefühl, Liebe, Respekt. Das sind auch die Werte, die mir meine Mutter immer vermittelt hat, als ich Kind war. Mein Hauptaugenmerk gilt in den nächsten Jahren als Mensch zu wachsen.

Was meinen Sie damit?
Ich habe so viele Dinge für meine Karriere getan. Am Anfang muss man das ja auch. Aber jetzt ist meine Priorität, wieder etwas mehr an mich zu denken. Ich will mich Spirituellem öffnen. Menschlichkeit zeigen. Ich will natürlich weiterarbeiten, mit der Musik weitermachen und Alben rausbringen, aber meine Priorität ist gerade, ein besserer Sohn für meine Mutter und ein besserer Bruder für meine Schwester zu sein.

Gibt es etwas, dass Ihnen viel bedeutet mal abgesehen von der Musik?
Was das Schauspielern betrifft, habe ich Blut geleckt. Ich liebe immer noch Sport. Ich liebe es zu meditieren und Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Ich liebe es, Pferde zu reiten. Reiten ist sowieso eine meiner größten Leidenschaften.

Haben Sie Pferde?
Ja, 18 Pferde sind es jetzt. Ich besitze auch einige Mini-Pferde, keine Ponys. Ich habe hier eine richtige Farm im Kolumbien. Jedes Mal, wenn ich entspannen will, auf andere Gedanken kommen will, raus aus dem Käfig kommen will, den mein Ruhm so mit sich bringt, dann lasse ich meine Karriere Karriere sein, geh auf meine Ponderosa und verbringe Zeit mit meinen Pferden. Das ist übrigens auch so eine Sache, die mich mit Madonna verbindet. Sie reitet ja auch gern.

Wenn Sie jetzt nach Deutschland auf Tour kommen, macht es Sie dann stolz, die kolumbianische Kultur zu repräsentieren?
Natürlich! Ich verstehe mich da schon auch als Botschafter. Ich will dem Publikum die positiven Seiten von Kolumbien näher bringen. Es gibt nicht immer gute Schlagzeilen über unser Land. Aber ich bin stolz auf Kolumbien und stolz, ein Latino zu sein. Es ist schon krass: Deutschland ist so weit weg von meinem Zuhause, dass mich das erst realisieren lässt, was für tolle Dinge mit meiner Karriere und der Latin-Musik als solches überall auf der Welt passiert sind.

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Könnten Sie sich trotzdem vorstellen, Songs auf Englisch zu singen?
Das habe ich vor meinem Durchbruch getan. Ich ging nach Los Angeles und nahm sieben Songs auf Englisch auf. Aber mein Gefühl sagte mir, dass ich bekannt sein möchte als spanischer oder Latin-Künstler. Klar könnte ich trotzdem auf Englisch anstatt auf Spanisch singen, aber ich bevorzuge es, meine Wurzeln zu zeigen und meinen regionalen Dialekt.

Wie wird Ihre Show aussehen?
Es ist grundlegend dieselbe Show wie im Rest der Welt. Ich habe meine Tänzer, ich habe einige großartige Musiker dabei, die ganze Performance ist wunderschön. Das kolumbianische Lebensgefühl und der Spaß und die Freude kommen hoffentlich rüber.

Freuen Sie sich auf die deutschen Ladys?
Sicher, ich bin seit ein paar Monaten wieder Single, habe Spaß und genieße mein Leben, denn ich bin jung. Natürlich würde ich gerne ein paar deutsche Mädels kennenlernen. Aber ich habe auch noch andere Prioritäten als das.

Wer nennt Sie heute noch Juan Luis?
Meine Familie. Meine Schwester gibt mir immer wieder andere Namen. Da kommen die komischsten Abwandlungen von Juan zustande.

Haben Sie noch Pläne für heute?
Ich muss zum Haus meiner Mutter gehen und mich verabschieden, denn ich bin so gut wie weg nach Europa. Und ich muss mich von all meinen Pferden verabschieden. Erst dann kann ich zum Flughafen fahren.

Interview: Katja Schwemmers

11:11 World Tour 2020:
3.3. München, Olympiahalle
5.3. Stuttgart, Hanns-Martin-Schleyer-Halle
21.3. Frankfurt, Festhalle
25.3. Esch Alzette/Luxemburg, Rockhal

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