FilmWarum Russell Crowe glaubt, dass ‚Gladiator II‘ ‚gescheitert‘ ist

Russell Crowe - June 2026 - Getty Images - Taormina Film Festival BangShowbiz
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Russell Crowe - June 2026 - Getty Images - Taormina Film Festival

Bang ShowbizBang Showbiz | 16.06.2026, 18:00 Uhr

Warum Russell Crowe glaubt, dass 'Gladiator II' 'gescheitert' ist.

Russell Crowe ist der Ansicht, dass das Fehlen eines „moralischen Kerns“ der Grund dafür sei, dass ‚Gladiator II‘ nicht an den Erfolg des Originals anknüpfen konnte.
Der 62-jährige Schauspieler gewann einen Oscar als bester Hauptdarsteller für seine Rolle des trauernden römischen Generals Maximus Decimus Meridius im Historienepos ‚Gladiator‘ von Ridley Scott aus dem Jahr 2000. Seiner Meinung nach verlor die Fortsetzung aus dem Jahr 2024, in der Paul Mescal die Hauptrolle spielte, jedoch genau den emotionalen Kern, der den ersten Film so erfolgreich gemacht hatte. Beim Filmfestival von Taormina in Italien erinnerte sich Crowe daran, wie er sich während der Dreharbeiten gegen den Druck des Studios gewehrt hatte, Sexszenen in den Film einzubauen. Er sagte: „Ich habe mich immer wieder dagegen gewehrt. Ich sagte: ‚Das ist die Geschichte eines Mannes, der den Tod seiner Frau und seines Kindes rächen will. Auf diesem Weg kann es keinen Moment geben, in dem er plötzlich mit jemandem schläft. Das ergibt überhaupt keinen Sinn … das zerstört die gesamte Reise der Figur.'“ Man habe mit ihm darüber gestritten, man habe ihm Briefe geschickt und alles Mögliche versucht, aber er sei bei seiner Haltung geblieben. Crowe weiter: „Zum Glück stimmte Ridley mir damals zu, obwohl er wahrscheinlich gerne eine Liebesszene zwischen mir und Connie Nielsen geschrieben hätte. Genau das war der moralische Kern des Films.“

Der Star aus ‚L.A. Confidential‘ fügte hinzu: „Wir wollten etwas wirklich Altmodisches schaffen, und das Studio verstand damals nicht ganz, warum.“ Crowe erklärte, dass seine Sichtweise bestätigt worden sei, als sich herausstellte, dass mehr Frauen als Männer den Film im Kino sahen. Er sagte: „Oberflächlich betrachtet ist ‚Gladiator‘ ein Film für Männer. Wäre er wirklich ein Film für Männer, würde er von Rache handeln. Aber das tut er nicht. Es ist ein Film für Frauen, weil es um Vergeltung geht. Das ist ein subtiler Unterschied, aber es ist ein Unterschied. Für mich war wichtig, dass die Figur auf diesem Weg bleibt.“

Dass man in der Fortsetzung dieses moralische Zentrum zerstört habe, sei laut Crowe sehr interessant. Er erklärt weiter: „Der zweite Film spielte kaum mehr Geld ein als der erste, obwohl zwischen beiden über 20 Jahre liegen. Berücksichtigt man die Inflation und den Wertverlust des Dollars, dann sind sie gescheitert. Und sie sind gescheitert, weil sie nicht verstanden haben, warum der erste Film erfolgreich war: wegen seines moralischen Kerns.“

Bereits im vergangenen Jahr hatte Crowe die Fortsetzung als „bedauerlich“ bezeichnet. Dem australischen Radiosender ‚Triple J‘ sagte er: „Die jüngste Fortsetzung, die wir nicht einmal beim Namen nennen müssen, ist ein gutes Beispiel dafür, dass selbst die Leute im Maschinenraum nicht verstanden haben, was den ersten Film besonders gemacht hat. Es waren nicht die Pracht, die Kulisse oder die Action. Es war der moralische Kern.“