MusikNightwish trennen sich von Sängerin Floor Jansen – neues Album für 2027 geplant

Floor Jansen - Copenhell 2018 - Avalon
Die finnische Symphonic-Metal-Band Nightwish und ihre langjährige Frontfrau Floor Jansen gehen getrennte Wege.
Nach rund 14 Jahren Zusammenarbeit haben sich die Musiker nach eigenen Angaben „im gegenseitigen Einvernehmen“ auf eine Trennung verständigt. Die 45-jährige niederländische Sängerin war 2012 zunächst als Tourmitglied zu Nightwish gestoßen. Bereits ein Jahr später wurde sie offiziell als feste Leadsängerin der Band aufgenommen und prägte deren Musik über viele Jahre hinweg.
In einer gemeinsamen Erklärung teilten die Musiker nun mit, dass die Entscheidung nach sorgfältiger Überlegung gefallen sei. „Nach sorgfältiger Überlegung haben wir im gegenseitigen Einvernehmen beschlossen, getrennte Wege zu gehen“, heißt es darin. Für die zukünftigen Ziele beider Seiten sei dieser Schritt notwendig und wichtig. Deshalb wolle man die jeweiligen musikalischen Pläne künftig unabhängig voneinander verfolgen. Trotz der Trennung fanden Nightwish und Jansen versöhnliche Worte füreinander. Man wünsche sich gegenseitig ausschließlich das Beste für die weitere künstlerische Zukunft. „Für euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, und natürlich auch für uns markiert dies das Ende einer wahrhaft großartigen Reise“, erklärte die Band.
Gleichzeitig machten Nightwish deutlich, dass die Trennung keineswegs das Ende der Gruppe bedeutet. Die Band will ihre Karriere fortsetzen und bereits 2027 wieder ins Studio gehen. Geplant ist ein neues Album, das auf ‚Yesterwynde‘ aus dem Jahr 2024 folgen soll. „Nightwish wird weitermachen“, stellten die Musiker klar. Man werde den eingeschlagenen Weg fortsetzen und im kommenden Jahr an neuer Musik arbeiten. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Band blickten die Mitglieder zudem optimistisch in die Zukunft. „Während wir 30 Jahre Nightwish feiern, könnten wir uns kaum mehr auf unsere Musik und unsere Zukunft freuen“, heißt es in der Erklärung. Wer künftig den Gesangspart von Floor Jansen übernehmen wird, wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Auch Jansen blickt trotz des Abschieds zuversichtlich nach vorn. In einer eigenen Stellungnahme erklärte sie, dass jede Veränderung zugleich neue Möglichkeiten eröffne. „Jedes Ende schafft einen neuen Anfang“, schrieb die Sängerin. Obwohl ihr die Entscheidung schwergefallen sei, glaube sie fest daran, dass eine vielversprechende musikalische Zukunft vor ihr liege. Ihre Fans lud sie ausdrücklich dazu ein, sie auch auf diesem neuen Weg zu begleiten. Gleichzeitig bedankte sie sich für die jahrelange Unterstützung während der gemeinsamen Zeit mit Nightwish. Künftig möchte Jansen ihre gesamte Aufmerksamkeit ihrer Solokarriere widmen.
Im Mittelpunkt stehen dabei ihr neues Album ‚Hytress‘, das 2027 erscheinen soll, sowie eine begleitende Tournee. „Meine Solokarriere wird jetzt meine gesamte Aufmerksamkeit bekommen“, erklärte sie. Dadurch hätten das kommende Album und die geplanten Konzerte ausreichend Raum, sich musikalisch zu entfalten. Sie hoffe, ihre Fans schon bald wieder auf Tournee begrüßen zu können.
Jansens Abschied erfolgt fünf Jahre nach dem Ausstieg von Bassist und Sänger Marko Hietala. Dieser hatte Nightwish 2021 mit einer ausführlichen Erklärung verlassen, in der er scharfe Kritik an den Strukturen der Musikindustrie übte. Damals erklärte Hietala, dass ihm sein Leben als Musiker schon seit längerer Zeit nicht mehr die notwendige persönliche Erfüllung gebe. Besonders störte ihn der wirtschaftliche Druck, dem Künstler ausgesetzt seien. Große Streamingunternehmen erwarteten von Musikern eine ständige Produktivität, während die Einnahmen seiner Ansicht nach ungerecht verteilt würden. „Wir sind die Bananenrepublik der Musikindustrie“, kritisierte Hietala.
Auch große Tourneeveranstalter nahm er ins Visier. Diese würden inzwischen teilweise sogar an den Merchandise-Einnahmen der Künstler mitverdienen, während die Musiker selbst immer stärker unter Druck gerieten. Hietala kritisierte außerdem geschäftliche Verbindungen in Staaten, in denen bestimmte Formen künstlerischen Ausdrucks verfolgt würden. Für ihn sei es widersprüchlich, wenn Unternehmen dort Gewinne mit Musik erzielten, die unter den jeweiligen politischen oder religiösen Bedingungen verboten sein könnte.
Neben diesen grundsätzlichen Problemen sprach der Musiker damals auch offen über seine psychische Gesundheit. Er erklärte, seit Langem unter chronischen Depressionen zu leiden. Die zunehmende Enttäuschung über die Musikbranche habe ihm deutlich gemacht, dass er dringend Abstand benötige. „Um schreiben, singen und spielen zu können, muss ich neue Gründe und neue Inspiration finden“, erklärte Hietala. Gleichzeitig versicherte er seinen Fans, dass er Unterstützung durch seine Familie und Freunde habe und nicht beabsichtige, sich dauerhaft aus der Musik zurückzuziehen. „Ich glaube nicht, dass ich für immer weg sein werde“, schrieb er damals.







