Mal ehrlichHarry Styles: Darum ist das ehemalige One-Direction-Mitglied KEIN Rockstar

Sebastian GrünbergerSebastian Grünberger | 08.07.2022, 13:04 Uhr
Harry Styles greift sich an den Kopf
Harry Styles bei einem Auftritt in New York City

IMAGO / Pacific Press Agency

Harry Styles ist vieles, aber Rockstar ist er keiner. Warum? Darauf werfen wir hier einen genauen Blick.

Läuft bei Harry Styles (28)! Mit der Boyband One Direction wurde er zum Superstar, als Solokünstler konnte er sich ganz neu definieren. Weg vom Boyband-Image, hin zu einem erwachseneren Sound. Styles will als Künstler ernst genommen werden, wird vielerorts sogar als Rockstar gefeiert. Aber bei aller Sympathie für den schönen Harald: Ist Styles tatsächlich ein Rockstar?

Harry Styles: Er hat alles … fast!

Nein, ist er nicht. Zumindest nicht, wenn man dem Rock’n’Roll und dem Terminus Rockstar noch irgendetwas Subversives zugesteht. Dabei hat Harry Styles eigentlich fast alles, was es zum Rockstar-Dasein braucht. Das Aussehen. Die Haare. Das Charisma. Die Anziehungskraft. Und auch den Mut zum modischen Experiment, zum Nagellack, zum Kleid. Androgynität: Immer schon ein wichtiger Bestandteil im Rock’n’Roll, wie David Bowie oder Mick Jagger bewiesen haben.

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Styles hat aber auch eins: Ein perfektes PR-Team. Bei ihm wirkt vieles – wenn nicht das meiste  — als wäre es am Reißbrett entworfen. In Sitzungszimmern und Büros besprochen, minutiös geplant. Der Vibe, der Style, der Groove — zielgruppengerecht konstruiert, perfekt durchgeführt. Mit Rockstartum hat das wenig, mit Popstartum dafür alles zu tun!

Was echte Rockstars anders machen

Nicht falsch verstehen: Harry Styles ist ein extrem talentierter Kerl. Seine Songs sind extrem geschmackvoll zurechtgezimmert – und Styles schreibt sogar selbst, zwar nicht alleine, sondern im Team: Aber immerhin. Und doch unterscheidet ihn etwas Wesentliches von Rockstars.




Werfen wir doch einmal einen Blick auf die Bands, die das Wort „Rockstar“ definieren: Led Zeppelin, AC/DC, Black Sabbath, Guns N‘ Roses und Oasis: Das waren beziehungsweise sind „echte“ Rockstars. Bands, die stoisch ihr Ding machten, die nichts darauf gaben, ob sie mit irgendetwas aneckten. Oder sogar im Gegenteil so richtig anecken wollten.

Harry Styles: Was ist er dann?

Vielleicht kann Harry Styles schon alleine deswegen kein echter Rockstar sein, weil es keine echten Rockstars mehr geben kann. In einem Zeitalter der ewigen Verfügbarkeit auf Social Media wurde der Begriff „Rockstar“ demystifiziert, ent-möglicht — und schon davor längst zu Tode kommerzialisiert.

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Harry Styles ist ein Popstar. Einer der besten, die es derzeit gibt. Einer, der mit seiner Musik auch mal etwas unkommerziellere Rock-Richtungen aufleben lässt. Aber eben ein Popstar durch und durch — einer der gefällt, nicht aneckt. Und wenn er mal aneckt, dann penibel genau dosiert. Noch einmal: Harry Styles ist kein Rockstar — aber das schmälert seine künstlerische Leistungen keineswegs.