Pufpaff statt Raab: Das Netz feiert die „TV Total“- Rückkehr

Tony PolandTony Poland | 11.11.2021, 18:02 Uhr
Das Netz feiert die „TV-Total“- Rückkehr
Das Netz feiert die „TV-Total“- Rückkehr

ProSieben/Willi Weber

Seit Mittwochabend (10. November) ist „TV-Total“ wieder da! Neu-Moderator Sebastian Pufpaff trat in riesige Fußstapfen, machte aber einen ordentlichen Job. Wie gewohnt nahm das Format alles und jeden aufs Korn. Das funktionierte. Nur bei einem Vergleich senkten die Zuschauer:innen den Daumen.

Das Comeback der Kultshow nach sechs Jahren Abstinenz ist geglückt. Laut Online-Branchendienst „dwdl.de“ wollten die erste Folge „TV Total“ 2,86 Millionen Zuschauer sehen. Damit war das Kultformat mit Neu-Moderator Sebastian Pufpaff (45) die erfolgreichste Show des gesamten Tages. Stefan Raab (55) war zwar nicht zu sehen, dafür aber viele seiner kultigen Markenzeichen.

Das Setting funktionierte eins zu eins wie in den vorherigen über 2300 Episoden. Zumindest fast. Einen Mega-Promi zum Anfassen gab es zum Auftakt nämlich leider nicht.

„TV Total“ besinnt sich auf alte Stärken

Einer der Höhepunkte der Show war aber nicht etwa ein Gag, flapsiger Spruch oder ein besonders witziger TV-Clip. Nein, der Stargast des Abends verbarg sich unter einem goldenen Tuch. Pufpaff offenbarte schließlich zu den ehrwürdigen Tönen der „Heavytones“ das Geheimnis: Das legendäre Nippelboard.

Auf den Legenden-Nippel „Ich weiß es nicht…“ müssen die Zuschauer:innen auch in Zukunft nicht verzichten. Auch an weiteren Säulen wurde zum Glück festgehalten. Die ultra-witzige Off-Stimme von Manfred Winkens verlieh besonderen Einspiel-Highlights wie gewohnt den Rahmen. Das passt einfach wie Arsch auf Eimer und ist nach wie vor zum Schießen.

Und auch der fahrbare Schreibtisch, mit dem sich der Neu-Moderator durch den Saal bewegte, ist geblieben. Den führte Kultfigur Raab übrigens zu seinen Glanzzeiten ein. Damit surft „TV Total“ mit auf der gerade angesagten medialen Retro-Welle.

Zuschauer:innen begeistert: „Wie in alten Zeiten“

Auch beim Konzept verließ sich „TV Total“ auf bekannte Tugenden. Wenig überraschend nahmen die TV-Highlights von der Konkurrenz besonders das Comeback von „Wetten, dass..?“ spöttisch unter die Lupe. So bekamen Michelle Hunziker (44), Helene Fischer (37), Thomas Gottschalk (71), Björn Ulvaeus (76) und Benny Andersson (74) von „ABBA“ sowie Udo Lindenberg (75) ihr Fett weg.

Im Anschluss wurde der bei der „Bild-Zeitung“ gefeuerte Chefredakteur Julian Reichelt (41) aufs Korn genommen. Das Zitat von Pufpaff:„Was schenkst du dem, der schon alle hatte?“ sorgte für viele Lacher. Reichelts früheren Vize Paul Ronzheimer (36) nennt Pufpaff „dicken Harry Potter“. Es ist nicht die feine Klinge, aber so war „TV Total“ ja schon immer. Und außerdem so weit drüber, dass es klappt.

Gleiches galt auch für die letzten Minuten. Der am Ende erfolglose Versuch von Pufpaff, auf die Couch von „Wetten, dass..?“ zu kommen, kam ebenfalls überwiegend gut an. Ob die Verkleidung als Helene Fischer hier noch für Pluspunkte sorgte?

„TV Total“: ein Vergleich ging daneben

Doch bei einem Gag stockte dann vielen Fans kurz der Atem. Ein Ausschnitt aus dem „Schlagerbooom 2021“, moderiert von Florian Silbereisen (40), wurde in der Sendung zum Meme gemacht. Seine Stimme wurde über mehrere Clips gelegt. Ein Clip war nach Meinung der Fans dann aber doch völlig übertrieben.

Die Rede von Nazi-Politiker Joseph Goebbels im Berliner Sportpalast wurde mit dem Schlagerstar synchronisiert. Inklusive Jubel und Hitlergruß. Zwar kommentiert Pufpaff mit: „Wir stehen dem Clip sehr kritisch gegenüber, denn es handelt sich hier eindeutig um die Verharmlosung des Schlagers.“ Vielen Usern war der Humor dennoch zu schwarz.

„Die Nazischeiße hätten sie sich besser gespart“ schrieb ein Zuschauer, „ProSieben verharmlost die Nazizeit“ urteilte ein anderer. Ein weiterer will das Konzept von „TV Total“ erkannt haben. Es sei ein „liebloses Aneinanderklatschen von Beleidigungen.“ „Die Moderation von Silbereisen einem Goebbels in den Mund zu legen, ist schon extrem grenzwertig.“ Aber für ihren humoristischen Platz sehr nahe an – oder unter der Gürtellinie des guten Geschmacks war die Show ja schon immer bekannt. Also hat sich nicht viel geändert.