Michael Wendler hat für 176 Songs kein Geld gesehen?

Tony PolandTony Poland | 30.09.2021, 14:00 Uhr
Michael Wendler hat für 176 Songs kein Geld gesehen?
Michael Wendler hat für 176 Songs kein Geld gesehen?

IMAGO / Future Image

Man mag es angesichts der ganzen Pleiten und Pannen aktuell kaum glauben, aber der abgestürzte Schlagersänger Michael Wendler hatte einige bekannte Hits. Bis heute stehen dafür noch Gelder aus, die GEMA stellte sich quer. Beide Seiten trafen sich nun am 29.September wieder vor Gericht.

Der gefallene Schlagerstar Michael Wendler (49) sorgte vor Jahren u.a. mit „Sie liebt den DJ“ für Stimmung am Ballermann und den Volksfesten in Deutschland – ohne dass er stets vor Ort war. Werden die Songs nämlich trotzdem öffentlich gespielt, ist einmal im Jahr  Zahltag für die Künstler. Normalerweise.

Denn dann bekommen die Urheber Kohle von der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte). Der Wendler, der gerade wohl mit dem Vertrieb von Apokalypse-Artikeln auf seinem verzweifelten Telegram-Kanal beschäftigt ist, gehört aber nicht dazu.

Stress mit der GEMA

Der von reichlich Sorgen geplagte Auswanderer führt momentan einen Rechtsstreit mit der GEMA, es geht angeblich um die Auszahlung von Tantiemen zu insgesamt 176 Songs. So ein Bericht der „Bild“-Zeitung, die sich in letzter Zeit sehr um die Finanzen des Egozentrikers sorgt. Hintergrund des Wendlerschen Affenheaters: Die Musik-Verwertungsgesellschaft fror die GEMA-Konten vom Wendler schon 2019 ein.

Die Sperre wurde mit „berechtigten Zweifeln an der Ausschüttungsberechtigung“ begründet. Der heutige Corona-Leugner klagte daraufhin vor dem Berliner Landgericht und bekam recht.

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Am Ballermann war der gefallene Schlagersänger mal angesagt

Foto: IMAGO / nicepix.world

Wem gehören die Hits?

Doch warum das Theater überhaupt? Darum: Während seiner Insolvenz war der „Wahlamerikaner“ angestellt bei der „Firma“ von Ex-Frau Claudia Norberg (50). Die gab bei der GEMA an, Verfasserin der Hits zu sein. Wohl aus dem Grund, um ihren damals offenbar klammen Liebsten vor einer Pfändung zu schützen. Dafür strich sie wohl die  Tantiemen ein.

2016 ging jedoch auch die von Wendler und seiner Ex aus der Taufe gehobenen Plattenfirma CNI Records finanziell in die Binsen und der Wendler höchstpersönlich schrieb sich die Urheberrechte der Songs zu. Er kassierte die Ausschüttungen selbst, was den Insolvenzverwalter der geliebten Ex auf die Palme brachte. Denn ohne die Tantiemen konnten die Gläubiger seiner Mandantin nicht bezahlt werden. Das zumindest schilderte „RTL“.

Zu viel Chaos für die GEMA, welche die Zahlungen stoppte. Vor Gericht sollte über den weiteren Verlauf entschieden werden.

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2014 waren Claudia Norberg und Michael Wendler noch ein Paar

Foto: IMAGO / Future Image

Es geht um 43.000 Euro

Der Kampf um die ausstehenden Gelder geht bis heute. Denn der abgestürzte Musiker erklagte sich laut „Bild“-Zeitung insgesamt 42.825, 60 Euro samt Zinsen. Geld, was die GEMA nicht zahlen wollte. Die Berufung konnte jedoch bislang nicht verhandelt werden, da der Exil-Deutsche, der inzwischen in Cape Coral (Florida) wohnt, nie vor Gericht erschien.

Mehrere geplatzte Prozesstermine waren die Folge. Am vergangenen Mittwoch (29.September) wurde aber vor einem Berliner Oberlandesgericht getagt. Schade, dass es der Wendler nicht für nötig hielt, selbst zu erscheinen. Das hätte seinem Wunsch doch eine nachdrückliche Bedeutung verliehen.

Lieber ließ er einen Anwalt mit entsprechender Bevollmächtigung antanzen. Von drei geplanten Zeugen tauchte jedoch nur einer auf. Mit einem Urteil sei, so die „Bild“-Zeitung, zeitnah zu rechnen. Und das dürfte ihm alles andere als „Egal“ sein! (TP)

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Die 43.000 Euro dürften dem Wendler gut zu Gesicht stehen

Foto: IMAGO / Revierfoto