ABBA: So steinreich sind die Popgötter wirklich

ABBA: So steinreich sind die Popgötter wirklich
ABBA: So steinreich sind die Popgötter wirklich

IMAGO / Allstar

01.10.2021 21:17 Uhr

Unzählige verkaufte Alben und Platten sowie ein Musical samt Verfilmung: Kein Zweifel, die vier Mitglieder von ABBA haben sich seit ihrem Bestehen eine goldene Nase verdient. Das große Comeback sorgt für weitere volle Kassen.

Nach fast 40 Jahren Pause sind ABBA wieder da. Endlich! Doch warum überhaupt geben sich Agnetha Fältskog (71), Björn Ulvaeus (76), Benny Andersson (74) und Anni-Frid Lyngstad (75) den Comeback-Stress? Schließlich sind alle weit über 70 und haben Kohle ohne Ende. Des Geldes wegen also sicher nicht.

Denn alleine die seit 1972 rund 400 Millionen verkauften Tonträger haben dafür gesorgt, dass sich die vier schwedischen Pop-Ikonen und „pathologischen Perfektionisten“ keine Sorgen mehr um ihre finanzielle Sicherheit machen mussten. Auch das Musical „Mamma Mia!“ war ein voller Erfolg, die anschließende Verfilmung übertraf jedwede Erwartungen.

Ein Museum und jede Menge eigene Projekte, etwa wie die von Ulvaeus und Andersson, ließen den Rubel ebenfalls rollen. Hier eine Auswahl ihrer Aktivitäten vor dem Comeback mit ABBA Voyage.

ABBA: Auf dem Weg zur Milliarde

Insgesamt wird das bishrige Gesamtvermögen der Band, die von seriösen Medien gelegentlich auch als ausgklügeltes Imperium betitelt wird, auf ca. 900 Millionen Euro geschätzt. Aufgeteilt wären das also 225 Millionen pro Nase. Aber das tatsächlich dickste Bankkonto dürfte Björn aufweisen. Denn während sich die drei weiteren Kollegen im Laufe der Jahre eher zurückzogen, trieb Ulvaeus ein Projekt nach dem anderen voran.

Unter anderem besitzt das Multitalent gleich mehrere Immobilien, inklusve Hotels und Restaurants (die Fat Ulvaeus Burger Kette in Stockholm), ein Fußballteam in Göteborg und eine eigene Vodka-Marke („Pure Wonderulvaeus“). Insgesamt wurde sein Vermögen im Jahr 2020 auf 900 Millionen Dollar geschätzt.

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Björn Ulvaeus verdiente durch weitere Projekte mehrere Millionen dazu

Foto: IMAGO / TT

ABBA-Musical und Kinofilm vergolden die Zahlen

Aufbauend auf den verkauften Alben feierte das Musical „Mamma Mia!“ 1999 Premiere. Vorangegangen war der weltweite Erfolg mit der zweiten Hit-Compilation „Gold“. Galten sie während ihrer Hochzeit Ende der 1970er eher als uncool, verändere sich dieser Status in den 1990ern schlagartig. ABBA sind seither die Götter im Pop-Olymp.

In der Folge ging die mitreißende Musical-Show mit unzähligen Ablegern in über 150 Städte, -über 60 Millionen Menschen zahlten bis heute für den Besuch einer Vorstellung. 2013 wurde bereits die Einnahmegrenze von zwei Milliarden Dollar geknackt (über 42 Millionen Besucher zum damaligen Zeitpunkt).

Und wie ließe sich dieser gigantische Erfolg noch weiter vergrößern? Richtig, mit einem Kinofilm. Und der kam 2008 auf die deutschen Leinwände, das Ergebnis war bahnbrechend. Denn die Verfilmung von „Mamma Mia!“ spielte 600 Millionen US-Dollar ein – es war die erfolgreichste Musical-Verfilmung aller Zeiten.

Zehn Jahre später kam dann „Mamma Mia – Here We Go Again“ in die Kinos und da arbeiteten ABBA bereits seit einem Jahr heimlich an den neuen Songs! Die weltweiten Einnahmen lagen bei 395,04 Millionen US-Dollar.

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Das Musical „Mamma Mia!“ wurde ein weltweiter Erfolg

Foto: IMAGO / Levine-Roberts

Zwischen 80 und 230 Millionen Dollar

Am Erfolg des Musicals partizipierte besonders Anni-Frid Lyngstad, die ihren zwei einstigen Musikpartnern Björn und Benny (ihr erster Gatte) das Starkapital zur Verfügung stellte. Erst dann konnte die Musical-Tournee überhaupt losgehen.

Heute wird Lyngstad auf etwa rund 200 bis 300 Millionen Dollar schwer geschätzt. Einen Großteil erbte sie zudem von ihrem früheren Mann Prinz Heinrich Ruzzo Reuss von Plauen, der 1999 verstarb.

Auf vergleichsweise „schmalem“ Fuße lebt dagegen Agnetha Fältskog, deren Vermögen auf ca. 80 Millionen Dollar geschätzt wird. Andersson kann da wohl „größere“ Sprünge machen, allerdings schwanken die Angaben zwischen 200 und 230 Millionen Dollar, die ihm zur Verfügung stehen dürften. Der Grund: er hat die meisten Kompositionen geschrieben.

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Auch als Wachsfiguren sind die schwedischen Pop-Ikonen zu bestaunen

Foto: IMAGO / Future Image

Das Konto wächst und wächst

Auch wenn die vier Weltstars ihren genauen Kontostand womöglich nicht mal selbst kennen dürften, elektrisiert das Quartett heute mehr denn je verschiedne Generationen. Die zwei neuen Songs „I Still Have Faith In You“ und „Don’t Shut Me Down“ stehen nach knapp vier Wochen inzwischen bei 22 bzw. 11 Millionen Abrufen auf YouTube.

Auch heute noch laufen die berühmten ABBA-Hits (u.a. „Mamma Mia“, „Money, Money, Money“, „Dancing Queen“) regelmäßig im Radio, was den Absatz nur noch fördern dürfte. Mit Beginn der „Abba Voyage“-Tour im Mai 2022 sind zudem weitere Einnahmen im zweistelligen Millionenbereich zu erwarten. Hungern muss also auch in Zukunft keiner. (TP)

Eine Milliarde für 100 Konzerte

Unvergessen: Im Jahr 2000 wurde dem Quartett amerikanisch-britisches Konsortium eine Milliarde Dollar für ein Comeback mit Welt-Tournee inklusive 100 Konzerten angeboten. Benny Andersson und Björn Ulvaeus bestätigten das Angebot Jahre später.

„Es war einfach zu viel: zu viel Gage, zu viel Arbeit, zu viel Stress. Es war ein in jeder Hinsicht perverses Angebot“, sagte Ulvaeus schon 2009 im Interview mit der „Frankfurter Rundschau“. „Wir hätten es lediglich des Geldes wegen getan, und das wäre falsch.“

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ABBA und Stig Anderson 1978.

IMAGO / ZUMA/Keystone

Eigenes Plattenlabel

Mit ihrem 1997 verstorbenen Manager Stikkan „Stig“ Anderson, gründeten ABBA das Platten-Label Polar Music mit Studio in Stockholm in einem verlassenes Kino in Stockholm hatte seit 1963 schon den Musikverlag Anderson Polar Music International AB. Im Polar Music Studio produzierten Superbands wie Led Zeppelin, Genesis, Rammstein, Beastie Boys, The Ramones ihre Alben.

Nach finanziellen und auch vertraglichen Streitereien mit den ABBA-Mitgliedern verkaufte Stig Anderson Polar Music inklusive fast aller Verwertungsrechte an der Marke ABBA 1990 an den Medienkonzern Polygram, der Ende der 1990er Jahre von Universal Music übernommen wurde.