Linda Zervakis

Foto: IMAGO / Future Image

Als „Tagesschau“-Moderatorin hat das TV-Publikum Linda Zervakis kennen und lieben gelernt. Ein absolutes Karriere-Highlight, aber noch längst nicht die letzte Station für die Hamburger Halbgriechin, die beim Privatfernsehen eine neue Herausforderung gefunden hat.

Steckbrief

Name
Zervakis
Vorname
Linda
Größe
1,69 m
Wohnort
Hamburg / Deutschland
Geburtstag
01.01.1975 in Hamburg / Deutschland
Sternzeichen
Steinbock
Partner
ein NDR-Journalist (Name unbekannt) (verh. seit 2012)
Kinder
Tochter (*2015), Sohn (*2012)
Eltern
Chrissoula und Christos Zervakis
Geschwister
Iannis und Charalambos

Biografie von Linda Zervakis

Linda Zervakis wird am 25. Juli 1975 als mittleres von drei Kindern in Hamburg geboren. Ihre Eltern sind in den 60ern als Gastarbeiter aus Griechenland gekommen. Eigentlich wollten sie nach zwei Jahren wieder zurück in die geliebte Heimat, doch Familie Zervakis blieb in Deutschland. Hier waren die Chancen für die Linda und ihre Brüder Iannis und Charalambos einfach besser, waren sich ihre Eltern sicher. Doch die Kindheit als Hamburger Deern mit griechischen Wurzeln war nicht immer einfach für Klein-Linda.

Linda Zervakis: Eine Bilderbuchkarriere vor schwierigem Hintergrund

Als Tochter griechischer Gastarbeiter hatte sie in ihrer Kindheit und Jugend immer wieder mit Anfeindungen aufgrund ihrer Herkunft zu kämpfen. In der Schule wurde sie angegriffen, verbal wie physisch. Sie fühlte sich abgehängt und ausgegrenzt. Hinzu kam, dass sich die Familie Zervakis ständig mit Geldproblemen herumschlagen musste. So blieb Linda Zervakis nichts anderes übrig, als die Kleidung ihrer Brüder aufzutragen; zudem teilte sie sich mit ihnen ein Zimmer in dem Hochhaus in Hamburg-Harburg, in dem die Familie wohnte.

Eine Kindheit im Kiosk zwischen Chipsregal und bunten Tüten

Kein Wunder also, dass Linda Zervakis auch im elterlichen Kiosk aushelfen musste, wann immer es nötig war. Dies tat sie allerdings nicht nur in in ihrer Jugend, sondern auch noch im Alter von 28 Jahren – wohl auch vor dem Hintergrund, dass ihr Vater früh verstorben ist. Sie verlor ihn, als sie gerade einmal 14 Jahre alt war.

Diese Erfahrungen als Kiosk-Aushilfe flossen ein in ihr autobiographisch gefärbtes Buch „Königin der bunten Tüte: Geschichten aus dem Kiosk“, das sie 2015 bei Rowohlt herausbrachte. Es sollte nicht die einzige Buchveröffentlichung bleiben. So erschien im Jahr 2020, ebenfalls autobiographisch geprägt, „Etsikietsi – Auf der Suche nach meinen Wurzeln“.

So sehr sie die Zeit als Aushilfe und Stütze der Familie auch beeinflusst haben mag: Linda wusste früh, dass der Kiosk ihrer Eltern nicht ihre berufliche Zukunft sein würde.

Das weiß nicht jeder

Linda Zervakis: Vom Agentur-Schreibtisch in die Medienwelt

Linda Zervakis gelang es, nach dem Abitur im Jahr 1994 ein Praktikum in der international erfolgreichen Werbeagentur BBDO zu ergattern. Dort erhielt sie auch eine Anstellung als Texterin, jedoch war eine Karriere im Marketing nicht das, was der jungen Frau für ihre Zukunft vorschwebte.

Tatsächlich war es ursprünglich ihr Berufswunsch gewesen, Stewardess zu werden, ein Gedanke, den sie heute allerdings eher abwegig findet, wie sie 2017 der „Zeit“ verriet: „Das hätte nur zu sehr viel Tomatensaft auf Anzügen geführt.“ Alternativ zog es Linda Zervakis zum Musikfernsehen – sie wollte für VIVA oder MTV vor der Kamera stehen und bemühte sich um Vorsprechen, wurde aber, wie sie später in einem Interview sagte, für nicht „fancy“ genug befunden.

Da der direkte Weg ins Scheinwerferlicht verbaut schien, nahm sie die Ausweichroute – und die führte über Engagements beim Radio. So konnte sie bei N-JOY früh Erfahrungen in jener Rolle sammeln, in der ganz Deutschland sie bald kennen sollte: Als Redakteurin und Nachrichtensprecherin. Bis heute noch ist Linda Zervakis gelegentlich im Radio zu hören.

Nachgefragt
Linda Zervakis möchte sich nach jahrelanger Arbeit für die Tagesschau beruflich verändern. Schon zu Beginn ihrer Karriere hat sie Gefallen an der Infotainment-Branche gefunden und träumt von einer eigenen Show.
Die Moderatorin selbst wurde zwar in Hamburg geboren, jedoch hat Linda Zervakis griechische Wurzeln. Ihre Eltern sind in den 60er Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen.
Ihr Privatleben hält Linda Zervakis weitestgehend aus der Öffentlichkeit heraus. So ist auch über ihren Ehemann, mit dem sie seit 2012 verheiratet ist, nur bekannt, dass er als Journalist für den NDR arbeitet.
Nach dem Abschied von Linda Zervakis bei der „Tagesschau“ hat NDR verkündet, ihre Stelle vorerst nicht neu zu besetzen. Die Größe des Teams sei mit sechs Moderatoren zunächst ausreichend.
Die Sprecher und Sprecherinnen der „Tagesschau“ sind nicht fest angestellt, sondern sind als freie Mitarbeiter möglich. Laut dem Blog der „Tagesschau“ verdienen sie bei der Hauptausgabe pro Einsatz 259,89 Euro. Pro Tag können jedoch mehrere Sendungen absolviert werden.

Linda Zervakis: Erste Schritte im TV

Dennoch verlor Linda Zervakis ihr eigentliches Ziel, vor der Kamera zu stehen, nie aus den Augen. 2004 gelang es ihr schließlich, im Lokalfernsehen zu reüssieren. So war sie im Auftrag des NDR zunächst als Reporterin für das „Schleswig-Holstein Magazin“, später dann für „Schleswig-Holstein 18 Uhr“ unterwegs.

2006 wurde sie Nachrichtensprecherin auf „Eins ExtraAktuell“, jenem Sender, der heute „tagesschau24“ heißt. Zwischen 2008 und 2010 moderierte sie die Sendung „Mein Nachmittag“ im NDR. 2009 folgte dann der große Sprung ins Rampenlicht: Linda Zervakis wurde Moderatorin beim „Nachtmagazin“, wo sie als Stellvertreterin von Ingo Zamperoni und Gabi Bauer zu sehen war.

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„Die Tagesschau“: Das vorläufige Highlight im Lebenslauf von Linda Zervakis

2013 schließlich erreichte sie den vorläufigen Zenit ihrer Karriere und wurde Sprecherin der „Tagesschau“, deren 20-Uhr-Hauptausgabe sie moderieren durfte – sie war die erste Anchorwoman des Formats mit Migrationshintergrund. In Windeseile mauserte sie sich zu einer der beliebtesten Nachrichtensprecherinnen Deutschlands.

Das Ende der Ära Zervakis

Für manche Menschen wäre so ein Karriere-Highlight genug, nicht aber für Linda Zervakis. Im April 2021 verkündete der NDR völlig überraschend das Ende der Ära Zervakis bei der „Tagesschau“. Über die Gründe für das Aus wollte zu dem Zeitpunkt noch niemand wo wirklich reden. War es eine Frage des Geldes? Fest steht in jedem Fall: Reich wird man als „Tagesschau“-Moderatorin nicht. Doch Linda Zervakis hat ihr Gehalt schon zu NDR-Zeiten durch einige lukrative Nebenjobs aufgebessert. Und so war nach dem Aus bei der „Tagesschau“ schnell klar: Linda Zervakis wird nicht von der Bildfläche verschwinden. Sie wird sich nur eine andere Bühne suchen.

Linda Zervakis: Ihre letzte „Tagesschau“

Ihre letzte „Tagesschau“-Ausgabe moderierte Linda Zervakis am 26. April 2021. Zum Abschied feierte sie mit Kollegen Corona-konform, aber standesgemäß mit Ouzo – der „schlanke griechische Abgang“, wie sie selbst sagte. Sie habe nach 19 Jahren beim NDR einfach etwas Neues ausprobieren wollen, bevor sie zu alt dafür werde, ließ sie ihre Fans auf ndr.de wissen.

Mehr als „nur“ eine „Tagesschau“-Moderatorin

„Tagesschau“-Moderatorin. Was viele als das Ziel ihrer Träume erachten würden, war für Linda Zervakis nur eine weitere Zwischenstation. Eine sehr wichtige natürlich, aber: Die Moderatorin hat schon immer von einer eigenen Show geträumt.

Der Wechsel zu ProSieben: „Zervakis & Opdenhövel. Live“

Dieser Wunsch geht nun in Zusammenarbeit mit ProSieben in Erfüllung – zumindest teilweise. Denn schließlich ist es eine Infotainment-Sendung, die die 46-Jährige gemeinsam mit Matthias Opdenhövel demnächst moderiert – das Format trägt den Titel „Zervakis & Opdenhövel. Live“.

In der Sendung sollen zwei Stunden lang aktuelle Themen in Form von Reportagen, Rubriken und Interviews behandelt werden. Los geht es im Herbst 2021. Für ProSieben ist das Engagement von Linda Zervakis ein klarer Zugewinn, geht es doch darum, das Unterhaltungs-Profil des Senders um Qualitätsjournalismus zu erweitern, für den die Moderatorin wie kaum eine zweite steht.

Umgekehrt erfüllt sich für Linda Zervakis somit der lang gehegte Traum von einem Wechsel in die Entertainment-Welt – so, wie sie es schon in jungen Jahren vor hatte, als sie damals noch erfolglos um eine Chance beim Musikfernsehen kämpfte.

In welchem Format hättest du Linda Zervakis gerne gesehen?

„Joko und Linda gegen ProSieben“
„Linda! Die Woche und ich“
„Studio Zervakis“
„Lindas Nacht: Der Late-Night-Talk mit Linda Zervakis“

Die vielen Randprojekte der Linda Zervakis

Doch schon zu „Tagesschau“-Zeiten war Linda Zervakis in Sachen Entertainment umtriebig. So erscheint etwa auf Spotify ihr viel gelobter, aber auch kritisierter Podcast „Die gute Deutsche“. Im Fokus der Sendung stehen Prominente mit Migrationshintergrund, unter anderem waren bereits Mark Forster, der Stylist Jorge Gonzáles und „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo bei ihr zu Gast.

Des Weiteren war Linda Zervakis im Laufe der Jahre in Musikvideos diverser Bands zu sehen, darunter die Beginner mit „Es war einmal“ (2016), Deichkind mit „Wer sagt denn das?“ (2019) und Die Ärzte mit „We are the Romance“ (2020).

Linda Zervakis privat

Wie viele TV-Persönlichkeiten versucht auch Linda Zervakis, ihre Familie nicht zu sehr ins Scheinwerferlicht zu zerren. Verheiratet ist sie mit einem ehemaligen NDR-Kollegen. Das Paar hat zwei Kinder: Einen Sohn, der 2012 zur Welt kam, sowie eine Tochter, geboren 2015.

Ein weiteres Lebensziel der Moderatorin hat übrigens so gar nichts mit der Medienwelt zu tun, die sie in den vergangenen Jahrzehnten hierzulande mit geprägt hat. So träumt sie von einer kleinen Frühstückspension in Griechenland: „Eine Frühstückspension deshalb, weil ich einfach gar nicht kochen kann. Aber Frühstück kriege ich hin“, zitiert sie die „Abendzeitung München“.