„Popstars“: Was wurde eigentlich aus Nu Pagadi?

"Popstars": Was wurde eigentlich aus Nu Pagadi?
"Popstars": Was wurde eigentlich aus Nu Pagadi?

Fotos: imago images / Marc Schüler & imago images / fishing4

08.12.2020 16:19 Uhr

Seit wenigen Tagen ist die Musik sämtlicher Acts und Bands, die aus der beliebten Casting-Show "Popstars" hervorgingen, endlich bei Spotify & Co abrufbar. Die Fans freut es extrem, doch es bleibt eine Frage: Was wurde eigentlich aus Nu Pagadi?

Ende 2004 wurde bei „Popstars“ mit Nu Pagadi eine Band zusammengestellt, die sich extrem von den Vorgänger-Gruppen No Angels, Bro’Sis und Overground unterscheiden sollte. Weswegen man eine Formation zusammenbrachte, die Pop mit Dark-Rock-Elementen mischen sollte. Das musikalische Ergebnis daraus hieß „Sweetest Poison“ und schaffte es wie das dazugehörige Album „Your Dark Side“ auf den ersten Platz der deutschen Verkaufscharts.

Letztendlich konnten Markus Grimm, Patrick Boinet, Kristina Dörfer und Doreen Steinert die Jury von sich überzeugen und sich somit einen Platz in der Gewinnerband Nu Pagadi ergattern. Der etwas gewöhnungsbedürftige Bandname stammt aus dem russischen und bedeutet frei übersetzt etwa so viel wie „Na warte!“

Ein Mix aus Dschinghis Khan und Rammstein

Eben so schräg wie die Namenswahl fiel auch der Fell-Look aus, der den vier Gewinnern verpasst wurde. Böse Zungen vergleichen die Band deshalb optisch mit der Kelly Family und auch Stefan Raab konnte sich eine Spitze in die Richtung von Nu Pagadi nicht verkneifen und umschreib das Quartett als eine „Mischung aus Dschinghis Khan und Rammstein“.

Allerdings sollte das Popstars-Glück nicht lange halten, denn schon nach nicht mal einem halben Jahr verließ Doreen die Band. Grund sollen musikalische, aber auch persönliche Unstimmigkeiten mit den anderen Mitgliedern gewesen sein. Nach insgesamt neun Monaten war Schluss mit Nu Pagadi. Kurz zuvor hatte die Band ihren Plattenverkauf verloren, da die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen blieb. Doch was machen die Vier heute?

Kristina Dörfer

Nach dem Ende von Nu Pagadi versuchte sich Kris mit einer Solokarriere und konnte mit ihrer Single „Room for More“ einen Achtungserfolg in Finnland und Tschechien landen. Ende 2006 stieg die heute 36-Jährige in die ARD-Vorabendserie „Verbotene Liebe“ ein und spielte dort knapp drei Jahre lang die Rolle der Olivia Schneider. Seit 2015 ist sie als Alexandra Auerbach in der Telenovela „Sturm der Liebe“ zu sehen. Privat ist Kristina Dörfer mit Schauspieler Joscha Kiefer verheiratet und hat mit ihm zwei Töchter.

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Doreen Steinert

Doreen verließ schon nach nur fünf Monaten die Band und begann an ihrer Solo-Karriere zu arbeiten. Allerdings war die nur mäßig erfolgreich. Ihre Single „Der Brief (den ich nie schrieb)“ ging musikalisch in eine ganz andere Richtung wie der Sound von Nu Pagadi. Auch wenn der Song durchweg gute Kritiken bekam, landete er nur auf Platz 31.

Und auch ihre Folge-Single „Ich bin meine eigene Frau“, die ihr damaliger Partner Sido schrieb, verkaufte sich nur mäßig. Mit dem einstigen Aggro Berlin-Rapper war die schöne Blondine von 2005 an sieben Jahre lang zusammen. Auf das Beziehungsende folgten Depressionen und eine Magersucht. „Eine Trennung bedeutet nie das Ende der Welt. Das Leben geht weiter und dem neuen Lebensabschnitt wird zugreprostet“, erklärt sie rückblickend.

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Nach einer längeren Pause ist die 34-Jährige nun wieder im Musik-Biz unterwegs und nennt sich jetzt Reen. Aber nicht nur ihr Name ist neu, sondern auch der Sound. So präsentierte sie sich 2019 auf ihrer Single „Missing you“ deutlich erwachsener und stimmgewaltiger. Statt deutschem R&B gibt es nun elektrisch angehauchten Pop auf Englisch.

„Ich liebe es, neue Sachen auszuprobieren. In meinen Songs steckt alles, was ich erlebe. Das Leben ist voller Überraschungen und EDM & Pop sind der perfekte Sound dafür: Wenn der Drop kommt und alle die Arme hochreißen, zählt nur noch eins: Euphorie und pures Leben.“ Trotz aller Euphorie schaffte es der Song aber auch nicht in die Charts.

Markus Grimm

Der heute 41-Jährige ist ein wahrer Tausendsassa. Auch nach dem Ende der Band blieb Markus Grimm seiner Liebe zur Musik treu. Allerdings versuchte er sich in den verschiedensten Bereichen und schrieb neben einem Kinderbuch auch gemeinsam mit „Star-Search“-Gewinner Martin Kesici ein Buch mit dem Titel „Sex, Drugs & Castingshows.“

Darin geben die beiden einen Einblick hinter die Castingshow-Maschinerie und beleuchten die dunklen Seiten, die sich für die Gewinner eines solchen Formates auftun. Außerdem veröffentliche Markus 2018 als waschechter Nachkomme der Gebrüder Grimm ein Märchenbuch. Aktuell arbeitet der Sänger an neuer Musik und will im nächsten Jahr wieder so richtig durchstarten. Markus lebt mit seinem Mann und den gemeinsamen Hunden in Moers.

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Patrick „Pat“ Boinet

Um Pat, wie ihn die Fans früher liebevoll nannten, wurde es nach dem Aus von Nu Pagadi schnell ruhig. Gelegentlich konnte man den heute 44-Jährigen in einigen TV-Formaten wie der Viva-Karaokeshow „Shibuya“ sehen, wo er als Jurymitglied tätig war. Dem Rock ist er noch immer treu geblieben. Mittlerweile wohnt der gebürtige Berliner in der Schweiz, nennt sich „Spoider“ und ist dort Frontmann der Rock-Band Zoma.