Was mobile Gaming-Trends über Nutzerverhalten aussagen

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Obwohl Mobile Gaming gern belächelt wird, ist die Branche ernst zu nehmen. Jedes Jahr werden mit In-App-Käufen Milliardensummen umgesetzt. Viele Menschen kommen mobil erstmals mit Gaming in Berührung. Dieser Artikel nimmt das Nutzerverhalten unter die Lupe, hebt Trends und Eigenheiten des Marktes hervor.
Mobile Gaming: Oft erster Berührungspunkt mit Gaming
Das Smartphone ist die unangefochtene Nummer eins: Statistischen Erhebungen zufolge benutzen rund 22,9 Millionen Menschen mobile Spiele-Apps – allein in Deutschland. Zum Vergleich: Etwa 20,8 Millionen Personen besitzen eine Spielekonsole, zum Beispiel eine Nintendo Switch oder PlayStation. 54 % der Befragten geben an, hin und wieder Videospielen zu frönen. In der Gruppe der 16- bis 29-Jährigen ist das Interesse noch größer: 89 % verbringen Zeit mit Games.
Heutzutage ist Gaming zugänglich wie nie zuvor. Ist ein Smartphone mit mobilem Internet vorhanden, stehen in Casinos tausende Online Spielautomaten zur Verfügung. Im Browser lädt ein Slot in Sekundenschnelle, ohne dass Apps oder Plug-ins zu installieren wären. Aufgrund der hohen Nutzerzahlen wird die Bedienung angepasst. Ob reduziertes Layout (gegenüber der Desktop-Version) oder verschiebbare Schaltflächen: Ziel ist es, den Einstieg so einfach wie möglich zu gestalten.
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Vorherrschende Spielmechaniken und Genres
Der mobile Gaming-Markt wird von Casual Games dominiert: Gelegenheitsspiele, die einfach zu lernen und für eine kurze Spieldauer ausgelegt sind. Während ein PlayStation-Controller mehr als ein Dutzend Tasten aufweist, werden Casual Games mittels Wischen und Tippen bedient. Wie die Analog-Sticks funktionieren oder wo sich R3 befindet, müsste gelernt werden. Umgekehrt ist die mobile Bedienung weitaus intuitiver.
Casual Games lassen sich in der Regel kostenlos herunterladen. Als beliebt gelten Endless Runner wie Temple Run, an Bejeweled angelehnte Puzzles wie Candy Crush, sowie Wortsuch- und Wimmelbildspiele. Apps finanzieren sich durch Werbung nach einem geschafften Level oder In-App-Käufe. Letztere verkürzen die Wartezeit oder schalten Gegenstände frei.
Hyper Casual Games sind noch minimalistischer gestaltet. Hier besteht die Steuerung meist aus einer Aktion. Snackable Content steht im Fokus: Leicht verdauliche Inhalte, ideal für zwischendurch. Werbung wird bei diesen Geschäftsmodellen priorisiert, In-App-Käufe rücken in den Hintergrund.
Bei der jüngeren Zielgruppe erfahren kompetitive Spiele-Apps Zulauf. Allem voran Ego-Shooter wie Call of Duty und PUBG Mobile. Oder MOBAs wie League of Legends: Wild Rift, bei denen Gamer in Matches 5 vs. 5 antreten.
Zugänglichkeit: Worauf Entwickler den Fokus legen
Hersteller achten bei Handy-Apps bewusst auf eine simple Steuerung. Mobile Gamer haben kaum oder keine Erfahrung mit Videospielen. Rollenspiele, Rennsimulationen und Simulationen eignen sich nicht als Genre. Oder müssten stark vereinfacht werden, um auf dem mobilen Sektor Fuß zu fassen. Games mit taktischer Tiefe und einer steilen Lernkurve würden mobil vielfach scheitern.
Mobile Genres wie Wortsuchspiele wären auf Xbox- und PlayStation-Konsolen wiederum an der falschen Adresse. Dort kommen eher aufwendig inszenierte Action-Adventures wie God of War: Ragnarök und Red Dead Redemption 2 zur Geltung, die auf der mobil oft schwächeren Hardware keine Chance hätten.
Monetarisierung: In-App-Käufe weit verbreitet
Während Mikrotransaktionen und Battle Passes auf Spielekonsolen harsch kritisiert werden, wird die Monetarisierung auf dem Handy achselzuckend zur Kenntnis genommen. Was dahintersteckt: Mobile Spiele sind üblicherweise kostenlos abrufbar. Dass Entwickler Werbung anzeigen und In-App-Käufe integrieren, ist nachvollziehbar. Wer Werbung partout ablehnt, kann diese für gewöhnlich mittels Kauf abschalten. Abomodelle Apple Arcade befreien Spiele ebenfalls von Werbung.
Wie das Spielerlebnis individualisiert wird
Mobile Spiele bereichern das Community-Gefüge. In sozialen Netzwerken werden Spielinhalte geteilt. Gilden stellen sich gemeinsam schwierigen Herausforderungen. Ranglisten laden zum Vergleich untereinander ein. Dabei lässt sich das Alter Ego oft individuell anpassen, samt Avatar und Kleidungsstücken. Kosmetische Gegenstände winken als Belohnung im Battle Pass oder bei Events.
Sicherheit und Datenschutz: So bleibt das Konto geschützt
Jüngere wie ältere Generationen verhalten sich online mitunter unbedarft. Deshalb ergreifen die Hersteller Sicherheitsmaßnahmen. Spiele-Apps werden beispielsweise über einen vorinstallierten App Store vertrieben. Browser-Downloads nativer Apps werden blockiert. Updates werden im Hintergrund automatisch installiert, ohne dass User aktiv tätig werden müssten.
Beim Datenschutz gilt nach wie vor: In öffentlichen Profilen keine personenbezogenen Daten hinterlegen. Starke und einzigartige Passwörter verwenden. 2FA einschalten, wenn verfügbar. In-App-Käufe lassen sich mit einem Passwort absichern. Dies unterbindet Impulskäufe. Wer Kinder hat, sollte als Elternteil zur Vorsicht mahnen. In Chats sollten nie sensible Informationen offengelegt werden.
Daneben ist eine „Smartphone-Diät“ zwischendurch durchaus von Vorteil. Selbst Stars wie David Harbour lassen ihr Handy immer wieder liegen, wenn sie sich auf wichtige Dinge konzentrieren müssen.
Künftige Trends: Wie sich die Branche mobil weiterentwickelt
Technologien wie 5G stabilisieren die mobile Internetverbindung, wirken Latenz entgegen. Cloud Gaming wird so der Weg geebnet. Moderne Spiele lassen sich auf älteren Geräten darstellen, ohne dass Verbindungsabbrüche auftreten oder Eingaben allzu spät erfolgen.
Geschäftsmodelle werden an In-App-Käufen festhalten, die mobil kaum Kritik hervorrufen und haufenweise Umsätze erzielen. Hyper Casual Games könnten an Bedeutung gewinnen, weil sich auch ältere Personen zunehmend für Spiele-Apps erwärmen.
Fazit: Trends spiegeln den Umgang mit einem Medium
Was auf dem mobilen Gaming-Markt salonfähig wird und zum Trend erwächst, entscheidet nicht der Zufall. Stattdessen beobachten die Entwickler das Nutzerverhalten sehr genau, erheben Daten und werten diese aus. Im Gegensatz zu Spielekonsolen haben mobile Spiele einen starken Casual-Charakter. Handy-Games sind also zugänglicher. Mikrotransaktionen und Werbung sind stark verbreitet, bei der Interaktion wird aufs Miteinander gesetzt.







